Ausgabe Nr. 2375
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Theaterabend mit Maia Morgenstern im Thaliasaal
Eine Lebensgeschichte, die leider viel zu oft geschehen ist, wurde am Freitag, dem 21. März, im Thaliasaal vorgestellt. Die Gräueltaten des Nationalsozialistischen Regimes und die Tragödien von Millionen von Juden, wurden im Theaterstück „Janka“ von Oscar Speace, unter der Regie von Toma Enache, thematisiert. Die bekannte Schauspielerin Maia Morgenstern schlüpfte in die Rolle von Janka Festinger, einer Jüdin aus Sighetu Marmației, die Auschwitz überlebt hat und deren Briefe einer der beiden Söhne, Oscar Speace, zu einem Theaterstück überarbeitete.
Janka Festinger wurde in Sighet am 16. November 1916 geboren und starb 1994 im Alter von 78 Jahren in New Jersey. Sie hatte eine behütete Kindheit und eine schöne Jugend, doch ihr Leben, wie sie es kannte, fiel im März 1944 auseinander, als die deutsche Armee Sighet besetzte. Was folgte, war die herzzerreißende Geschichte einer jungen Frau, die von ihrer Familie getrennt in die albtraumhafte Welt des Konzentrationslagers Auschwitz entführt wird. Sie muss zusehen, wie Kinder und ihre eigene Schwester sterben, muss Hunger und Durst leiden, später in einem Arbeitslager bis zur Erschöpfung schuften. Dann kommt die Befreiung der Amerikaner mit Brot und Schokolade, die beiden Symbole die für Janka Freiheit bedeuteten.
Maia Morgenstern spricht das Publikum direkt an und entführt den Zuschauer in Jankas Welt. Der Zuschauer fühlt die Pein, als Janka ihrer sterbenden Schwester ihren letzten Wunsch nicht erfüllen kann: einen Löffel mit Milch. Als sie endlich befreit wird, freut man sich mit ihr und als sie die Liebesbriefe ihres Mannes vorliest, fühlt man ihre Zuneigung zueinander. Das Spiel ihrer beiden Söhne mit den Glühwürmchen, entreißt einem ein Lächeln und als Janka ihren Mann verliert, trauert der Zuschauer mit ihr.
Die Familienfotos, die im Hintergrund auf einer Leinwand zu sehen sind, bilden ein virtuelles Fotoalbum und lassen die Personen in den Bildern zum Leben erwecken. Die Klezmer-Musik widerspiegelt die Gefühlsregungen der Hauptperson.
Man verließ den Theatersaal zwar in einem traurigen Gemütszustand, Janka machte einen aber auch nachdenklich. Und genau das ist eine der wichtigsten Aufgaben des Theaters, es soll zum Nachdenken anregen.
Das Stück wurde im Rahmen einer Benefizveranstaltung des Rotary Clubs Hermannstadt für Schüler mit guten Ergebnissen bei Schülerwettbewerben aufgeführt.
Cynthia PINTER
Die bekannte Schauspielerin und Intendantin des Jüdischen Theaters Bukarest, Maia Morgenstern, (unser Bild) führte vor vollem Thaliasaal am Freitag der Vorwoche das Stück „Janka" von Oscar Speace auf. Die Benefizveranstaltung organisierte der Rotary Club Hermannstadt.
Foto: Fred NUSS