Von Baaßen bis Zendersch

Bildband zum Gebiet zwischen den Kokeln

Ausgabe Nr. 2584

Georg Gerster und Martin Rill: Einblicke ins Zwischenkokelgebiet. Buchversand Südost 2018. 324 Seiten. ISBN 978-3-00-059307-9

Dieser von Martin Rill herausgegebene Bildband wurde Ende Mai in Bogeschdorf vorgestellt und möchte dem Leser und Betrachter die Schönheit und Vielfalt des Kulturerbes aus 36 ehemals siebenbürgisch-sächsischen Ortschaften vorstellen und ans Herz legen: Baaßen, Belleschdorf, Bonnesdorf, Bogeschdorf, Bulkesch, Durles, Elisabethstadt, Felldorf, Großalisch, Großprobstdorf, Halwelagen, Hohndorf, Irmesch, Johannisdorf, Kirtsch, Kleinalisch, Kleinblasendorf, Kleinlasseln, Kleinprobstdorf, Langenthal, Maldorf, Maniersch, Marienburg, Michelsdorf, Nadesch, Pruden, Puschendorf, Reußdorf, Rode, Schmiegen, Schönau, Seiden, Wölz, Taterloch, Zendersch und Zuckmantel.

 

Das Zwischenkokelgebiet ist eine Kulturlandschaft von besonderer Art. Geprägt von dem jahrhundertelangen Zusammenleben der deutschen, rumänischen und ungarischen Bevölkerung und deren wechselseitigen Beziehungen, bewahrt es ein vielfältiges kulturelles Erbe, das in Europa wenig bekannt ist, obwohl es historisch zu Mitteleuropa gehört. Der Bildband zeigt die Orte des deutschen Siedlungsgebietes mit ihren hervorragenden Denkmälern, die im Kontext ihrer regionalen und ethnischen Umwelt untersucht und dargestellt werden.

Nach 1300 siedelten die Siebenbürger Sachsen nördlich der Großen Kokel vor allem auf Komitatsboden, der nicht mehr den altbesiedelten Gebieten der sächsischen Stühle unterstand. Im Zwischenkokelgebiet gründeten sie etwa 40 Ortschaften, die meisten in adeligen Grundherrschaften. Nur acht Orte lagen auf Königsboden.

Schon ein Jahrhundert nach der Ansiedlung wuchs das Zwischenkokelgebiet zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort in Siebenbürgen heran. Fässer voller Wein nahmen den Weg nach Westen und wurden auf den süddeutschen Märkten versteigert. Einen wirtschaftlichen Höhepunkt verzeichnete die Region beginnend mit der Wende zum 16. Jahrhundert. Es entstanden stattliche Sakralbauten, um die sich wegen der Türkengefahr mächtige Wehranlagen erhoben. Die Ausstattung der Sakralbauten steht den anderen sächsischen Siedlungsgebieten nicht nach, im Gegenteil, manche Gemeinde leistete sich Kunsthandwerker von europäischem Rang. Der Bogen wird von der ersten Besiedlung der Region bis in die jüngste Vergangenheit gespannt.

Der Bildband über das Zwischenkokelgebiet steht in einer Reihe mit Veröffentlichungen wie „Siebenbürgen im Flug“, „Das Burzenland“, „Hermannstadt und das Alte Land“, „Das Repser und das Fogarascher Land“ und ist in Hermannstadt in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé käuflich zu erwerben.

M.R.

 

 

 

 

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