Entropie, Apfel und Krieg

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7. Internationales Festival für zeitgenössische Kunst

Ausgabe Nr. 2975

Die Hermannstädter Künstlerin Geanina Ionescu und eine ihrer teils beruhigenden, teils aufwühlenden Collagen.                   Fotos: Beatrice UNGAR

Ist die Vertreibung aus dem Paradies irreversibel, die Schöpfung wie sie jetzt ist auch? Was haben Apfel und Krieg gemeinsam? Der Titel der 7. Auflage des Internationalen Festivals für zeitgenössische Kunst SCAF, „Grădina Entropiei. War/Măr” gibt Rätsel auf und lädt zugleich ein, die fünf Veranstaltungsorte aufzusuchen: Ursulinenkloster, Brukenthalpalais, Museum für zeitgenössische Kunst, Apothekenmuseum und Kleiner Ring. Allerdings nur von Mittwoch bis einschließlich Sonntag.

Der Begriff „Entropie” wurde 1865 durch den deutschen Physiker Rudolf Clausius (1822-1888) in die Physik eingeführt. Sie ist eine Größe, mit deren Hilfe man die Irreversibilität eines Vorganges kennzeichnen kann. Soviel zu einem der Begriffe, die das Thema des Festivals bestimmen. Apfel und Krieg kommen dazu. Und was den Apfel betrifft, stellt Ioan Muntean, einer der Mitglieder der Hauptorganisatoren vom Verein „Brukenthal von Studio” zwei Malereien aus, die Adam und Eva darstellen. Muntean legt versöhnlich jeder Figur einen Apfel in die Hand und verhüllt sie vom Kopf aufwärts in Blattwerk. Sein Kollege Ilie Mitrea stellt die Einzigartigkeit der Schöpfung in Frage mit seinem Werk in dem er sich einen möglicherweise ersten Pantocrator narzisstisch im Spiegel betrachten lässt. Er titelt sein Werk „Ich könnte der erste kubistische Pantocrator sein”…

Ilie Mitrea: Ich könnte der erste kubistische Pantocrator sein.

Alle Ebenen des Ursulinenklosters bieten Einblicke in die Kunst der Gegenwart, Kuratorin ist Alexandra Runcan, die bei der Eröffnung auch zu den anderen Ausstellungsorten eingeladen hat.

Blick in den Ausstellungsraum im Dachboden des Ursulinenklosters.

Eine Sonderveranstaltung ist heute, Freitag, den 11. September, 17 Uhr, angesagt: Im Ursuline Art Hub, wie die Veranstalter das Ursulinenkloster nennen, spricht Emil Hurezeanu mit Robert Hanea von Therme Group, über die Rolle der Kultur in der Gesellschaft und Bedeutung von Investitionen in Kunst, Bildung und Patrimonium. Um 18.30 Uhr konzertieren vier Streicher von der Hermannstädter Staatsphilharmonie.

B. U.

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kunst.