Von Angesicht zu Angesicht

Zweite Künstlerresidenz in Kleinschenk

Ausgabe Nr. 2580

Die Vernissage der Ausstellung in der schmucken Kleinschenker evangelischen Kirche war gut besucht. Foto: Mugur FRĂȚILĂ

Die zweite Künstlerresidenz in Kleinschenk hat dieses Jahr vom 20. bis 26. Mai unter dem Motto „Von Angesicht zu Angesicht” stattgefunden, Kuratorin war auch dieses Jahr Elisabeth Ochsenfeld. Die Vernissage der Ausstellung fand in der Kirchenburg statt, gefolgt von einem Konzert der Temeswarer Band „Trompetre”.

 

Vor der Vernissage der Ausstellung, die eigentlich in der alten Schule zu sehen ist, wurde im Pfarrhaus von Kleinschenk auch ein Siebenbürgischer Brunch organisiert, bei dem rund 200 Personen teilgenommen haben. Ein Teil dieser Besucher waren auch bei der Eröffnung und beim Konzert dabei.

Die Residenz wurde im Rahmen der Initiative „Entdecke die Seele Siebenbürgens“ organisiert, durch welche die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien die siebenbürgischen Kirchenburgen retten will.

Teilgenommen haben an der Residenz die Künstler Alex Baciu (Rumänien), Asa Bengtsson (Schweden), Dragoș Burlaciu (Rumänien), Els Geelen (Norwegen), Adrian Sandu (Rumänien), David Marks (USA), Amalia Dulhan (Rumänien) und Elisabeth Ochsenfeld (Deutschland), die allerdings mit gemachten „Hausaufgaben” kam, um sich in Kleinschenk ausgiebig um die Gäste kümmern zu können, nicht nur als Kuratorin, sondern auch als eine der Organisatorinnen und Gründerin der Künstlerresidenz „Arthouse Wolfsberg/Gărâna”. Sehr gut zusammen gearbeitet hat sie auch dieses Jahr mit Gastgeberin Dr. Carmen Schuster, der Vorsitzenden des Vereins „Contrafort Pro Kleinschenk/Cincşor”, so dass die Künstler sehr begeistert über die Residenz erzählten und auch versprachen, demnächst wieder auf Besuch zu kommen. Begleitet wurde dieses Jahr die kleine Gruppe von der Regisseurin und Fotografin Mirona Radu, die auch bei der Recherche der Künstler half.

Zu sehen waren in der Kirche sehr schöne Schwarz-Weiß-Porträts einiger Kleinschenker, die in diesem kleinen Dorf im Kreis Kronstadt leben, und zwei große bunte Collagearbeiten, die das Thema der diesjährigen Residenz sehr gut darstellten.

Die restlichen Arbeiten wurden von den Besuchern in der ehemaligen Schule entdeckt, wo man auch einige Bronzearbeiten eines lokalen jungen Künstlers bewundern konnte, der vor wenigen Jahren samt Familie nach Kleinschenk gezogen ist, verzaubert von der Gemeinde und der Landschaft. Dabei konnten die Besucher allerdings nicht nur Kunstwerke entdecken, sondern auch die Schule selber, die sehr schön renoviert ist und wo alte siebenbürgische Gegenstände sehr gut zur Geltung gebracht wurden und die zur Zeit als Gästehaus genutzt wird.

Bis Ende des Sommers können die Besucher die Arbeiten sehen und erfahren, ob die Künstler Hoffnung für eine neue Gemeinde gefunden haben, die sich in den letzten drei Jahrzehnten neu definieren musste.

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

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