Lieder gegen das Vergessen

Lieder aus der Deportation in die Sowjetunion 1945-1949

Ausgabe Nr. 2944

Am 15. Januar 1945, der in die Geschichte als der „Schwarze Sonntag“ eingegangen ist, wurden 69.332 Angehörige der deutschen Minderheit aus Rumänien in die Sowjetunion deportiert, darunter 30.336 Siebenbürger Sachsen, davon 60 Prozent Frauen – ein Ereignis, das zu der Zersplitterung unserer Gemeinschaft führen sollte. (In einigen Orten wurden sie bereits am 13. und 14. Januar 1945 ausgehoben.) Auch 81 Jahre nach diesem folgenschweren Ereignis bleiben uns Gedenken und Erinnerung an dieses Verbrechen und die kollektiven Leiden von damals Bedürfnis und Pflicht.Weiterlesen

Was soll das bedeuten?

Ausgabe Nr. 2934

Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Fassade des Hauses in der Entengasse/Moș Ion Roată 6 (1790 lautete die Adresse „Saggasse 1103”) legten die Arbeiter ein Relief frei, das im Medaillon eine gekrönte Figur zeigt. Es stammt womöglich aus der Zeit der Spätgotik, also 15. Jahrhundert, wie auch das Haus. Foto: Cosmin LEPĂDAT; In dem besagten Haus befindet sich heute ein Restaurant und eine Pension. Hier wurde u. a. der Grundstein für die erste Waagenfabrik in Siebenbürgen durch die Zeugschmiede Leopold, Josef und Wilhelm Hess gelegt, schreibt Marian Bozdoc in dem Buch „Istoria clădirilor comerciale ale Sibiului” (Geschichte der Handelsräume in Hermannstadt).  

Foto: Beatrice UNGAR

,,Das Feld bleibt nicht unbestellt“

Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter bei ,,Militaria“-Konferenz in Hermannstadt geehrt

Ausgabe Nr. 2933

Zeno-Karl Pinter (stehend) bedankte sich bei den Anwesenden für die Festschrift. Unser Bild (v. l. n. r.): Helmut Lerner, Rudolf Gräf, Raluca Teodorescu, Anamaria Tudorie, Zeno-Karl Pinter, Sorin Radu und Thomas Șindilariu.                            
Foto: Cynthia PINTER

„Was ich von Zeno sehr früh gelernt habe, ist, dass Pünktlichkeit wichtig und eine Form von Respekt ist“, sagte Prof. Dr. habil. Ioan Marian Țiplic am Donnerstagabend bei der Eröffnung der diesjährigen 18. Auflage der internationalen Konferenz „Interethnische Beziehungen in Transsilvanien. Militaria Mediaevalia in Zentral- und Südosteuropa“, die vom 16.-19. Oktober in Hermannstadt stattgefunden hat. Im Programm der diesjährigen Konferenz standen u. a. Vorträge, eine Stadtführung und Studienausflüge. Weiterlesen

Kaum verändert

130 Jahre alt ist das Hotel ,,Zum Römischen Kaiser“

Ausgabe Nr. 2928

Die Fassade des neuen Hotels „Zum Römischen Kaiser” in der Heltauergasse wurde vor nicht allzu langer Zeit saniert.

Das Hotel in der Heltauergasse „Zum Römischen Kaiser“ begeht 130 Jahre seit der Eröffnung des neuen Gebäudes am 7. September 1895 am derzeitigen Standort, Heltauergasse Nr. 4. Doch die Webseite des Hotels bezeichnet sich selbst als das „älteste Hotel Rumäniens“, obwohl dieses der Entstehung Rumäniens vorausgeht. Die Geschichte des Gasthauses in Hermannstadt, aus dem der heutige „Römische Kaiser“ hervorgegangen ist, reicht viel weiter zurück und umfasst verschiedene Gebäude und Namen.Weiterlesen

Würdigen, pflegen und bearbeiten

Gedanken zu Geschichte, Identität und Kulturerbe der Siebenbürger Sachsen

Ausgabe Nr. 2928

Die Birthälmer Kirchenburg ist seit 1993 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und deren Restaurierung wurde 1991 mit dem Europa Nostra-Preis ausgezeichnet.                                                   Foto: Hermann FABINI

In der Siebenbürgischen Zeitung vom 7. Juli 2025 hat Horst Göbbel unter dem Titel „Komplex Artur Phleps II, Vor 80 Jahren: Flucht und Evakuierung aus Nordsiebenbürgen“ Tagebuchaufzeichnungen von General Artur Phleps (1881-1945) veröffentlicht. In einem Diskussionsbeitrag mit dem Titel „Unsere Faschisten“ hat Ortwin-Rainer Bonfert in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien vom 24. Juli 2025 dazu Stellung genommen. An dessen Ende heißt es: „Dieser Beitrag spiegelt die Meinung von Ortwin-Rainer Bonfert. Welches ist die Ihrige? Wir müssen reden.“Weiterlesen

Spurensuche in einem Land, das es nicht gibt

Was Schwarzmeerdeutsche in Transnistrien hinterlassen haben

Ausgabe Nr. 2922

Die einstige Kirche der lutherischen Siedler ist seit Sowjetzeiten ein Kulturzentrum. Eine vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung angebrachte Glastafel veranschaulicht den ursprünglichen Zustand.

Vor über 200 Jahren haben sich deutsche Siedler auf dem Gebiet zwischen den Flüssen Dnjestr und Bug niedergelassen und den Kolonistenbezirk Glückstal gegründet. Eine Reise nach Transnistrien, in ein Land, das auf den meisten Karten nicht zu finden ist, zeigt, welche Spuren sie trotz Krieg, Flucht und Vertreibung hinterlassen haben. Der aktuelle HZ-Praktikant Tobias J a r i t z hat vor kurzem eine Reise in die „Pridnestrowische Moldawische Republik” unternommen und berichtet im Folgenden davon:Weiterlesen

Herausfordernde Schulreformen

Folgen der Rumänisierung des Bildungswesens in der Bukowina 1919-1940

Ausgabe Nr. 2921

David Fallik (1908-1926).                                      Foto: Archiv Mihuleac

Eine internationale Tagung zur Bildungsgeschichte hatte der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) Ende Mai in Hermannstadt veranstaltet. In der Einladung hieß es u. a.: „Als die Vielvölkermonarchie unter habsburgischer Herrschaft 1918 auseinandergebrochen war, versuchten die mittel- und südosteuropäischen Staaten der Zwischenkriegszeit mit verschiedenen gesetzlichen Regelungen die neuen Strukturen und sozialen sowie bildungspolitischen Herausforderungen zu bewältigen. Neben Agrarreformen sahen sie im Bildungswesen und Schulrecht zentralen Handlungsbedarf. In Rumänien wurden nach Übergangsregelungen Ende 1924 das Volksschulgesetz, 1925 das Privat (Partikular-)schulgesetz und das Baccalaureatgesetz im Parlament beraten und beschlossen. Dieses Recht besaß gesamtstaatliche Geltung. Für die angeschlossenen Gebiete hatten die Gesetze und deren Ausführungsbestimmungen aber gravierende Folgen (nicht nur bei den Minderheiten, sondern auch für das von der orthodoxen Kirche getragene Schulwesen). Parallel dazu wurden auch in benachbarten Ländern Schulreformen in Kraft gesetzt, die ebenfalls für Minderheiten herausfordernd waren.” Lesen Sie im Folgenden die gekürzite Fassung des Vortrags von PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin) zum Thema „Die Folgen der Rumänisierung des Bildungswesens für die deutschsprachige Bevölkerung in der Bukowina 1919-1940”.Weiterlesen

Piticot, Pegas und Arădeanca-Puppen

Spielzeugausstellung aus dem Kommunismus im Alten Rathaus eröffnet

Ausgabe Nr. 2920

Die Besucherinnen der Ausstellung wurden oft nostalgisch beim Anblick der Puppen, die sie einst selber besessen hatten und mit denen früher oft gespielt wurde.
Fotos: Cynthia PINTER

„Schau mal, den Affen hatte ich auch und die Puppe auch. Ich hatte sie Carmen getauft“, sagt eine Besucherin der Ausstellung „Copilăria epocii de aur“ zu ihrer Freundin und zeigt auf eine Puppe mit langen schwarzen Haaren. Kindheitserinnerungen bei der Generation Y, oder den „Millenials“, die in den 1980-ern oder früher geboren wurden, sind bei der Ausstellung „Kindheit in der Goldenen Epoche“ wach geworden, die am Freitag, dem 11. Juli im Historischen Museum im Alten Rathaus eröffnet wurde. Zustande gekommen ist die bunte Ausstellung durche eine Zusammenarbeit des Brukenthalmuseums mit dem „Muzeul Jucăriilor“ (Spielzeugmuseum) aus Bukarest. Kuratiert wurde sie von der Museografin Andreea Corca.Weiterlesen

Erhebliche Übertreibungen

Wer war und woher kam der Buchdrucker Philippus pictor?

Ausgabe Nr. 2919

Holzschnitt: Christus und das Hermannstädter Wappen darstellend.

Hier geht es um eine besondere Persönlichkeit Hermannstadts, über die viel auch ohne Fachkenntnis und widersprüchlich geschrieben wurde. Erfassen lässt sie sich nur aus den Umständen seiner Lebenszeit.

Philippus ist ein neutestamentlicher Name, der im zehnten Kapitel des Matthäusevangeliums bei der Aufzählung der Jünger von Jesus genannt wird.

Unser Philippus hingegen lebte am Ausgang des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er hatte neben seinem Taufnamen noch keinen Familiennamen. Nach eigener Aussage und festgehalten im Hermannstädter Staatsarchiv stammte er aus der Moldau.Weiterlesen