Ein Jahr im Zeichen der Anpassung

Rückblick des DFDH-Vorsitzenden Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter auf das Jahr 2021

Ausgabe Nr. 2752

Sehr gut besucht war am 24. September d. J. der Workshop ,,Von dem Pelz zur Haube – die siebenbürgisch-sächsische Tracht“ im Spiegelsaal des DFDH.   Foto: DFDH

Auch wenn das Jahr 2020 für viele von uns ein Jahr der Entbehrungen, der Isolation, der Einsamkeit und der Frustration war, könnte man über das Jahr 2021 behaupten, dass es das Jahr der Anpassung an eine neue Lebensart, an eine neue Realität und eine neue Situation war. Das Leben geht immer weiter, und wir müssen mitgehen, ob es uns gefällt oder nicht, wir müssen uns anpassen und das Beste aus der gegebenen Lage machen. So mussten wir auch die Tätigkeit des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) anpassen. Das Hermannstädter Forum hat auch in diesem Jahr interessante Buch- und Kulturprojekte, sowie Multimediaprojekte angeboten: von Buch-, Lese- oder Lehrprojekten, Kammermusikkonzerten bis zu verschiedenen Dokumentarfilmvorstellungen, wie zum Beispiel „Die Gründer. 30 Jahre DFDR“ oder „Neues Leben in alten Mauern“.

Obwohl unsere jährlichen Gemeinschaftsfeste, wie der Urzellauf, der Marien- und Katharinenball, das Maifest, die Begegnung auf dem Huetplatz und das Kronenfest nicht mehr stattfinden konnten, konzentrierten wir uns mehr auf andere attraktive Veranstaltungen und auf die Buchfinanzierungen. Die Finanzierung von Büchern ist ein komplexer Prozess, der mit einer detaillierten Planung beginnt. Zusammen mit der Buchkommission, und mit der „Honterus“-Druckerei werden Druckverfahren und Auflagenhöhe festgelegt. In diesem Jahr hat das Hermannstädter Forum über 10 Buchtitel finanziert. Außer der Eigenleistung wird das Forum finanziell vom Departement für Interethnische Beziehungen aus Bukarest unterstützt.

Stimmungsvolle Kammermusik-Konzerte wurden insbesondere am Sonntag für unsere Mitglieder und das Hermannstädter Publikum abgehalten. Die Kammermusik-Konzerte „Florescu-Fernandez & Friends” Sibiu bereicherten das kulturelle Leben der Hermannstädter Gemeinde. Im Laufe des Jahres erfreuten im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums rund fünf Konzerte die Besucherinnen und Besucher. Die Veranstalter, das Hermannstädter Forum und der Verband „Florescu-Fernandez & Friends”, legten Wert auf abwechslungsreiche Programme mit jungen Ensembles aus dem In- und Ausland. Die Konzerte dauerten rund eine Stunde und waren auch für Familien mit Kindern geeignet. Nach dem Konzert ergab sich im Forumshaus die Gelegenheit, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Eine Tagungsausfahrt der Forumsmitglieder nach Bad Kissingen (Deutschland) ist vom Hermannstädter Forum ebenfalls durchgeführt worden. Das war ein Seminar in Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ Bad Kissingen. Bei der letzten Tagung hat das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt die Deutschlehrer/innen und Deutsch unterrichtenden Lehrer/innen und Kindergärtner/innen zu dieser Tagung eingeladen.

Auch ist das von Gertrud Krech geleitete Projekt „Offener Raum für Workshops, Ausstellungen und Musik“ zu erwähnen. Ursprünglich für den Innenhof des Forumshauses gedacht, wurden die Aktivitäten wetterbedingt in den Spiegelsaal, unter Einhaltung der Pandemievorschriften, verlegt. Es handelte sich um eine Reihe von Workshops rund um sächsisches Brauchtum: Trachten, Stickerei und Malerei. Der Künstler Andrei Pandea stellte dafür besonders geformte Tontafeln zur Verfügung. Eine Auswahl davon ist im Foyer des Forums zu besichtigen.

Das „Holzstockfestival“ ist ein Forumsprojekt für junge Leute, das an Popularität und Ausmaß jährlich gewonnen hat. Kompetent durchgeführt von Ira Boian und Paul Dărășteanu, in Zusammenarbeit mit dem Verein CEPIT Hosman, war das Festival im August ein voller Erfolg. Inzwischen wurde unser Logo „I Love Sibiu“ als geschützte Marke eingetragen und man kann es derzeit auf dem Weihnachtsmarkt am Großen Ring auf T-Shirts, Tassen, Beuteln, Schürzen und anderen Gegenständen erkennen.

Nicht zuletzt müssen die im Jahr 2021 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) gestalteten Projekte Erwähnung finden. Es konnten in diesem Jahr vier „Hermannstädter Gespräche“ organisiert werden: Im März fand das erste Gespräch in Kooperation mit der „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“ zum Thema „Colectiv – Tödliche Verflechtung von Politik und Gesundheitssystem“ mit dem oscarnominierten Regisseuren Alexander Nanau statt. Im Mai wurde in Kooperation mit dem Konsulat zum Thema „30 Jahre Konsulat – Drei Jahrzehnte in einem wachsenden Europa“ diskutiert. Über „Wirtschaft in Siebenbürgen – eine Momentaufnahme in der Coronazeit“ diskutierte man im Mai. Alle Veranstaltungen wurden live übertragen; die Veranstaltung „Konsulat“ und „Wirtschaft“ wurden zudem simultan übersetzt. Am 15. November fand die vorerst letzte Veranstaltung der Hermannstädter Gespräche in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt, zum Thema „Begegnung gestalten – Neue Nutzungskonzepte der evangelischen Stadtpfarrkirche“ statt. Die IfA-Kulturmanagerin richtete auch den Forumsclub zweimal aus: Die Begehung der Hermannstädter Stadtpfarrkirche mit Stadtpfarrer Kilian Dörr fand aufgrund des hohen Interesses gleich zwei Mal statt. Ferner wurde der durch das DFDH finanzierte Dokumentarfilm „Neues Leben in alten Mauern“ von Florin Besoiu in der Hermannstädter Stadtpfarrkirche gezeigt.

Wir hoffen auf ein Neues Jahr 2022, in dem die Normalität wieder Einkehr findet, in dem wir unsere Tätigkeiten ohne Einschränkungen ausüben können und wünschen allen unseren Mitgliedern ein gesegnetes Weihnachtsfest und Wohlergehen, Glück und viel Gesundheit im Neuen Jahr.

Prof. Dr. Zeno-Karl PINTER

Anmerkung der Redaktion: Am 24. Dezember feiert Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter seinen 62. Geburtstag. Hiermit wünschen wir ihm frohe Weihnachten und alles Gute zum Geburtstag!

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft.