„Eine Wertschätzung der Leistung der Kinder”

Teile diesen Artikel

Robotikteam der Brukenthalschule und tegeler-Gruppe beim DWS-Treffen

Ausgabe Nr. 2977

Das Robotikteam Gear Maniacs Jr. mit Schulleiterin Monika Hay und Fachlehrerin Mihaela Hadăr.                                                       Fotos: der Verfasser

Beim Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) in der Evangelischen Akademie in Neppendorf war am Mittwoch, den 16. September, das Robotikteam des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums „Gear Maniacs Jr.” eingeladen. Das Team hatte nämlich im Sommer beim FIRST LEGO League Asia Open Championship 2026 in Peking den dritten Platz belegt. Der DWS hatte die Reise der Schüler nach China finanziell unterstützt.

Weiterhin stellte sich die tegeler-Gruppe vor, die Dienstleistungen zur Betreuung älterer Menschen anbietet, und über ihr Projekt „CareBridge România 2035” ihre Erfahrungen nun gemeinsam mit lokalen Partnern auch in Rumänien einbringen möchte. Vor dem DWS-Treffen war die Delegation der Gruppe zu Besuch im Dr. Carl Wolff-Altenheim und die Vertreter der tegeler-Gruppe sagten 20.000 Euro als Geldleistung zu.

„Ich möchte mit einem Applaus anfangen”, lauteten zum Auftakt des Treffens die lobenden Worte des DWS-Vorsitzenden Wolfgang Köber. „Diese jungen Leute haben uns ganz stolz gemacht.” Das Team hatte das Lob verdient, denn es hatten insgesamt 375 Teams aus 25 Ländern und Regionen teilgenommen.

Schuldirektorin Monika Hay dankte dem DWS für die Unterstützung der Reise. „Es ist nicht nur eine finanzielle Hilfe gewesen, sondern vor allem auch eine Wertschätzung der Leistung der Kinder”, unterstrich Hay.

Ein Dank galt auch Mihaela Hadăr und Cătălina Rebegel, die die Gruppe geleitet haben, sowie allen anderen Teammitgliedern, von klein bis groß“. Insgesamt hatten 16 Schüler teilgenommen, 6 Schüler vom Lyzeum und 10 vom Gymnasium.

Jens Tegeler, geschäftsführender Gesellschafter der tegeler-Gruppe.

„Nach all diesen Jahren sind wir endlich international gegangen, was wir schon seit so langer Zeit geträumt haben”, freute sich Alex Sofonea, der als der technische Mentor der Gruppe gilt. Das Robotikteam soll übrigens fünf Jahre alt sein, also es nimmt seit fünf Jahren am Wettbewerb teil. Ein Team kann zunächst an regionalen Wettbewerben teilnehmen und sich von dort aus für internationale Veranstaltungen qualifizieren.

In der FIRST LEGO League -Saison 2025/2026 ging es um das Thema Archäologie. Im Rahmen des Wettbewerbs gab es die vier Bewertungskategorien Robot Game, Innovation Project, Robot Design und Core Values.

Die Schüler hatten in Vorbereitung des Projektes mit Archäologen von der Ausgrabungsstätte an der Dakerburg Tilișca gesprochen, mit Experten vom ASTRA-Museum und auch mit anderen Fachleuten aus diesem Bereich. Sie haben u. a. eine App namens „DigITall” entwickelt, mit der Archäologen Artefakte scannen und überprüfen können, ob diese mit anderen Artefakten von verschiedenen archäologischen Fundstätten in Verbindung stehen.

„Besonders stolz bin ich, dass unser Team nachhaltig wächst. Das heißt, die älteren Schüler geben ihre Kenntnisse weiter an die jüngeren Schüler und sie werden dadurch ihrerseits Mentoren. Das ist eine Erfahrung, die man als Mathematiklehrerin nicht hat, dass Kinder andere Kinder inspirieren”, freute sich Mihaela Hadăr.

Das Robotikteam bereitet sich bereits für die neue Wettkampf-Saison vor, die unter dem Thema „Bioglow” läuft. Es geht um Biodiversität und die Ökosysteme, also darum, wie Menschen mithilfe von Technologie, Kreativität und Forschung die Natur besser verstehen und schützen können. Geplant ist schon ein Ausflug in die Fogarascher Berge in Kooperation mit der Naturschutzstiftung Conservation Carpathia.

Mit Hilfe von Drohnen wollen die Schüler das Gebirge beobachten und eine App erstellen.

Im Weiteren stellten sich Jens Tegeler, Dorina Aulich und Andreea Tegeler vor und sprachen über die Aktivitäten der tegeler-Gruppe und über damit verbundenen Themen. Die familiengeführte Gesellschaft ist seit 35 Jahren am deutschen Markt aktiv und kümmert sich vor allem um ältere Menschen, um Pflege und Gesundheit, Gebäudemanagement oder Speisenversorgung. Insgesamt verfügt die Gesellschaft über 30 Standorte, beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro.

Jens Tegeler, geschäftsführender Gesellschafter der tegeler-Gruppe, sprach u. a. über das Projekt „CareBridge România 2035” über das die Firma ihre Erfahrung auch in Rumänien einbringen möchte u. a. in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Wir alle wissen, dass wir älter werden, dass der demografische Wandel nicht an der deutschen Grenze aufhört, sondern genauso wie in jedem anderen Land: Die Menschen werden älter”, meinte Jens Tegeler.

Man möchte nun in Hermannstadt investieren. Warum hier? Seine Gattin Andreea ist nämlich eine gebürtige Hermannstädterin. Ich bin das erste Mal vor 18 Jahren nach Rumänien gekommen und war auf den Schlag verliebt in dieses Land”, sagte er. 2015 wurde der Markt in Rumänien sondiert, und es wurden einige Aktivitäten gestartet und heute stehe man an einer Schwelle, wo man die Aktivitäten aus Deutschland nach Hermannstädt erweitern möchte.

Zu den Kompetenzfeldern gehört u. a. auch die Palliativversorgung. Beim Besuch im Hospiz Dr. Carl Wolff-Vereins war Tegeler sehr beeindruckt von dem Engagement der Leitung hier. Die Anzahl der Palliativpatienten, nimmt natürlich zu”, meinte Tegeler. Von daher gibt es eine Versorgungslücke in vielen Bereichen und wir wollen natürlich gerne da auch zukünftig als starker Partner an Ihrer Seite stehen.” In Zukunft möchte man in Hermannstadt eine eigene Pflegeeinrichtung schaffen, betreutes Wohnen, Spezialpflege und Palliativbetreuung, ein Hospiz, aufbauen.

Da man aber auch starke Führungskräfte im mittleren Management braucht, war man beim Rektor der Lucian Blaga-Universität zu Besuch. Das Ziel ist einen Kooperationsvertrag abzuschließen und das Thema Gesundheitsökonomie im Management mit Abschluss Master oder Bachelor in weiterer Zukunft nicht nur zu begleiten, sondern auch mitzufinanzieren. Wir werden Stipendien anbieten, um Jugendliche, die in diesem Bereich erfolgreich sein wollen zu unterstützen”, sagte Tegeler. Das Ziel ist, gute Führungskräfte zu bekommen. Besprochen wurde u. a., den Studierenden die Möglichkeit zu bieten, in Deutschland in den tegler-Betrieben Erfahrung zu sammeln.

Die Pflege wird sich permanent in den nächsten Jahren verändern”, meinte Tegeler. Die Ansprüche der Kunden, der Patienten, der Bewohner nehmen zu, aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind eigentlich in einem ständigen Wandel. Und wir wollen gemeinsam mit Ihnen die Zukunft gestalten.”

In den nächsten 12 Monaten möchte man nun alle behördlichen Prozesse und Erledigungsverfahren auf den Weg bringen, sagte Tegeler abschließend.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Wirtschaft.