„Bitte die Csárdásfürstin!“

Operettenabend mit Budapester Solisten im Thaliasaal

Ausgabe Nr. 2619

Újhelyi Andrea, Oszvald Marika und Peller Károly (v. l. n. r.)
Foto: Werner FINK

Einen Operettenabend mit Solisten des Operettentheaters aus Budapest konnte das Hermannstädter Publikum am vergangenen Freitagabend in Hermannstadt erleben. Die drei Künstler befanden sich auf Siebenbürgen-Tournee und traten zum ersten Mal in Hermannstadt auf. 

Oszvald Marika ist bereits seit 1972 am Budapester Operettentheater tätig.  Der  eine oder andere Operettenliebhaber wird sie möglicherweise aber schon im Fernsehen gesehen oder gar auf einer Bühne der Welt  erlebt haben.

Peller Károly sang „als Aufwärmung“ Operettenschlager über Budapest aus der  Operette „A régi nyár“ (Der Sommer von einst) von Lajtai Lajos und Békeffi István sowie das Lied „Látta-e már Budapestet éjjel?“ (Hast du schon Budapest nachts gesehen?) von Zerkovitz Béla. Es folgte Újhelyi Andrea, die das „Vilja”-Lied aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Léhár zum Besten gab. Peller bot einen weiteren Operettenschlager von Zerkovitz Béla und dann folgte Oszvald Marika mit einem lustigen Lied namens „Csillogó“ (Glänzend), wo das Publikum große Augen machen musste, als die 1952 Geborene  am Ende ein Rad schlug. „Dieses Lied habe ich von meinem Mutterchen gelernt“, sagte die aus einer Künstlerfamilie Stammende.  „Meine Mutter war nämlich auch Soubrette“. In dieser Rolle, in der sich eine Sängerin durch eine leichte, bewegliche, verspielt-zarten Stimme aber auch durch schauspielerisches Talent im komödiantischen Fach auszeichnen muss, schien Oszwald in ihrem Element zu sein.  Im Laufe des Abends wurde nämlich auch ein Querschnitt der Operette „Mágnás Miska“ aus der Sicht der „Marcsa“ vorgeführt, in deren Rolle Oszvald schlüpfte.  Im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts von Oszwald und Peller, sangen sie das „Rég volt“, die ungarische Variante einer Musiknummer der „Das Hollandweibchen“-Operette von Emerich Kálmán, das dann in einer Reihe von akrobatischen Tanzfiguren endete. Der Atem stockte, man glaubte den eigenen Augen nicht. Wer hätte sowas der nicht mehr blutjungen Dame zugetraut? Was war schon das eine Rad von vorhin gewesen…

„Eine schwere Rätselfrage: welche ist die bekannteste Operette auf der Welt?, fragte Peller Károly. „A Csárdáskirálynő, die Csárdásfürstin“, kam die Antwort aus dem Publikum. Nun, man kann sich wohl kaum einen Operettenabend ohne Arien aus diesem Werk von Emmerich Kálmán vorstellen. Es solle keine Minute vergehen, ohne dass irgendwo auf dieser Welt ein Teil dieses Werkes erklinge. An die Reihe kamen auch Arien u. a. aus Gräfin Mariza oder aus Franz Lehárs „Cigányszerelem” (Zigeunerliebe).

Abgeschlossen wurde der Abend mit dem Finale „Húzzad csak kivilágos virradatig“  das in der deutschen Variante der Musiknummer „Nimm, Zigeuner, deine Geige – Jaj Mamám, Bruderherz, ich kauf mir die Welt“ entspricht, wobei die drei Künstler hier gemeinsam auftraten. Wer schlecht gelaunt war, musste ganz bestimmt nach den Rhythmen  und Darbietungen eines Operettenabends schmunzelnd heimgehen.

Werner FINK

 

 

 

 

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