Treffen fürs Projekt ,,Geographies of Childhood in Teacher Education” in Klausenburg
Ausgabe Nr. 2961

Treffen in Klausenburg (v. l. n. r.): Prof. Dr. Anselm Böhmer, Lekt. Dr. Mirona Stănescu, Prof. Dr. Christoph Knoblauch. Foto: Privat
Im Rahmen des Projekts „Geographies of Childhood in Teacher Education“ (Geografien der Kindheit in der Lehrerausbildung) fand im Mai ein Treffen in Klausenburg statt. Das Projekt wird von der Baden-Württemberg-Stiftung im Rahmen des Programms „Baden-Württemberg-Stipendium“ für Hochschulkooperationen durchgeführt. Prof. Dr. Cristoph Knoblauch und Prof. Dr. Anselm Böhmer von der Pädagogischen Schule in Ludwigsburg und Lekt. Dr. Mirona Stănescu von der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg sprachen über das Projekt und das Treffen mit der HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.
Wie heißt das Projekt und wie ist es dazu gekommen?
Dr. Anselm Böhmer: Unser Projekt heißt „Geographies of Childhood in Teacher Education“ und es kam eigentlich dazu, weil Christoph und ich Raumaspekte in der Pädagogik ganz spannend finden. Wie kann man Community, Stadtteile, unterschiedliche Organisationen, die territorial benachbart sind, so miteinander verbinden, dass da Ausbildungsimpulse entstehen.
Welches ist das Hauptziel des Projektes?
Dr. Anselm Böhmer: Das Hauptziel des Projekts ist eigentlich in drei eingeteilt. Einerseits ist es der Studierendenaustausch, dann der Lehrenden- und Forschendenaustausch und dann tatsächlich auch die konkrete Entwicklung des Moduls, das wir nochmals mit dem, was wir gelernt haben, zusammenbringen.
Wann ist das Projekt entstanden?
Dr. Christoph Knoblauch: Vor etwa vier Jahren und Ursprung war so ein Stück weit, weil wir gemerkt haben, dass unterschiedliche Länder unterschiedlich mit der Vernetzung von Schule, Sozialraum und Hochschule umgehen. Das tun wir auch auf unsere eigene Art und Weise in unseren Hochschulen und in unserem Land und es ist spannend zu sehen, wie das andere machen. Wir können voneinander lernen.
Dieses Treffen in Klausenburg ist das letzte im Projekt?
Dr. Mirona Stănescu: Offiziell ist es das letzte Treffen, aber wir hoffen, dass es nicht dabei bleiben wird.
Dr. Christoph Knoblauch: Genau. Wir haben eine tolle Förderung von der Baden-Württemberg-Stiftung erhalten, die uns ermöglicht hat, dass wir uns drei Jahre in Folge getroffen haben mit Partnern aus Kanada, USA, Indien, Australien, Norwegen, Dänemark und natürlich Rumänien und Deutschland. Das wurde finanziert von der Baden-Württemberg-Stiftung, doch diese kann solche Projekte immer nur für drei Jahre unterstützen, das heißt, ab jetzt wird sich das Netzwerk selber tragen müssen.
Welche sind Sie Ergebnisse dieses Projektes?
Dr. Anselm Böhmer: Da gibt es eine ganze Reihe von Ergebnissen, würde ich sagen. Erst einmal auf fachlicher Ebene, dass wir wirklich voneinander gelernt haben. Das zweite Ergebnis ist, dass es sehr viel Austausch gab, auch für Studierende. Es gab auch Exkursionen zu den anderen KollegInnen, wo es eine Vielzahl von menschlichen Kontakten gibt aber auch eine besondere Vielzahl von fachlichen Impulsen, Fortschritten, Innovation, und auch ganz konkret Projekte, die umgesetzt werden konnten.
Dr. Christoph Knoblauch: Wie du sagst, ich glaube, die Ergebnisse sind sehr international, also unterschiedliche Länder und Regionen haben unterschiedliche Wege, auf dieses Thema zu schauen, die sind sehr interdisziplinär. Das ist mir heute aufgefallen, denn ich höre etwas aus den Künsten, aus der Biologie, aus der Psychologie und komme aber selber aus der Theologie und den Erziehungswissenschaften. Es sind verschiedene Disziplinen, die da mitmachen und voneinander lernen und es ist sehr innovativ, denn alle Punkte unterscheiden sich ganz stark, sowohl in der Methode als auch im Inhalt. Es macht viel Spaß, sich etwas abzugucken.
Was machen Sie jetzt in Klausenburg?
Dr. Mirona Stănescu: In Klausenburg haben wir das zumindest offizielle letzte Treffen organisiert, auch wenn wir hoffen, dass das Projekt weitergeht. Erst einmal haben wir hier eine Zusammenfassung von dem, was wir bis jetzt gemacht haben und vielleicht einen Ausblick, auf was jetzt noch kommen könnte. In diesem Jahr sind viele neue Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden dabei. Für uns ist das nochmals etwas ganz Tolles, alle Leute hier begrüßen zu dürfen, einmal in Osteuropa. Viele kennen die Gegend gar nicht und es ist eine gute Gelegenheit, Region und Unterricht hierzulande vorzustellen.
Dr. Christoph Knoblauch: Wir haben heute zum Beispiel Theaterpädagogik anhand eines Theaterstücks kennengelernt, das von Mirona Stănescu geleitet wurde. kennengelernt und wir haben Teile von Klausenburg gesehen, die sonntags ganz stark von der Bevölkerung genutzt werden, weil sie entsprechend eingelegt oder nicht eingelegt wurden. Morgen besuchen wir ein Jugendzentrum und übermorgen sind wir in einem Jugendhub, der von der Stadt zur Verfügung gestellt wird, nicht nur für uns, für die Universität, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger, die etwas veranstalten möchten. Wir sind viel in Klausenburg unterwegs und haben als Standort die Universität.
Was sagen die Teilnehmer zum Projekt?
Dr. Christoph Knoblauch: Es sind Kollegen, die eine sehr lange Reise auf sich genommen haben und es liegt sicherlich an Klausenburg und vielleicht auch an unserem Projekt.
Dr. Mirona Stănescu: Das liegt sicherlich auch an dem Projekt selbst, das sehr spannend ist, sowie am Thema an sich. Es war aber auch sehr toll, dass das Bürgermeisteramt uns diese Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.
Wie soll es weitergehen?
Dr. Anselm Böhmer: Ganz sicher soll das Projekt inhaltlich weitergehen. Das war ein Anschub, den wir jetzt drei Jahre hatten, der sehr toll war und uns auch sehr geholfen hat, uns zu formieren und was Zusammenhängendes daraus zu machen und das soll selbstverständlich weitergehen. Ich habe gerade mit einem Kollegen verabredet, dass wir nächstes Semester wahrscheinlich gemeinsam digital lehren, das hatten wir bisher noch nicht und ich hoffe, dass sich sehr Vieles so weiter entwickelt.
Dr. Mirona Stănescu: Ich möchte mich noch an den beiden Kollegen und bei Laura Döller, die leider heute nicht da sein konnte, bedanken, dass sie die Idee für dieses Projekt hatten und uns zusammengebracht haben. Ein Dank geht auch an die Baden-Württemberg-Stiftung für die Finanzierung. Das war großartig.
Herzlichen Dank.
An dem Projekt beteiligt sind folgende Einrichtungen: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg (Deutschland), Universität von North Carolina in Charlotte (USA), York University (Kanada), Ambedkar-Universität Delhi (Indien), Babeș-Bolyai-Universität (Rumänien), Charles-Darwin-Universität (Australien), Oslo Metropolitan University (Norwegen) und Universität Kalkutta (Indien). Näheres zum Projekt ist unter https://gcte-project.com/ zu finden. Ebenda gibt es Infos zu den Projektpartnern, den Sommerschulen und Meinungen der Teilnehmenden, sowie einen Podcast und Publikationen über die Auswirkungen des Projekts.