Junge Energie am Klavier

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Vier- und sechshändiges Klavierkonzert im Spiegelsaal des DFDH

Ausgabe Nr. 2940

Die Studierenden Bianca Maria Georgescu, Victor-Pavel Gozob und Codrin Cheptine ernteten tosenden Applaus (v. l. n. r.).     Foto: Eduard RESCHKE

Klavierklänge erfüllten am Abend des 5. Dezember den Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH). Das Konzert war Teil des Projekts „Șase“ (rumänisch für „sechs“), das vom Verein „Alege Arta“ initiiert wurde und mit einem breiten Repertoire, klassische Musik jungen Menschen näherbringen möchte.

Drei Studierende der Musikakademie „Gheorghe Dima“ in Cluj-Napoca, Codrin Cheptine, Bianca Maria Georgescu und Victor-Pavel Gozob, präsentierten Klavierstücke für vier und sechs Hände, die dem Publikum ein faszinierendes Hörerlebnis boten.

Bereits der Auftakt, Edvard Griegs „Norwegischer Tanz“, zeigte, wie präzise zwei Pianisten an einem Klavier agieren können. Die jungen Musiker formten daraus eine Interpretation, die den Raum sofort erfüllte. Es folgten weitere Darbietungen, etwa Sergei Rachmaninows „Vocalise“, das im vierhändigen Satz eine einzigartige Note erhielt oder Pjotr Tschaikowskis „Tanz der Zuckerfee“, dessen Melodie im Zusammenspiel besonders hervortrat.

Zum Programm gehörten auch Werke, die dem Abend eine spielerische Note verliehen. Scott Joplins „The Entertainer“ begeisterte mit rhythmischer Präzision, während Johannes Brahms’ Ungarischer Tanz Nr. 5 mit seinem abrupten Wechselspiel das Publikum mitriss. Gabriel Faurés „Dolly Suite – Berceuse“ und „Franz Schuberts Militärmarsch Nr. 1“ rundeten den Abend ab.

Zum Abschluss boten die Stücke für sechs Hände ein einmaliges Erlebnis. Bei Rachmaninows Walzer und Romanze verschmolzen drei Klanglinien zu einer. Die drei Pianisten agierten sehr aufmerksam und flexibel als Ensemble. Dieser gemeinschaftliche Aspekt war es, der das Konzert prägte.

Mit tosendem Applaus für diese besondere Konstellation endete die musikalische Aufführung. Durch die Kombination aus hohem technischem Niveau, jugendlicher Begeisterung und einer durchdachten Programmdramaturgie gelang es den Künstlern, das Publikum auf eine Reise zu nehmen und zugleich zu zeigen, wie lebendig und zugänglich klassische Musik sein kann.

Eduard RESCHKE

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Musik.