„Pacem te poscimus“

Ausgabe Nr. 2433
 

Auftakt des Kulturjahres 2015 in Heltau

 

„Nulla salus bello, pacem te poscimus omnes“ („Kein Heil ist im Krieg, den Frieden erbeten wir alle von dir). Dieses Zitat aus der Aeneis von Vergil sei 1505 an der Mauer der damals katholischen heute evangelischen Kirche in Sächsisch-Reen angebracht worden, sagte Stadtpfarrer Zorán Kézdi in seiner Predigt im Festgottesdienst zum Tag der Offenen Tür in der evangelischen Kirche in Heltau am Sonntag.

 

Der Tag der Offenen Tür war nämlich zugleich auch der Auftakt des Kulturjahres 2015, das die evangelische Kirchengemeinde Heltau unter das Motto „Friedensmelodie" gestellt hat. Das eigens dafür von dem bekannten Hermannstädter Künstler Stefan Orth gestaltete Logo prangte auf einem Banner am Eingang in die Kirchenburg, dazu hatte Orth eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken im Innenraum der Kirche eingerichtet.

Die Veranstaltung beehrten mit ihrer Anwesenheit die deutsche Konsulin Judith Urban und  der Vorsitzende der Heltauer Heimatortsgemeinschaft Heinz Hermann, die Stadtpfarrer Kézdi herzlich begrüßte. Mit diesem Tag der Offenen Türen wolle, so Kézdi, die evangelische Kirchengemeinde der Heltauer Gemeinschaft und darüber hinaus allen Gästen von nah und fern zeigen „welche Schätze unsere Kirchenburg birgt". Zeigen wolle man dies alles auch im Zeichen des Friedens, der ein „zutiefst christliches und menschliches Anliegen" sei. Kein Gut sei so wertvoll und beschützenswert, sagte Kézdi und brachte den anlässlich der Landung des deutschen Astronauten Alexander Gerster von Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, beschriebenen Overview-Effekt bei Alexander Gerst ins Gespräch: „… erstens wie dünn die uns schützende Atmosphäre ist – das hat er immer wieder mal gesagt –, dass die Grenzen, die für uns auf der Erde so fürchterlich wichtig sind, von da oben nicht erkennbar sind, und dass ihn die kriegerischen Auseinandersetzungen, die wir immer wieder auf der Erde haben, die er leider auch beobachten musste, belasten". Insofern sollte man eine „neue Perspektive" einnehmen und den Blick auf den werfen, der in der Bibel als „Friedefürst" bezeichnet wird.

Das Programm des Kulturjahr-Auftaktes war dicht gestaltet und sehr interessant: Von der Vernissage im Hof der Kirchenburg, wo im Wehrgang die im Vorjahr im Teutsch-Haus Hermannstadt gezeigte Ausstellung mit Werken des Architekten Fritz Balthes zu sehen ist, über eine Fotoausstellung im Turm bis hin zu einem Blasmusikkonzert mit For Musica und einer Darbietung der Kindertanzgruppe im Pfarrgarten. Es war für alle gut gesorgt, auch mit Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltem. Und auch eine Büchertheke war aufgebaut worden. Ein Besuch in der Heltauer Kirchenburg lohnt sich immer.      

Beatrice UNGAR

 

Gerhild Rudolf, die Leiterin des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums in Hermannstadt (am Rednerpult) stellte die Fritz Balthes-Ausstellung vor, die im Wehrgang der Kirchenburg eingerichtet wurde.

Foto: Beatrice Ungar

 

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