Constantin Brâncuși 150: Österreich setzte den internationalen Auftakt
Ausgabe Nr. 2948

Blick in die Fotoausstellung von Nicolae Cristinel Cavan im Rumänischen Kulturinstitut in Wien. Foto: RKI Wien
Mit zwei koordinierten Schwerpunktaktionen in der Steiermark und in Wien ist Österreich in das weltweite Kulturprogramm „Brâncuși 150“ gestartet, das 2026 den 150. Geburtstag des rumänischen Bildhauers Constantin Brâncuși (1876-1957) würdigt. Den Auftakt bildeten eine Ausstellung mit zeitgenössischer Grafik im Kunsthaus Köflach sowie eine fotografische Hommage an das Monumentalensemble von Târgu Jiu im Rumänischen Kulturinstitut Wien.
In Köflach präsentierten die Botschaft von Rumänien in der Republik Österreich und das Rumänische Kulturinstitut Wien gemeinsam mit lokalen Partnern die Schau „BRÂNCUȘI 150“ mit Werken von 29 zeitgenössischen rumänischen Grafikerinnen und Grafikern. Bei der Preview am 19. Februar, dem 150. Geburtstag von Brâncuși, waren u. a. die Geschäftsträgerin a. i. Andrea Amza-András und die Direktorin des Rumänischen Kulturinstituts Andreea Dincă anwesend. Das Projekt wurde von der Inter-Art Stiftung Aiud initiiert und in Zusammenarbeit mit dem „Constantin Brâncuși“-Nationalmuseum realisiert.

Stadtrat Reinhard Puffing, Ulrike Janach, Leiterin des Kunsthauses Köflach, Ausstellungskuratorin Christine Kertz, Stadträtin Steffi Galler, Andrea Amza-András, Geschäftsträgerin der Botschaft von Rumänien in Wien, Andreas Bardeau, Honorarkonsul von Rumänien in Temeswar, Andreea Dincă, Leiterin RKI Wien, und Vizebürgermeister Heimo Ortner bei der Vernissage in Köflach (v. l. n. r.). Foto: RKI Wien
Als Teil eines globalen Netzwerks von 21 Ausstellungen auf fünf Kontinenten betont die Köflacher Präsentation die fortdauernde Relevanz der reduktiven Formensprache von Brâncuși für die Gegenwartskunst. Er soll gesagt haben: „Sucht nicht obskure Formeln oder Geheimnisse, ich schenke euch pure Freude.”
Parallel dazu eröffnete das Rumänische Kulturinstitut am 12. Februar in Wien eine Fotoausstellung zum berühmten Ensemble in Târgu Jiu. Die aktuellen Aufnahmen des Fotografen Nicolae Cristinel Caval erschließen die ikonischen Stationen – „Tisch des Schweigens”, „Tor des Kusses”, „Allee der Stühle” und „Säule der Unendlichkeit” – als kontemplativen Parcours zwischen Erinnerung und Transzendenz. Ergänzt wird die Schau durch einen Dokumentarfilm über Leben und Wirken des Künstlers.
Beide Initiativen setzen damit ein kulturpolitisches Signal: Sie verknüpfen diplomatische Präsenz, institutionelle Kooperation und künstlerische Reflexion zu einem sichtbaren Beitrag Österreichs im internationalen Brâncuși-Jahr.
Kurzinfo für die HZ-Leserinnen und HZ-Leser in aller Welt: Köflach ist eine Kleinstadt in der Weststeiermark im Südosten Österreichs, etwa 200 Kilometer südlich von Wien und rund 35 Kilometer westlich von Graz; bekannt ist sie als Thermen- und Lipizzanerstadt mit einem aktiven Kulturangebot rund um das Kunsthaus.
Die Ausstellung im Kunsthaus Köflach ist bis 27. Februar, jene im Rumänischen Kulturinstitut Wien bis 4. März 2026 zu sehen. Beide laden dazu ein, das Erbe von Brâncuși im Dialog mit zeitgenössischen Perspektiven neu zu entdecken.
Wie sagte doch Brâncuși: „Es ist nicht schwer, etwas Bestimmtes zu tun. Richtig schwer ist es, uns in die Lage zu versetzen, etwas Bestimmtes zu tun.”
Ingrid WEISS

Von zwei berühmten Brâncuși-Werken inspiriert sind diese beiden Colliers aus der Werkstatt der Hermannstädter Schmuckdesignerin Adriana Câmpean: „Madame Pogany” und…

… „Die unendliche Säule”.