Alte Bücher weckten großes Interesse

Erläuterungen zum Projekt ,,Schriftlichkeit und Lesekultur in Mediasch“

Ausgabe Nr. 2788

Drei Mitarbeiter des Projektteams beim Abfotografieren der Bücher für eine darauffolgende Auswertung am PC.                                                                                                          Foto: Adinel DINCĂ

Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Projekt „Schriftlichkeit und Lesekultur in Mediasch/Mediaș (Siebenbürgen, Rumänien) im 14.-16. Jahrhundert. Sicherung, virtuelle Rekonstruktion und wissenschaftliche Analyse einer siebenbürgischen Pfarr- und Gymnasialbibliothek“ hat großes Interesse geweckt, vor allem weil auch die Beteiligten von der Quantität und Qualität der alten Bücher überrascht sind. Der Bestand an alten Büchern war bekannt, nur nicht deren Zahl und Bedeutung.

Lesen Sie im Folgenden die Erläuterungen, die Univ.-Dozent Dr. habil. Adinel Dincă von der Babeș-Bolyai-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca für das Evangelische Stadtpfarramt A. B. Mediasch und für die Projektgruppe „Schriftlichkeit und Lesekultur in Mediasch” verfasst hat und die auf der Facebook-Seite des Evangelischen Stadtpfarramts A. B. Mediasch veröffentlicht worden sind.

 

Das große Interesse, das in den letzten Tagen in den sozialen Medien, aber auch in der Fachpresse den kürzlich durchgeführten Forschungen in der Bibliothek der Margarethenkirche in Mediasch entgegenbracht wurde, ist sehr erfreulich und zeugt davon, dass derartige kulturwissenschaftliche Untersuchungen großen Anklang in der breiten Öffentlichkeit finden. Bereits die ersten Ergebnisse des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts „Schriftlichkeit und Lesekultur in Mediasch/Mediaș (Siebenbürgen, Rumänien) im 14.-16. Jahrhundert. Sicherung, virtuelle Rekonstruktion und wissenschaftliche Analyse einer siebenbürgischen Pfarr- und Gymnasialbibliothek“ wurden im Juni-August dieses Jahres im Dialog mit den Medien bekannt gemacht.

Die derzeitige Welle der Aufmerksamkeit ist auf eine sehr freundliche Berichterstattung der Batthyaneum-Bibliothek in Karlsburg/Alba Iulia zurückzuführen (https://www.facebook.com/Batthyaneum/). Die begeisterte Darstellung wurde von anderen Online- und Printmedien aufgegriffen und erweitert – manchmal mit kleinen Fehlern und sensationslüsternen Akzenten.

Die einzigen, die mit dem wissenschaftlichen Koordinator des Projekts, Univ.-Dozent Dr. habil Adinel Dincă von der Fakultät für Geschichte und Philosophie der Babeș-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca, in Verbindung getreten sind, waren Journalisten von der Nachrichtenagentur Agerpres (https://www.agerpres.ro/cultura/2022/09/17/cluj-carti-si-documente-vechi-unele-chiar-de-1-200-de-ani -descoperite-de-un -Cluj-in-Medienlehrer–980722) und von der Tageszeitung Adevărul, die den Kontext und die Bedeutung des wissenschaftlichen Vorhabens angemessen beschrieben haben. Die anderen Medienberichte bedürfen einiger Klarstellungen.

Die ausführlichsten Informationen über die erste Phase der Recherche, die in der Bibliothek der evangelischen Kirchengemeinde Mediasch durchgeführt wurde, können dem Interview entnommen werden, das der Journalist Mircea Hodârnău am 9. August 2022 mit drei Projektbeteiligten in seinem „Medias News Blog“ geführt hat: https://www.youtube.comwatch?v=c0zVpHFW5bk&t=1560. Ausführlich wurde auch in der Siebenbürgischen Zeitung (https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur /22981-in-mediasch-wird-ein-beedeuten.html Stand 01.08.2022) und im Mediascher Infoblatt (23. Jg., Nr. 43, S. 8-9) berichtet. In allen diesen Darstellungen wurde darauf hingewiesen, dass es in der Fachliteratur und im lokalen kulturhistorischen Umfeld bereits vereinzelte und fragmentierte Informationen über den alten Buch- und Archivbestand gegeben hat; auf deren Grundlage wurde der Forschungsplan erstellt, der dem derzeit laufenden Vorhaben zu Grunde liegt. Die Relevanz der Wiederentdeckung der historischen Bibliothek und des Archivs von Mediasch liegt in der systematischen und modernen Herangehensweise an den Dokumentationsfonds, der das bislang bekannte Bild einer Sammlung von einigen wenigen Manuskripten und gedruckten Büchern stark erweitert hat, auf derzeit über 150 einzeln identifizierte Bände. Dabei ist zu beachten, dass die Forschung noch voll im Gange ist und Neuigkeiten von besonderem Interesse zu gegebener Zeit veröffentlicht werden. Die alten Schriften, die bislang sicher und sorgsam, aber nicht unter besten Bedingungen aufbewahrt worden sind, wurden nun in einen geeigneteren Raum überführt und werden weiter wissenschaftlich ausgewertet. Vorerst können sie der wissenschaftlichen und interessierten Öffentlichkeit nicht gezeigt werden. Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde und die beteiligten Forscher bemühen sich aber darum, optimale Lösungen für die Konservierung, Restaurierung und Katalogisierung der Quellenfunde und für die Präsentation der Ergebnisse unter im 21. Jahrhundert üblichen Ausstellungsbedingungen zu finden. Bis dahin bleibt der Zugang zu diesem wertvollen Kulturerbe ausschließlich dem Team von Spezialisten vorbehalten, die das genannte Forschungsprojekt in den Jahren 2022-2023 durchführen.

Natürlich verpflichtet uns die Aufmerksamkeit, die die Wiederentdeckung des schriftlichen Erbes der evangelischen Kirchengemeinde Mediasch genießt, den interessierten Lesern so oft wie möglich neue Daten über den Fortschritt der Untersuchungen zur Verfügung zu stellen, insbesondere über die Kommunikationskanäle des örtlichen Stadtpfarramtes.

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Geschichte.