Die 19. Auflage hat „Im Kontext“ stattgefunden
Ausgabe Nr. 2969

Headliner am Samstag waren die Dänen von Myrkur und sie brachten skandinavische Folklore.
Bei der 19. Auflage des Festivals Artmania, das am 24. und 25. Juli am Großen Ring stattgefunden hat, ist die typische Atmosphäre ausgeblieben. Grund dafür ist eine neue Brandschutzverordnung, die nicht nur das Hermannstädter Rockfestival beeinträchtigt hat. „Im Kontext“ tauften die Organisatoren diese kleine Auflage und ließen den Eintritt frei.
Begonnen haben die Probleme als die Brandschutzverordnung P118/1-2025 am 1. Mai 2025 in Kraft getreten ist. Die neuen Vorschriften schreiben für Veranstaltungen im Freien Sicherheitsabstände von 12 bis 15 Metern zu Gebäuden vor. Bei einer Kapazität von mehr als 400 Personen erhöhen sich die Abstände auf 24 bis 30 Meter. In der historischen Gestaltung des Großen Rings in Hermannstadt verringert die Anwendung dieser Bestimmungen die nutzbare Fläche von 7.120 Quadratmeter auf etwa 1.300 Quadratmeter – unzureichend für ein internationales Festival wie Artmania. 2025 klappte es mit der 18. Auflage, weil die Eintrittskarten vor Inkrafttreten der Verordnung in den Verkauf gegangen waren und die Genehmigungen auf der Grundlage des früheren Rechtsrahmens erteilt wurden. Für das Jahr 2026 war die Verordnung zum Zeitpunkt des Verkaufsbeginns bereits in Kraft, so dass die Organisatoren vom „Kulturverein Artmania“ den Ticketverkauf ausstellten und zusammen mit dem Rumänischen Verband der Konzert- und Kulturveranstalter versuchten, mit den zuständigen Behörden die Vorschriften zu überarbeiten. Dazu kamen keine Antworten, so dass die Organisatoren das Festival neu überdenken mussten, denn eins war klar: Auf den Großen Ring – ein Markenzeichen von Artmania – wollten sie nicht verzichten.

HVNDS mit Leadsinger Radu Iustin Câmpeanu sind bei Rockfestivals in Rumänien zu sehen. Fotos: Cynthia PINTER
Dank einer Mitfinanzierung durch die Kulturagenda des Hermannstädter Bürgermeisteramtes konnte diese Auflage organisiert werden, mit freiem Eintritt – so dass die Absperrungen nicht mehr nötig waren und dadurch die Brandschutzverordnung nicht gültig war – und auch kleiner.
Vier Bands – Myrkur, Alternosfera, HVNDS and Pridian – wurden angemeldet, leider nicht genug, dass die „regulären“ Artmania-Besucher ihren Weg nach Hermannstadt fanden. So blieb auch die dunkle und rockige Atmosphäre aus. Dafür fanden Hermannstädter den Weg zum Großen Ring, die sonst für das Festival nicht zu begeistern sind oder sich die Karten nicht leisten können. Am ersten Abend ließen sich nicht nur die Jugendlichen vom Platzregen nicht vertreiben, auch eine ältere Dame mit einer pinken Baskenmütze blieb lächelnd bis zum Konzertende.
Eröffnet wurde der erste Abend von HVNDS, einer rumänischen Metal-Band, bei der der Solist Radu Iustin Câmpeanu nicht nur für seine kräftige Stimme, sondern auch für seine Teilnahme bei verschiedenen TV-Shows bekannt ist. Die Dänen von Myrkur – isländisch für „Dunkelheit“ – brachten Black Metal, gemischt mit skandinavischer Folklore und gleich die passende Atmospähre dazu.
Aus der estnischen Underground-Szene kamen am Samstag die vier Musiker von Pridian, die das Publikum für Alternosfera aufheizten. Die Headliner des Abends sind ursprünglich aus Chișinău, doch die Mitglieder wohnen seit 2022 in Hermannstadt und haben hier eine große Fan-Gemeinde.
Dream Theater, Die Toten Hosen, Korn und Extreme sind nur einige Bands, die das Artmania-Festival weltbekannt gemacht haben. Bis sich das Hermannstädter Rockfestival neu erfindet, können sich die Fans bei Rockstadt Extreme Fest in Weidenbach/Ghimbav vom 27. bis 31. Juli auslassen.
Ruxandra STĂNESCU