Rückblick und Ausblick beim Treffen des Deutschen Wirtschaftsklubs Siebenbürgen
Ausgabe Nr. 2948

Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber (1. v. l., stehend), der DWS-Geschäftsführer Wolfgang Alexander Guib (2. v. l., stehend) und der DWS-Kassenwart Torsten Jörges (3. v. l., sitzend) berichteten. Foto: Werner FINK
Bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) Mitte Februar berichtete der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Alexander Guib über die Aktivitäten des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen im Jahr 2025, der Vorsitzende Wolfgang Köber sprach über einige Vorhaben für 2026 und der Kassenwart Torsten Jörges stellte den Jahresabschluss für 2025 vor. Ebenfalls wurde der Haushalt für das Jahr 2026 vorgestellt und im Anschluss darüber abgestimmt. Marius Milonean von der Kabelfertigungsfirma Paderteg berichtete über die Verlagerung eines Teils der manuellen Fertigung nach Kenia.
Guib stellte den Vorstand vor und fasste das Jahr 2025 kurz zusammen. Im Januar stellte sich die Firma Schultz Elektrotechnik vor und es gab eine Diskussionsrunde zum Thema Einkauf in einem Konzern. Im Februar besuchte der DWS-Vorsitzende die Kabelfertigungsfirma Paderteg. Im März war der DWS zu Gast bei KUKA Automatizare Romania, wo es interessante Einblicke in die sich rasant entwickelnde digitalen Welt gab. Im April war man zu Gast bei Portal Village in Sibiel, im Mai waren Teodor Birț, Citymanager von Hermannstadt und Robert Schwartz, Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Berlin zu Gast, im Juni Klaus Gottwald und Yvonne Heidler vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Klaus Jäger und Arina Ban von der Firma Intersig, sowie Caroline Clarinval, Head of country der World Health Organization (WHO) in Rumänien und die Gesundheitsberaterinnen Anneliese Bauer und Ioana Pop. Im Rahmen des Juni-Treffens wurde die DWS-Ehrenvorsitzende und damalige deutsche Konsulin in Hermannstadt Kerstin Ursula Jahn verabschiedet. Im Juli besuchte der DWS auf Einladung von Martin Müller und dessen Firma Sobis Albota, Gäste waren u. a. der Bürgermeister von Halwelagen Nicu Lazăr, die Gewinner des Innovation Labs Romania 2025!, mit dem Projekt „Teky“ (Alex Sofonea und Tudor Nica, Brukenthalschüler und Mitglieder im IT Cluster Hermannstadt), Thilo Binder von der Firma WuB (Wirtschaft und Unternehmensberatung), sowie Maya Schlattner, Fachberaterin für Deutsch als Fremdsprache und Cătălin Mihacea, Präsident Sibiu IT Cluster. Im August war der DWS-Vorsitzende bei der Haferland-Kulturwoche und zwar beim Treffen des deutsch-rumänischen Forums für bilaterale Kooperation dabei. Im September wurde das Herbstfest im Hof der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Neppendorf gefeiert. Im Oktober war man zu Gast im Riverside Office Sibiu bei der Firma IT Perspective. Im Oktober gab es den Wohltätigkeitsbasar im Forumshaus, bei dem die „Besseren Hälften” kräftig mitgewirkt haben. Anschließend ging eine Spende seitens des DWS an das Kinderhospiz des „Carl Wolff”-Vereins. Ebenfalls im Oktober waren DWS-Vertreter bei der Einweihung des neuen Produktionsstandortes bei der Mercedes Tochter Star Assembly in Mühlbach, wo mit der Montage der elektrischen Antriebseinheiten für den neuen, vollelektrischen Mercedes-Benz GLC begonnen wurde. Im Novermber trafen die DWS-Vertreter Angela Ganninger, die neue Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, die in Hermannstadt zu Besuch war. Im selben Monat war der DWS zu Gast bei Schultz Elektrotechnik in Talmesch. Im Dezember feierte der DWS zusammen mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt ein traditionelles Schlachtfest im ASTRA-Freilichtmuseum beim Anwesen aus Kleinschelken. Mit dieser Gelegenheit wurde auch das Weingut Draser vorgestellt. 2025 wurden insgesamt 11 neue Mitglieder begrüßt.
Beim ersten Mitgliedertreffen des Jahres 2026 im Januar berichteten Eugen Ghimiș, Geschäftsführer der Körperschaft der Wirtschaftsprüfer und zugelassenen Buchhalter Rumäniens (CECCAR), Zweigstelle Hermannstadt sowie Adina Zdru von der Kanzlei Stalfort über Neuigkeiten in der Steuergesetzgebung.
Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber sprach über die kommenden Treffen. Zum nächsten Mitgliedertreffen ist Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor eingeladen und im April plant man eine Diskussionsrunde zum Thema „Rolle des deutschen Investors in der rumänischen Gesellschaft” mit Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten der Bundesregierung, Robert Schwartz, nun als Präsident und Generaldirektor der Rumänischen Rundfunkgesellschaft, Botschafterin Angela Ganninger und Emil Hurezeanu. Im Mai ist ein Besuch bei Familie Draser im Raum Mediasch geplant und im Juni ein Besuch bei Visma, wo es dann um die künstliche Intelligenz geht. Weiterhin plant man, im Juli die Parlamentarier der in der Regierungskoalition vertretenen Parteien und Fraktionen Ruxandra Cibu Deaconu, Ovidiu Ganț, Raluca Turcan und Bogdan Trif einzuladen.
Torsten Jörges stellte den Jahresabschluss für 2025 vor. Es gab Einnahmen in Höhe von 155.000 Lei und Ausgaben von 120.000 Lei. 4000 Lei wurden an gemeinnützige Organisation gespendet, größtenteils an den Carl Wolff-Verein. Für 2026 geplant sind Einnahmen als auch Ausgaben in Höhe von 150.000 Lei, wobei 7500 Lei für gemeinnützige Zwecke vorgesehen sind.
Da die Miete im vergangenen Jahr fast 40 Prozent der gesamten Kosten ausgemacht hat, plant man eventuell den Sitz in der Fleischergasse aufzugeben und die DWS-Treffen u. a. im Tagungshaus der Evangelischen Akademie in Neppendorf abzuhalten.
Interessant war zu erfahren, dass es nicht nur deutsche Unternehmen gibt, die nach Rumänien kommen, sondern auch hiesige, die ins Ausland gehen. Im Anschluss berichtete nämlich Marius Milonean von der Kabelfertigungsfirma Paderteg über die Verlagerung eines Teils der manuellen Fertigung nach Kenia. Im Februar 2025 kaufte er die Firma, die sich zehn Jahre in deutschem Besitz befunden hatte, zurück. „Der Markt drängt uns dazu, immer billiger zu produzieren”, erklärte Milonean. „Der Trend ist, nach China oder nach Indien zu gehen”. Durch seine Großkunden wurde er dazu gedrängt, einen Low-Cost-Standort zu finden. Sonst hätten sie die am besten verkauften Produkte zur Konkurrenz verlagert. Er habe Essen eingepackt und sei wie Badea Cârţan losgegangen. Er stieg ins Flugzeug und habe versucht, in Afrika einen Standort zu finden. Ein China- oder Indien-Fan ist er nämlich nicht. Viel zu viele Leute. Einen Partner, der billig fertigt, fand er in Tunesien. Dann hatte er über einen diplomatischen Weg Ostafrika „auf dem Tisch gehabt”. Und er entschied sich mit Kenia anzufangen, wo er auch geblieben ist.
Nach sechs Tagen, wo er hier versuchte Leute zu rekrutieren, ist er losgegangen, um trotzdem ein Gebäude zu finden, in das er die Produktion verlagern könnte. Zufällig stieß er auf die Niederlassung der Firma Josef Seibel, die gerade dabei war, den Standort hier aufzugeben. Er übernahm den Standort und verpflichtete sich auch alle 120 Mitarbeiter zu übernehmen sowie alle sozialen Projekte weiterzuführen.
Vor einer Woche gelang es ihm, die Produktion zu starten und am Ende des Monats Februar wird er die ersten dreißig Mitarbeiter haben. Wenn alles nach Planung läuft, wird er ab September dort mit 180 Mitarbeiter fertigen. Er möchte in den ersten 2 Jahren keinerlei Maschinen verlagern. Er verlagert nur die Handfertigung aus Kleinkopisch, wo die Firma ansässig ist..
Übrigens sei er der Erste gewesen, der damals 2006 nach Kleinkopisch ging, wo dort noch alles schwarz war. „Viele haben gelacht. Alle kamen nach Hermannstadt”, erinnerte er sich. „Doch die Krise von 2009 bestätigte es: Diejenigen, die billig produzieren, haben dann die größten Chancen zu überleben.
Werner FINK