„Ökumene ist das Gebot der Stunde“

Ausgabe Nr. 2423
 

Präsentation zweier Bücher von Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Klein

 

Mit einem Klavierstück, gespielt von Musikwart Jürg Leutert, das der Veranstaltung eine weitere Dimension der Feierlichkeit verliehen hat, gefolgt von der Begrüßungsrede des Bischofs Reinhart Guib, begann am 19. März, pünktlich um 11 Uhr die Präsentation der Bücher „Kirche mit anderen“ und „Geistliche Leitbilder und Weggefährten“ von Bischof em. D. Dr. Christoph Klein im Bischofspalais der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in Hermannstadt.

 

Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie an dem deutschsprachigen Departement für Protestantische Theologie an der Lucian Blaga-Universität Hermannstadt stellte das Buch „Kirche mit anderen“ vor und ging zunächst auf die Bedeutung des Titels und des Themas ein: „Das Buch ist eine wunderbare Palette, die einen ganzen Lebensweg umfasst, eine wunderbare Palette der Vielfalt. Konzentration und Weite sind in diesem Buch ganz dicht beieinander“.

Das Buch „Kirche mit anderen“ sei eine Sammlung von Reden und Aufsätzen zur Ökumene in Rumänien, die „eine Lücke in der westeuropäischen Wahrnehmung der weltweiten Christenheit füllt: Die konfessionelle Situation und das sich daraus ergebende ökumenische Miteinander in einem südosteuropäischen Land, das multiethnisch geprägt ist“, schreibt Prof. Dr. Gisa Bauer im Geleitwort des Buches. Die Präsentation von Prof. Dr. Stefan Tobler regt die Zuhörer an, das Buch in die Hand zu nehmen und sich selbst einen Eindruck über die Konzepte von Altbischof Christoph Klein zu machen. Erwähnt seien hier seine Gedanken zur Ökumene: „Ökumene ist das Gebot der Stunde; ihr kann sich in unserer Welt keine Kirche entziehen, es geht um unser Allerheil und dieses Heil, das Christus schenkt, erhoffen wir alle.“

Weiterhin ergriff Professor Dorin Oancea, orthodoxer Theologe und Professor für Religionsgeschichte und -philosophie an der Orthodoxen Theologie-Fakultät der Lucian Blaga-Universität Hermannstadt das Wort. Sein freier Vortrag bezog sich auch auf das Buch „Kirche mit anderen“, wobei er seine langjährige Bekanntschaft mit Christoph Klein schilderte. Außerdem war der Altbischof derjenige gewesen, der Prof. Oancea vorgeschlagen hat, eine Dissertation zu schreiben und ihn auch als Doktorvater begleitet hat. Nur Gutes konnte Prof. Oancea über das Buch sagen und endete seinen Vortrag dementsprechend: „Herr Bischof, Herr Professor, ich danke Ihnen sehr für dieses Buch und ich muss gestehen: mich persönlich hat es ganz einfach nicht nur gefreut, weil wir uns kennen, aber es hat mich bereichert und mir Mut eingeflößt und ich bin überzeugt, dass alle meine Kollegen, die es im Laufe der Zeit in ihre Hände nehmen werden, genau dasselbe empfinden werden.“

Bezirksdechant Hans-Bruno Fröhlich stellte das Buch „Geistliche Leitbilder und Weggefährten“ vor und begann seinen Vortrag mit dem Satz „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, des jüdischen Philosophen Martin Buber. Obwohl der jüdische Philosoph nicht Teil des Buches ist, sah Fröhlich in den Gedanken Bubers einen Schlüssel, das Buch zu lesen und zu verstehen. Denn das Glanzstück von Bischof Christoph Klein ist eine Sammlung an, wie er selbst zu sagen pflegt, „Persönlichkeiten, die als Theologen oder geistliche Lehrmeister für mein Leben wichtig waren und für die Geschichte unserer Kirche bis in unsere Gegenwart hinein bedeutsam sind. Hinzu kommen Zeitgenossen und Wegbegleiter, die ich als Bischof bei feierlichen Gelegenheiten zu ehren gerufen war.“

Bezirksdechant Hans-Bruno Fröhlich geht davon aus, dass der Autor selber ein geistliches Leitbild und ein Weggefährte für viele war und ist. Über den Menschen Christoph Klein kann man aus dem Buch auch vieles erfahren, sowie vom Bezirksdechant Fröhlich persönlich, welcher den Bischof auch als eine Vaterfigur betrachtet und sich über dessen Besuch zu Weihnachten 1990 in seiner Heimatgemeinde Leschkirch unendlich gefreut hat.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Bischof em. D. Dr. Christoph Klein allen herzlich: „Sie können sich vorstellen, dass ich überwältigt bin von dem, was ich gehört habe und ich mich verstanden fühle (…) Herr Professor Tobler, Herr Professor Oancea, Herr Bezirksdechant Fröhlich, ich bin natürlich tief beeindruckt und berührt, von dem, was Sie aus diesen Büchern rausgelesen und rausgefunden haben“. Laut Autor Christoph Klein haben beide Bücher etwas gemeinsam: es sind Bände, zusammengestellt aus einzelnen Beiträgen eines ganzen Lebens, welche unter einem ausgesuchten Thema behandelt und aufgenommen wurden. Er bezeichnet sie als das „Endprodukt eines langen Denk- und Lernprozesses, an dem viele Weggefährten, Leit- und Vorbilder teil hatten und denen vieles zu verdanken ist.“ Den Schlussworten des Bischofs folgte noch ein letztes Stück am Klavier und die Veranstaltung endete mit einer Autogrammstunde in bester Stimmung.

Andreea CROCE

 

Nach der Präsentation seiner zwei neuesten Bücher gewährte Bischof em. D. Dr. Christoph Klein (links) Autogramme, hier unserem Fotografen Fred Nuss.                               

Foto: Andreea CROCE

 

 

 

 

 

 

 

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