Konzert am Epiphanias-Vorabend

Ausgabe Nr. 2753

Der Heltauer Kirchenchor, laut Maximilian Braisch, ,,eine fröhlich gemischte Gruppe, die sich regelmäßig und doch in stark schwankender Zahl trifft und die meine Frau Theresa und ich seit einem guten Jahr leiten und begleiten dürfen“, hat am Vorabend des Epiphanias-Festes, also am 5. Januar, ein Sonderkonzert in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt geboten.Die musikalische Andacht wurde von Hermannstädter Sängerinnen und Sängern mitgetragen, die sich vereinzelt als Unterstützer in den Heltauer Chor untergemischt haben.

Dazu Braisch: ,,Der Heltauer Chor übernimmt vorwiegend liturgische Aufgaben, das heißt er singt punktuell im Gottesdienst und kommt dafür monatlich, eigentlich noch häufiger und – ich muss sagen – oft recht spontan zum Einsatz. Im Gegensatz dazu ist traditionell zu Epiphanias das Konzert der Höhepunkt des Chorjahres, in dem ein Großteil des einstudierten Repertoires zum Klingen kommt. Voriges Jahr musste es ausfallen. Nun lässt es die Pandemie zwar wieder zu, aber die Baustelle in unserer Kirche noch nicht, ein großes Publikum zu empfangen, und somit sind wir sehr dankbar, schon am Vorabend und hier in Hermannstadt, gleichsam als Gäste, unser Konzert feiern zu dürfen. Das ist die Aussage jeder Musik, die wir machen: wir wünschen, wir verlangen danach, Gott wahrzunehmen!“ Braisch erinnerte zwischen den Liedern und den Instrumentalstücken (die er auf dem Fagott und seine Frau Theresa Braisch auf der Klarinette bestritten) an seinen Großvater, den früheren Hermannstädter Stadtpfarrer Wolfgang Rehner, der am letzten Tag des Jahres 2020 verstorben ist: ,,Heute vor 2 Jahren, genau am 5. Januar 2020, hielt mein Großvater seine letzte Predigt. Er stellte darin einiges richtig, was an Assoziationen mit dem ,Dreikönigsfest‘ zusammenhängt, und hielt fest, dass es vor allem um die Erscheinung Gottes bei allen Menschen geht, also um nichts anderes als die Weihnachtsbotschaft: Dass in Jesus auf geheimnisvolle Weise der ferne Gott offenbar wird, d. h. nahe kommt, d. h. wahrnehmbar ist. Über diese Epiphanie lohne es sich aber nicht viel zu sprechen, die müsse jeder Mensch für sich selbst entdecken, eben wahrnehmen. Was meinem Großvater aber in seiner letzten Predigt ein starkes Anliegen war, ist dies: Kirchenmusik, Diakonie, Gemeindefeste usw. sind nicht um ihrer selbst willen zu veranstalten, sondern der Gottes-Dienst als Mitte des Lebens gibt ihnen erst Sinn (…) Heute vor einem Jahr – da klang diese Kirche nach einem ewigen Frieden, der damals von einem von uns schon erreicht worden war; und nach ganz viel Trost für die, die ihn noch nicht erreicht hatten und haben: als Wolfgang Rehner genau heute vor einem Jahr von dieser Stelle aus zu Grabe getragen wurde, da blieb für mich die Welt einige Momente lang stehen.“ Unser Bild: Der Heltauer Kirchenchor und einige Hermannstädter Sängerinnen und Sänger vor der Stolzenburger Orgel.                                                                                                                                                          Foto: Beatrice UNGAR

 

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