Hängematten und Picknick-Bereich

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Finanzierung für die Umgestaltung des Erlenparks wurde genehmigt

Ausgabe Nr. 2943

So sieht die Planung für die Sanierung des Rosengartens und des dazugehörigen Brunnens aus.
Fotos: Presseamt der Stadt

1856 habe die k. u. k. Stadthalterei Hermannstadts beschlossen, „…den Spazierweg ,Unter den Erlen‘ genannt, der von den Bewohnern Hermannstadts (…) am meisten besucht wird (…) in einen der Landeshauptstadt würdigen Zustand zu versetzen (…) und bis zum Jungen Wald zu leiten”, heißt es in der von Ernst Buchholzer verfassten „Festschrift zur Feier des Fünzigjährigen Bestandes des Vereins zur Verschönerung der Stadt Hermannstadt” (Verlag Krafft & Drotleff AG, Hermannstadt 1929). Der Erlenpark in Hermannstadt, der unter der Leitung von Ingenieur Michael Seyfried entsprechend des Beschlusses der k. u. k. Stadthalterei vom 3. November 1856 angelegt worden ist, soll nun umgestaltet werden, ohne aber den historischen Charakter der Anlage zu beeinträchtigen. Heute belegt der Park eine Fläche von 22 Hektar, auf der 68 Baumarten, davon 38 einheimische und 30 exotische stehen. Die ältesten Bäume (Erlen, Schwarzpappeln, Linden, Eichen) sind über 150 Jahre alt.

 

Das diesbezügliche Projekt zur Umgestaltung des Parks hatte die Stadtverwaltung 2023 der Öffentlichkeit vorgelegt. Nach Kritiken wurde dieses angepasst und am 30. Juli 2025 vom Stadtrat verabschiedet. Am 16. Januar d. J. teilte das Bürgermeisteramt durch seine Pressestelle mit, dass die Finanzierung aus EU-Mitteln – im Rahmen der Förderlinie „Region Zentrum 2021 – 2027, Priorität 3“ – in Höhe von 19,22 Millionen Lei genehmigt worden ist. Die Gesamtkosten betragen 52,03 Millionen Lei. Das bedeutet, dass der Eigenbeitrag von 32,81 Millionen Lei aus dem städtischen Haushalt bestritten werden muss. Nun stehe noch die Ausschreibung der Arbeiten an, die technische Dokumentation liege vor, heißt es in der Pressemitteilung.

Bürgermeisterin Astrid Fodor erhofft sich von der Neugestaltung, den Erlenpark „besucherfreundlicher” zu gestalten, wobei die Natur und die Symbole, mit denen die Hermannstädter diese Parkanlage verbinden respektiert werden. So sollen u. a. der Rosengarten mit dem Musikpavillon, der Spielplatz und die Piazetta, die von der Büste des Nationaldichters Mihai Eminescu „bewacht” wird, erhalten werden. Die Umgestaltung ist auf Landschaftspflege und Biodiversität bedacht und sieht vor, dass die gesamte Grünfläche von derzeit 168.630 Quadratmeter auf 172.374 Quadratmeter erweitert wird durch die Anlage von 18.200 Quadratmeter Rasen und Anpflanzung von 346 Bäumen, mehr als 2.400 Sträuchern und 16.400 Blumen und Grünpflanzen. Im Bereich des Trinkbachs, der durch den Erlenpark fließt soll unterhalb der Str. Avrig ein künstlicher Teich angelegt werden, um die Wasserqualität zu verbessern.

So soll eine Piazetta neben dem Fahrradweg aussehen.

Natürlich sind auch Arbeiten an den Geh- und Fahrradwegen, an Freiplätzen und öffentlicher Beleuchtung vorgesehen. Saniert werden auch die jeweiligen Brunnen. Hinzu kommen sollen ein Picknick-Bereich neben dem Spielplatz in der Nähe des Städtischen Stadions, ein Bereich wo man Hängematten nutzen kann, neben der Kreuzung Str. Octavian Goga und Föhrendamm, und ein neuer Spielplatz sowie ein Amphitheater für öffentliche Veranstaltungen. Die neue Ausstattung des Erlenparks sieht 134 Bänke, 31 Liegestühle, Drehstühle und Hängematten, 61 Müllkörbe, 12 Fahrradständer, 11 Trinkbrunnen und eine neue Ökologische Toilette vor.

Aufgewertet werden soll auch das historische „Sweteney Weg”-Denkmal durch einen Gedenkgarten.

Die vorhandenen Alleen sollen naturbelassen erhalten werden aber einige werden auch mit Naturstein gepflastert. Saniert und auch ersetzt werden Brücken und Brückenstege, die Fußgängertunnels und die Zugangswege. Alles soll auch barrierefrei sein. Neben dem vorhandenen Fahrradweg wird ein chromatischer Korridor für die Fußgänger angelegt, gesäumt von Ziersträuchern in allen Farben.

Die öffentliche Beleuchtung wird komplett modernisiert und an das automatisierte Fernsteuerungssystem angeschlossen.

Nicht zuletzt ist ein Sicherheitssystem vorgesehen mit 46 Überwachungskameras.

Für Internet-Nutzer werden 23 WiFi-Module installiert.

Die Bildungskomponente ist auch wichtig: Der Erlenpark wird mit einem interaktiven Leitsystem ausgestattet, so dass sowohl Hermannstädter als auch Touristen mehr über den Park und seine Geschichte erfahren können.

Zur Geschichte gehören auch weniger erfreuliche Aspekte, wie in dem von Kurt S. Klemens und Dan Vladimir Vlăduț verfassten und 2008 im Honterus Verlag erschienen Buch „Parcuri sibiene/Hermannstädter Parkanlagen” bezüglich das Jahr 1882 zu lesen ist: „Leider machte sich die Zügellosigkeit mancher Bürger bermerkbar, die nicht nur die Blumen pflückten, sondern sogar die Zwiebeln ausgruben. Oft wurden die frisch angelegten Wege von den Reitsport betreibenden Offizieren beschädigt oder zerstört.”

Beatrice UNGAR

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Stadtentwicklung.