„Es ist ein guter Weg“

5. Rabenfest in der „Casa Sonja“-Musikschule in Holzmengen gefeiert
Ausgabe Nr. 2490
 
 

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Zum 5. Mal wurde das Fest Der Rabentanz“ im Rahmen des Vereins Elijah gefeiert. Der Rabentanz ist das Fest, bei dem die Kinder aus Holzmengen, Neudorf und Ziegenthal zeigen, was sie im Laufe des Jahres gelernt haben. Dabei waren am vergangenen Samstag in der Musikschule Casa Sonja“ die Eltern der Jugendlichen, aber auch Gäste aus allen Ecken Europas, natürlich auch Silvia und Norbert Zimmermann, denen die Musikschule in Holzmengen in erster Reihe zu verdanken ist, die Kreisratsvorsitzende Daniela Cîmpean, Bürgermeister Ionel Vișa, sowie die Haubttreibkräfte des Projektes, Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill.

 

„Es ist sehr schön, jedes Jahr herzukommen und zu sehen, wie die Gemeinde wächst, musikalisch und persönlich. Das ist das größte Dankeschön, das wir bekommen können, für die Casa Sonja, die hier steht. Ich freue mich, dass hier Gemeinschaft entsteht, und zwar immer dichter, während wir in anderen Teilen Europas und der Welt erleben, dass Gemeinschaften auseinanderfallen“, sagte Norbert Zimmermann. Er beglückwünschte Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill und ermutigte sie, weiterzumachen. „Es ist ein guter Weg“, betonte Zimmermann.

Die Kreisratsvorsitzende Daniela Cîmpean lud die Jugendlichen ein, sie im nächsten Jahr im Rahmen der Woche „Schule anders“ in ihrem Amtssitz in Hermannstadt zu besuchen.

Wie jedes Jahr, ging es auch dieses Mal lustig zu. Sowohl der Radetzky Marsch als auch das „Muro Shavo“, sowohl Wiener Walzer als auch Romatänze gehörten zum reichen Programm. Sowohl das Orchester Elijah oder die Veselijah-Musiker als auch die Sibiblue-Band hatten viele schöne Uberraschungen für die Anwesenden vorbereitet. Mitgespielt hat nun zum ersten Mal auch Ruth Zenkert. Zum 70. Geburtstag wurde Pater Georg Sporschill beglückwünscht. Moderiert wurde das Fest von Robert Stoica, der natürlich auch sein Talent im Singen zum Besten gab.

Das Projekt Elijah erfreut sich großen Erfolges. Die Nachfrage übersteige die Kapazität, verriet Antoaneta Ghișoiu, Mitarbeiterin von Elijah. Gefeiert wurde übrigens drei Tage lang, einen Tag vorher fand ein ähnliches Fest in Ziegenthal und einen Tag später dann auch in Neudorf statt.

Dabei war auch Moritz Kühlmann, ein Scholastiker, ein junger Jesuit im Studium und auf dem Weg, Priester zu werden. Kühlmann verbrachte gute zwei Monate bei Elijah um Erfahrung zu sammeln. Sein Ziel ist, im Kosovo eine Brücke zur Romabevölkerung zustadezubringen. „Wir fangen ganz klein an, mit dem, dass wir einzelne miteinander in Beziehung bringen, mit einer kleinen Gruppe von Schülern und einer kleinen Gruppe von Roma. Das wird der erste entscheidende Schritt sein, und alles Weitere wird sich aus diesem Kern der Freundschaft heraus entwickeln“ sagte Kühlmann. „Konkrete Ideen haben wir schon, das ist zum Beispiel eine Musikschule. Das ist das, was ich auch hier bei Elijah lerne, Musik ist eine unglaublich starke Brücke ins Herz der Roma.“ Das Grundkonzept sei, die Schüler im Kosovo mit den Roma in Verbindung zu bringen.   In Prizren im Kosovo gibt es seit 2005 das Loyola-Gymnasium, ein Projekt das mit Unterstützung von Renovabis, dem Hilfswerk der römisch-katholischen Kirche in Deutschland zur Stärkung von Kirchen und Gesellschaften in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zustande gekommen ist. Mit der Durchführung wurde die Deutsche Provinz der Jesuiten beauftragt. Wir sind vier Jesuiten an der Schule, 900 Schüler wollen wir einspannen, dazu 2 Volontäre aus Deutschland. Volontäre können unglaublich viel mithelfen. Wenn es Volontäre gibt, werden wir sie mit offenen Armen empfangen“, sagte Kühlmann. Im Kosovo hatte er bereits eine Orientierungsphase durchlaufen, wo er Albanisch gelernt hat, Schüler und Lehrer kennengelernt hat. „Obwohl es die Schule seit 11 Jahren gibt, hatten wir das Gefühl, das da was fehlt, und zwar ein Blick für die Not, die die Schule umgibt und unsere Sehnsucht ist es, mit dieser Not in Beziehung zu treten. Die Not betrifft vor allem die Roma, die in Prizren isoliert, verarmt, verwahrlost am Stadtrand leben. Unsere große Sehnsucht mit Blick auf die Schüler ist es, dass wir einen Raum schaffen, in dem Begegnung stattfindet zwischen den Roma und den Kosovaren.“                               Werner FINK

 

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Casa Sonja“.

Foto: der Verfasser

 

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft.