Nachlese zur ersten Rumänienreise des Staats- und Domchors Berlin
Ausgabe Nr. 2983

Alle 52 Beteiligten stellten sich nach dem letzten Konzert der Tournee in der Birthälmer Kirche zum Gruppenbild vor dem Altar auf. Foto: Johannes JOST
„Das Erlebnis, in vielen ‚festen Burgen‘ das Lied ‚Ein feste Burg‘ wirklich zu singen!“ Das sei für ihn erhebend gewesen, heißt es im „Kurzbericht eines dankbaren Chorleiters zur Rumänienreise des Staats- und Domchors Berlin 2026“, die vom 20. bis 26. Oktober stattgefunden hat. Gesungen hat der Klangkörper dieses Lied unter der Leitung von Kai-Uwe Jirka in den Kirchenburgen in Honigberg, Wolkendorf und Birthälm.
Der Staats- und Domchor Berlin (SDC) ist ein Knaben- und Männerchor. Er ist an der Universität der Künste Berlin zu Hause und singt regelmäßig im Berliner Dom, in den Konzertsälen und Kirchen Berlins und wirkt als europäischer Kulturbotschafter. In Rumänien war er nun zum ersten Mal zu Gast.
Zwei Jahre lang wurde die Konzertreise vorbereitet, gemeinsam mit dem Hermannstädter Reiseveranstalter Cătălin Mureșan, der, so Chorleiter Jirka „Die Begegnung mit einer Region, in der sich europäische Geschichte, Kulturen und Sprachen aufs Eigenartigste verbinden und verwirbeln“ ermöglichte sowie „bewegende Konzerte in Bukarest, Kronstadt, Hermannstadt und Mediasch mit Standing Ovations und einem strahlenden Publikum.“
Dazu gab es herzliche Begegnungen und gemeinsames Singen mit dem Kinderchor des Rumänischen Rundfunks Radio România (Corul de copii Radio) in Bukarest und dem Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt.
In Bukarest trat der Berliner Gastchor gemeinsam mit dem Kinderchor des Rumänischen Rundfunks am 20. Oktober in der St. Josefs Kathedrale auf.
Es folgte sodann am 22. Oktober ein Doppelkonzert in Kronstadt. Das „Wandelkonzert“ begann um 18 Uhr in der Synagoge, wo die Gäste von dem „vor Freude glühenden Gemeindevorsteher Roby Roth“ begrüßt wurden und mündete in die Schwarze Kirche.
Der wohl intensivste Tag war Samstag, der 24. Oktober in Hermannstadt. Zunächst boten die 45 hoch motivierten Sänger ein morgendliches Konzert im Dr. Carl Wolff-Altenheim, wo die Bewohnerinnen und Bewohner laut Jirka „kräftig mitsangen und die Jungs kaum gehen lassen wollten.“ Hier lebe übrigens die Großmutter eines ehemaligen SDC-Sängers, verriet Jirka.
Am Abend begeisterten die Sänger und die begleitenden Musiker Annette Rheinfurth (Kontrabass), Martin Ripper (Flöte) und Patrick Orlich (Klavier und Percussion) das Publikum in der voll besetzten evangelischen Stadtpfarrkirche. Es erklangen Werke von Heinrich Albert, Johann Eccard, Thomas Tallis, Heinrich Schütz, Louis Lewandowski, Felix Mendelssohn Bartholdy, Tudor Jarda, Ernst Irtel, Johann Abraham Peter Schulz und Josef Rheinberger. Gemeinsam mit dem von Brita Falch Leutert geleiteten Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt brachten die Sänger eine chorische Improvisation von Brita Falch Leutert, ein Werk aus dem Kronstädter Kantionale und „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zu Gehör. Am Sonntag umrahmten die Gäste den Gottesdienst in der Hermannstädter evangelischen Stadtpfarrkirche, dann ging es nach Birthälm und am Abend konzertierten sie in der Mediascher evangelischen Margarethenkirche.
Zum Abschluss der Rumänienreise des Berliner Klangkörpers gab es einen Empfang und ein intensives Gespräch mit Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor über die Kulturpolitik vor Ort und europäische Perspektiven, laut Jirka „mit guten Fragen unserer Sänger, die auf den Plätzen des Stadtrats saßen.“
Folgende Rückmeldungen erreichten die Gäste: Roby Roth: „Ich wollte mich nochmals für das außerordentliche Konzert bedanken und auch persönlich für die schöne Erinnerung, die in der Seele und im Gedächtnis, und die in der Tüte. Unsere Türen sind immer offen.“ Cătălin Mureșan: „Es war eine Freude, mit Euch diese Reise vorzubereiten und durchzuführen. Es war toll, die Konzerte live erleben zu können, danke für Eure Musik und Präsenz! Liebe Grüße aus Hermannstadt!“
Dankbar sei der Klangkörper Gertrud Dailidow-Gock, „die uns – ebenso wie die Bürgerstiftung Dresden – gefördert hat“.
Der Chorleiter dankt allen „jungen und alten Guides, die uns mit ihrer Begeisterung für Geschichte, Landschaft und Menschen ansteckten.“ Es sei die erste aber wohl nicht die letzte Reise nach Rumänien gewesen…
B. U.