Konzerte mit Gästen aus Basel und Norwegen
Ausgabe Nr. 2977

Stimmgewaltig und raumfüllend: Der Bassist und Chorleiter Magne Fremmerlid schmetterte u. a. „Amazing Grace“. Fotos: Beatrice UNGAR
Der Männerchor „Hvalkjæften“ aus Sandefjord/Norwegen hat am 19. September im Rahmen der Abendmusik, die jeden Samstag um 19 Uhr in der Hermannstädter evangelischen Stadtpfarrkirche angeboten wird, konzertiert. Das Konzert gehörte zum Programm des 4. Ars sacra-Festivals, der Eintritt war frei.
Übersetzt bedeutet Hvalkjæften Mund (auch Schlund oder Rachen) eines Wales. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Sandefjord der Ausgangspunkt der intensiven Jagd auf die Walfische im südlichen Eismeer. In einem Museum wird in Sandefjord dieser traurige Teil der Geschichte Norwegens dokumentiert. Der Chor wurde im Zusammenhang mit diesem Museum gegründet und steht unter der Leitung des renommierten Sängers Magne Fremmerlid, ehemaliger Solist an der Oper in Oslo.

Sowohl in Großau als auch in Hermannstadt konzertierte Ende August die Organistin Ekaterina Kofanova aus Basel/Schweiz.
Musikwart Jürg Leutert hatte angekündigt: „Der Männerchor wird uns auf seiner Siebenbürgenreise musikalische Geschmacksproben der norwegischen Männerchorkultur auftischen. Diese in Siebenbürgen inzwischen ausgestorbene Tradition war seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kultur in großen Teilen Europas. Wir werden in den Genuss von weltlichen und geistlichen Beispielen kommen.“ Er hatte nicht zu viel versprochen.

Mit einem Konzert zu vier Händen hatte am 10. September das Musikerehepaar Brita Falch Leutert und Jürg Leutert (hier an der Sauerorgel in der evangelischen Stadtpfarrkirche) den Orgelsommer in Großau abgeschlossen.
Zum Abschluss gesellten sich die Mitglieder des Hermannstädter Bachchores hinzu und gemeinsam sangen die beiden Klangkörper die Kantate zum Lied „Herre Gud, ditt dyre navn og ære“ (Herr und Gott, deine große Ehre) des nordnorwegischen Barockdichters Petter Dass, in der auch der für sein Lautspektrum bekannte „grumme hval“ (Grindwal) vorkommt.
B. U.