Ein Beitrag zur Vielfalt

Wiedereinweihung der Synagoge in Deva

Ausgabe Nr. 2619

In neuem Glanz erstrahlt außen und innen die um 1897 nach Plänen des Architekten Ignaz Mahler gebaute Synagoge in Deva, die fast 60 Jahre lang eine Ruine war. 
Foto: Beatrice UNGAR

Ein Fest der Freude feierte am Sonntag die jüdische Gemeinde in Deva mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland. Die Wiedereinweihung der sanierten Synagoge war der Anlass, zu dem der Vorsitzende der Föderation der Jüdischen Gemeinschaften in Rumänien (FCER), Aurel Vainer, und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Deva, Liviu Lăcătușu, eingeladen hatten.

Alles begann mit dem Hereinbringen der Thora-Rollen, allen voran schritt mit einer der drei Aurel Vainer. Vainer begrüßte alle im Namen der FCER und gab seiner Freude Ausdruck, dass nun die 21. restaurierte Synagoge (von 86 in Rumänien noch vorhandenen, vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Großrumänien 2.000) wiedereingeweiht werden kann. Dies sei der finanziellen Unterstützung durch das Kulturministerium, insbesondere Staatssekretär Victor Opaschi, zu verdanken, denn die Restaurierung erfolgte fast ausschließlich aus staatlichen Mitteln. Heute lebten in Rumänien nur noch 7.000 Juden, die sich jedoch darum bemühten möglichst präsent und effizient“ zu sein, betonte Vainer. Auf lokaler Ebene sei es ein Glücksfall gewesen, dass mit Liviu Lăcătușuein Bauingenieur zum Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Deva gewählt worden sei, der die Restaurierung fachmännisch vorangetrieben habe, so dass heute die Synagoge als Kultstätte, Versammlungsort und Ort der Lehrer zur Verfügung stehe.

Ovidiu Bănescu, stellvertretender FCER-Vorsitzender, Liviu Lăcătușu, Gemeindevorsitzender Deva und Israel Shabag vom JDC (American Jewish Joint Distribution Comitee- kurz: JOINT) beim Durchschneiden der symbolischen Schleife (v. l. n. r.).                                   
Foto: Beatrice UNGAR

Der FCER-Abgeordnete im Rumänischen Parlament, Silviu Vexler, erinnerte sich an seinen ersten Besuch in Deva: Dieses Gebäude weinte, als ich vor zehn Jahren in Deva zu Besuch war, seine Seele war aber wahrnehmbar und ist nun wieder lebendig. Haltet sie weiterhin lebendig. Jede renoverte Synagoge ist eine Form der Anerkennung und Wertschätzung der jüdischen Präsenz in Rumänien und stiftet Vertrauen in die gegenwart und die Zukunft unserer Gemeinschaft“.

Konsul Hans E. Tischler richtete seinerseits ein Grußwort an die Anwesenden.
Foto: Beatrice UNGAR

Ein Grußwort an die Festgemeinde richtete auch der aus Hermannstadt auf Einladung von Aurel Vainer angereiste Deutsche Konsul Hans Erich Tischler. Er stellte u. a. fest, dass die ersten jüdischen Bürger 1851 in Deva urkundlich erwähnt worden seien und die jüdische Gemeinde hier 1939 rund 900 Mitglieder gezählt habe. Dies zeuge von einem damals sehr aktiven religiösen und Gemeinschaftsleben, das durch die Wirren des Weltkriegs auseinandergerissen wurde. Tischler sagte u. a.: Mit der Restaurierung der Synagoge kann in Deva wieder jüdisches Leben blühen, die Kultur in Deva bereichern und zu der Vielfalt und der gegenseitigen Völkerverständigung beitragen“.

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

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