,,… dass wir noch Einige sind…“

Zu Gast beim Gemeindefest in Törnen/Păuca

Ausgabe Nr. 2639

Die Pfarrer Björn Teichert (links) und Dietrich Galter gestalteten gemeinsam den Gottesdienst.                                                  
Foto: Jan-Christian BREWER

Jedes Jahr sind es mehrere Gemeindefeste, die vom Gemeindeverband Neppendorf organisiert werden: Üblicherweise geht es im Juni nach Reußdörfchen, im Juli nach Großau, im September dann nach Törnen und Anfang September oder Ende Oktober nach Neppendorf. Törnen ist erst seit zwei Jahren Gastgeber für die Festivität.

 

Der Gemeindeverband Neppendorf organisierte am Sonntag, den ersten September, eine der jährlich stattfindenden Fahrten in eine seiner Gemeinden. Seine Mitglieder, welche Landler und Sachsen sind, waren jedoch auch in diesem Jahr nicht allein, sondern wurden von einer Delegation einer Partnergemeinde in Deutschland beehrt: Die Evangelische Pfarrgemeinde Barby war durch fast 20 Besucher vertreten, inklusive Pfarrer Björn Teichert.

Auch dieses Mal wurde ein Reisebus organisiert, der vor der Evangelischen Akademie Neppendorf um 9 Uhr abfuhr und etwa in Großau weitere Personen zusteigen ließ. Inklusive derer, die auf anderen Wegen anreisten, kamen so knapp 120 Personen zusammen. Natürlich wurde vor dem Gemeindefest ein Gottesdienst in der alten evangelischen Kirche abgehalten, die schon seit dem 14. Jahrhundert, damals als romanische Basilika, in ihren Ursprüngen besteht. Traditionell sitzen in diesem Gotteshaus Frauen und Männer noch getrennt voneinander. Was nicht mehr besteht, ist allerdings der Glockenturm, der vor über hundert Jahren einstürzte und seitdem nicht mehr wiederhergestellt wurde. Darum nennen die Gemeindemitglieder ihn auch scherzhaft den „Turm ohne Schatten“.

Pfarrer Dietrich Galter begleitete das gemeinsame Singen (hier wird gerade das „Siebenbürgenlied“ angestimmt) zur Gitarre.
Foto: Jan-Christian BREWER

Der Gottesdienst selbst begann gegen 11 Uhr mit dem Gebet „Komm, König aller Welt“ und weiteren Versen wie auch Liedern. Der Neppendorfer Pfarrer Dietrich Galter kam in seiner Predigt auf das Lukasevangelium und das Gleichnis von dem Zöllner und dem Pharisäer zu sprechen (Lk ,18, 9-14). Er erklärte, auch Luther habe sich mit diesem Gleichnis auseinandergesetzt auf der Suche nach dem rechten Weg des Glaubens.

Weiterhin wurden die Besucher aus der Gemeinde im deutschen Barby herzlich willkommen geheißen. Pfarrer Teichert bezeichnete die Kirche in Törnen als „heimelig“ und überreichte in einer freundschaftlichen Geste einen Rosenbaum, den er eigens aus dem norddeutschen Schleswig-Holstein abgeholt und bis nach Siebenbürgen gebracht hatte. Das Bäumchen wurde später wieder nach Neppendorf gebracht, um es dort einzupflanzen.

Im Anschluss ging es wieder den Hügel hinunter in den Gemeindesaal, wo auf die Teilnehmer des Gemeindefestes nicht nur ein köstliches Mahl wartete. Nach einem kurzen Tischgebet gab es eine Fleischbällchensuppe und Gulasch mit Kartoffeln und Krautsalat; Gerichte, welche von dem Neppendorfer Landler-Restaurant „La Sepp“ geliefert wurden. Und auch nach dem Essen ging es fröhlich zu. Neben vielen Liedern, die gesungen wurden, wie etwa das „Siebenbürgenlied“ und „Es schauen fremde Menschen aus dem Fenster“, fand ein reger Austausch zwischen den Besuchern der Gemeinde in Barby und den Siebenbürgern statt, bei dem über alle erdenklichen Themen gesprochen wurde. Die Gemeindesekretärin und Landlerin Renate Köber zeigte sich sehr zufrieden über die stark frequentierte Gemeindefeier: „Als so Viele auswanderten, sind die Gemeinden sehr geschrumpft; und nun freuen wir uns, dass wir diese übergemeindlichen Treffen haben; dass man auch in die Nachbargemeinden fährt und sieht, dass wir noch Einige sind. Früher stand jede Gemeinde für sich, doch jetzt freuen sich die Leute schon seit Jahren über die Treffen.“

Diese Einschätzung schien, gemessen an dem offensichtlichen Vergnügen, von den anderen Beteiligten geteilt worden zu sein. Nach dem schönen Tag in Törnen, der den Teilhabenden viel Freunde bereitet hatte, machte man sich dann so gegen 17 Uhr wieder auf den Weg zurück.

Jan-Christian BREWER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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