100 Jahre ,,Flora Siebenbürgens“ von Dr. Karl Ungar
Ausgabe Nr. 2924

Karl Gustav Ungar wurde am 9. September 1869 in Hermannstadt geboren. Nach dem Besuch der Hermannstädter Volksschule und des evangelischen Gymnasiums studierte er Medizin in Wien und Graz und kehrte 1895 nach Hermannstadt zurück, wo er nach einem äußerst aktiven Leben am 23. November 1933 verstarb.
Vor 100 Jahren erschien in Hermannstadt die „Flora Siebenbürgens. Ein Exkursions- und Bestimmungsbuch für Pflanzenfreunde und zum Gebrauch in Schulen” von Dr. Karl Ungar. Dr. Karl Ungar (1869-1933), Arzt in Hermannstadt, war in Siebenbürgen einer der ersten, der sich publizistisch für Pflanzen- und Naturschutz einsetzte. Als aktives Mitglied im Siebenbürgischen Verein für Naturwissenschaften in Hermannstadt schreibt Ungar im Vorwort zur „Alpenflora der Südkarpaten“ (1913), seinem ersten Buch, „wer sich, wenn auch nur flüchtig, mit ihnen (den Blumen) beschäftigt hat, der wird sie als Pioniere des ewig schaffenden Lebens ehren, er wird nicht achtlos an ihnen vorbeigehen, sie zertreten oder in unnützer Grausamkeit ausreissen“.
Bei der Veröffentlichung der „Flora Siebenbürgens” hatte Karl Ungar schon eine über 20-jährige Erfahrung mit der einheimischen Pflanzenwelt, und sammelte viele neue Erkenntnisse. Es war Zeit für ein neues zusammenfassendes Werk, in dem Karl Ungar natürlich auch die Daten seiner Vorgänger, die sich mit der Pflanzenwelt Siebenbürgens beschäftigt haben, berücksichtigt und eingebaut hat, wie L. Simonkay (1866) und F. Pax (1898 und 1908).

Der von Hans Hermann gestaltete Buchdeckel der „Flora Siebenbürgens” zeigt einen stilisierten stengellosen Enzian.
Auch das Herbarium von Michael Fuss, das dem Siebenbürgischen Verein für Naturwissenschaften geschenkt wurde, war eine Quelle.

Dr. Karl Ungar: Flora Siebenbürgens. Ein Exkursions- und Bestimmungsbuch für Pflanzenfreunde und zum Gebrauch in Schulen, Hermannstadt 1925, Verlag Jos. Drotleff, Druck W. Krafft, 536 Seiten, dem Siebenbürgischen Verein für Naturwissenschaften in Hermannstadt zu seinem 75-jährigen Bestande gewidmet.
So entstand die „Flora Siebenbürgens“, ein Bestimmungsbuch für die 2.183 Pflanzenarten Siebenbürgens. In den 536 Seiten des Buches hatten leider keine behilflichen Zeichnungen Platz, die für die Pflanzenliebhaber behilflich gewesen wären, aber es fehlt nicht an Ratschlägen, wie: „Man sammele und suche zu bestimmen anfangs nur einige wenige Arten, da man sonst leicht oberflächlich oder durch die zu vielen Eindrücke verwirrt wird. Es darf nicht vergessen werden, dass die Arten veränderlich sind. Das starre System des Buches stimmt nie vollkommen mit der Natur überein. Darum gehört zum Bestimmen der Pflanzen viel Geduld, viel Fleiß, viel Erfahrung und ein gutes Auge.“
Dr. Klaus FABRITIUS

Bildtafel aus dem ersten Buch von Dr. Karl Ungar, „Alpenflora der Südkarpaten“ (1913, Verlag Jos. Drotleff, Druck W. Krafft)