Neue Bildungseinrichtung in Mühlbach als privat-öffentliches Projekt eröffnet
Ausgabe Nr. 2927

Die sächsische Tanzgruppe der Jugendlichen aus Mühlbach begeisterte mit einer Sternpolka die Anwesenden. Foto: Werner FINK
Zur Eröffnung des neuen deutschen Kindergartens „Blauer Stern“ hatten am Montag, dem 1. September, Star Transmission & Star Assembly, das Mühlbacher Bürgermeisteramt und die Deutsche Schule nach Mühlbach eingeladen, im Beisein von Vertretern der lokalen, regionalen und landesweiten Behörden.
Es handelt sich um eine ultramoderne Bildungseinrichtung, die nach den höchsten Nachhaltigkeitsstandards entworfen und realisiert wurde, wobei das Mühlbacher Bürgermeisteramt das Grundstück zur Verfügung stellte und sich um die nötige Infrastruktur kümmerte, die Mercedes-Tochtergesellschaft Star Assembly die Finanzierung der Investition ermöglichte und der Elternverein der Deutschen Schule sich um die Ausführung des Projektes kümmerte. So wurde das Band im Rahmen der Eröffnung von Gheorghe Achim, General Manager von Star Assembly, vom Mühlbacher Bürgermeister Dorin Nistor und Phineas Müller, Vorsitzender des Elternvereins der Deutschen Schule in Mühlbach durchgeschnitten.
Die neue Bildungseinrichtung (1420 Quadratmeter bebaute Fläche) bietet Platz für drei Kinderkrippen- und drei Kindergartengruppen, wobei die Betreuung von 97 Kindern ermöglicht wird. Die Kinderkrippe wurde auch mit einer eigenen Küche versehen, wo Babynahrung zubereitet werden kann. Weiterhin gibt es um das Gebäude herum drei Spielbereiche und einen Gemüsegarten. In der Mitte des Gebäudes gibt es einen großen Raum für gemeinsame Aktivitäten. Insgesamt 18 Mitarbeiter (12 Lehrkräfte und 6 Hilfen) werden hier beschäftigt. Außerdem wird sich im Sanitätsraum eine Krankenschwester bei Bedarf um die Kinder kümmern. Roswitha Bebeșelea konnte übrigens überzeugt werden die Leitung des Kindergartens zu übernehmen, die bislang einen privaten Kindergarten betrieben hatte.

Phineas Müller, Vorsitzender des Elternvereins der Deutschen Schule Mühlbach (2. v. r.), der die gesamten Bauarbeiten an dem Kindergarten koordiniert hat, führte die Ehrengäste durch das Gebäude, hier im Lehrerzimmer.
Foto: Werner FINK
Im Rahmen der Eröffnung verlas Vizekonsul Sven Kunert in Vertretung das Grußwort der designierten Konsulin, Wiebke Oeser: „Hier ist durch Gemeinschaft etwas Großartiges gewachsen: Die Stadt, der Elternverein, die Deutsche Schule zusammen mit Mercedes Benz-Star Transmission & Star Assembly haben gemeinsam diesen neuen und wichtigen Ort in Mühlbach geschaffen.” Die Direktorin der Deutschen Schule, Verona Maria Onofrei, begrüßte die Anwesenden auch ihrerseits und machte auf Phineas Müller aufmerksam, den Vorsitzenden des Elternvereins der Deutschen Schule, den Kopf des ganzen Projektes. „Es war ein langwieriges Projekt mit vielen Schwierigkeiten”, sagte Müller. „Aber heute freuen wir uns, ein wunderbares Gebäude zu haben.”
Paul-Jürgen Porr, Vorsitzender des DFDR, freute sich an der Eröffnung dieses „Symbol-Kindergartens” teilnehmen zu können, vor allem da Bildung und Erziehung in Rumänien im Rückgang seien, im Hinblick auf die PISA-Ergebnisse, die zu den Schwächsten zählen, auf das Maximum an funktionalen Analphabeten im Rahmen der Europäischen Union, im Hinblick auf die Tatsache, dass das Projekt „România Educată” (gebildetes Rumänien) gescheitert ist und die Regierung im Rahmen der Sparmaßnahmen auch im Bereich Bildung gekürzt hat. „In diesen schwierigen Zeiten ist es wirklich ein Beispiel dafür, wie eine Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor auf außergewöhnliche Weise funktionieren kann”, sagte Porr. „Aus diesem Grund sagte ich tief überzeugt, dass es ein symbolischer Kindergarten ist.“
„Die öffentlich-private Partnerschaft funktioniert”, schlussfolgerte auch Präfekt Nicolae Albu. „Aber es braucht Menschen, die sich die Hand reichen.” Wenn man in die Kinder investiere, habe man mit Sicherheit eine Zukunft. Dabei waren u. a. auch Ion Dumitrel, Vorsitzender des Kreisrats Alba, Alexandra Tudor, Vertreterin des Ministeriums für Bildung und Forschung oder Cornel Sandu, Generalschulinspektor der Schulbehörde des Landkreises Alba.
Zum Abschluss zeigte die von Anamaria Dahinten geleitete Mühlbacher Tanzgruppe einige flotte siebenbürgisch-sächsische Volkstänze.
Werner FINK