Das Beste aus Nachbars Garten

Lokaler Markt in Michelsberg/Cisnădioara ab jetzt jeden Samstag

Ausgabe Nr. 2580

Auf dem Schulhof in Michelsberg neben der Dorfkirche fand am 26. Mai erstmals ein lokaler Markt statt.                                    
Foto: Anselm ROTH

Michelsberg ist ein Dorf voller  Gegensätze: Unten zu Füßen der Burg ein größtenteils noch  idyllischer Dorfkern, oben auf den ehemaligen Obstbaumterrassen modernste Architektur in allen Spielarten. Und als Kontrast dazu eine denkbar rückständige Infrastruktur: Abwasserkanal und Trinkwasserleitung Fehlanzeige!

 

Dagegen gibt es neuerdings dank der Initiative einiger Bürger etwas absolut Zeitgemäßes:  Wir wollen mit unserem Markt Waren anbieten, umweltbewusst, lokalen Ursprungs, also ohne lange Transportwege, und aus natürlichem Anbau”,  erklärt Beatrice Gütsch, der unter anderen der Kanada-Rückkehrer Ovidiu Harja und der Tischler Gabi Somlea mit seiner Frau Dora bei den Vorarbeiten zur Seite gestanden waren.

Erster Schritt war gewissermaßen Marktforschung:  Man sammelt die Unterschriften, um zu eruieren, ob es überhaupt ein Interesse gibt. Es schien ja nicht ohne Risiko,  einen Markt ausgerechnet in Michelsberg anzubieten, wenn zeitgleich in Hermannstadt der große Transilvania-Markt stattfindet. Doch 150 Unterschriften waren schnell zusammen und die Initiatoren überzeugt.

Am 26. Mai gab es zum ersten Mal (und künftig an jedem Samstag)  im Hof der Schule unterhalb des Kirchturmes von 9 Uhr bis 13 Uhr den Markt, sozusagen mit dem Besten aus Nachbars Garten:  Saisonbedingt war das Obst- und Gemüse-Angebot noch nicht überbordend, aber knapp 20 Verkäufer hatten doch einiges zu bieten: Allerlei Gemüse,  Erdbeeren, Küchenkräuter, frische Eier und Milch, Obstsäfte und Sirup, erste Kirschen (für die Michelsberg einst berühmt war), diverse Blumen auch zum Anpflanzen, Honig und einiges mehr aus  Michelsbergs Gärten wurde zu moderaten Preisen feilgeboten und auch gerne gekauft.

Künftig soll noch mehr angeboten werden, ich selbst zum Beispiel werde Dinkelbrot backen”, erklärt Beatrice Günsch. Geplant sind auch Musik und Attraktionen für Kinder.  Der Zuspruch der Käufer wird über das Schicksal des Marktes entscheiden. Der Anfang war vielversprechend.

Anselm ROTH

 

 

 

 

 

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