Mit Maske und ohne Maske

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Ein Sonderkonzert in der UAP-Galerie in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2872

Die Mitglieder der dänischen Maskentheatergruppe Dunkelfolket hatten Spaß bei der Stadtführung und stellten sich zum Gruppenbild ohne Maske auf der Lügenbrücke auf.                                                
Fotos: Beatrice UNGAR

„Die Musik ist der Apfel, die Musiker sind die Würmer, die versuchen, so tief wie möglich in den Apfel einzudringen. So stellte der Bratschist Marius Ungureanu das Werk „Viermi de măr” (Apfelwürmer) des Komponisten Dan Dediu vor, das zu dem Progamm des Konzerts gehörte, das er gemeinsam mit dem Klarinettisten Ciprian Dancu am Freitag der Vorwoche in der Galerie der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Künstlerverbands (UAP) geboten hat.

 Die beiden Ausnahmemusiker hatten schon mit ihrem Auftritt Mitte Mai im Rahmen der Internationalen Woche der Neuen Musik (Săptămâna Internațională a Muzicii Noi) in Bukarest Aufsehen erregt und Begeisterung ausgelöst. In Hermannstadt brachten sie Werke von Vlad Ghinea („Song for the lost Ones/Lied für die Velorenen), Anatol Vieru, Andrei Petrache („Trandafirul libertății/Die Rose der Freiheit, gewidmet den Todesopfern der Rumänischen Revolution in Temeswar), Ariadna Ene-Iliescu („Fundul mării mă atrage și mă înspăimântă/Der Meeresboden zieht mich an und erschreckt mich). Den krönenden Abschluss bildete das Werk „Lytaniae”, das die bekannte rumänische Komponistin Violeta Dinescu zum Gedenken an die Musikethnologin Emilia Comisel komponiert und den beiden Musikern gewidmet hat. Dabei deklamierten die beiden im Wechsel Texte rumänischer Volkslieder und das Gedicht „Weltende” von Jakob von Hoddis. Während sie musizierten und rezitierten, bewegten sich dunkle Gestalten mit hölzernen Masken durch den Raum. Es handelte sich um 13 Mitglieder der Maskentheatergruppe Dunkelfolket (was so viel bedeutet wie „Dunkles Volk) aus dem dänischen Aalborg, die gemeinsam mit dem in Hermannstadt geborenen Bratschisten Marius Ungureanu in dessen Heimatstadt gekommen waren.

Nach dem Konzert in der UAP-Galerie am Großen Ring stellten sich die Mitglieder der Dunkelfolket-Gruppe mit den Musikern Marius Ungureanu und Ciprian Dancu zum Gruppenbild auf.

Grund der Reise war zum einen, weil sie neugierig waren auf Hermannstadt und das Internationale Theaterfestival und weil sie gerne im nächsten Jahr mit einem Stück dabei sein wollen.

 

„Wir langweilen uns hier nicht, kommentierte eine Heimbewohnerin den Auftritt dieser Maskenträgerinnen und -träger im Dr. Carl Wolff-Altenheim, wo die Gruppe untergebracht war. Man kann wohl sagen: Das „Dunkle Volk hat so mancher Heimbewohnerin und manchem Heimbewohner ein Leuchten in die Augen gezaubert.

Beatrice UNGAR

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Musik.