Anschaulich vorgetragene Beispiele

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Interessantes Thema beim Kaffeenachmittag des DFDH im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2943

Petru Scântei (stehend) bei seinem Vortrag.               Foto: Beatrice UNGAR

Das neue Jahr 2026 beginnt mit einem Winter „wie er früher einmal war“ und mit der ersten Einladung des DFDH zum regelmäßigen Kaffeenachmittag in den Spiegelsaal. Am 20. Januar, 14 Uhr, bei strahlendem Wintersonnenschein, der die obere Eisschicht auftaute und die Besucher zur Vorsicht beim Gehen mahnte, fand ein anspruchsvoller Vortrag von Petru Scântei statt.

Die sich in großer Schar eingefundenen Kaffeegäste waren spürbar konzentriert und interessiert am Thema: „Siebenbürger Sachsen in militärischen Führungspositionen im Zweiten Weltkrieg“. Bevor der Vortrag beginnen konnte, machte die Gastgeberin Anita Pavel die Gäste darauf aufmerksam, dass man sich rechtzeitig um Karten für den Marienball am 13. Februar bemühen sollte und das nächste Treffen am 10. Februar stattfindet.

Petru Scântei begann seinen Vortrag mit der Aussage, dass es schwer sei, aus jener Zeit Informationen und Bilder zu recherchieren. Aber er habe es trotz der nachvollziehbaren Schwierigkeiten geschafft, einiges zu Tage zu fördern. Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches gingen viele siebenbürgische Armeeangehörige in die neu aufgestellte Rumänische Armee. Scântei machte die Zuhörer auch darauf aufmerksam, dass nach Ende des Zweiten Weltkrieges nicht viel über diese Zeit und die Zusammenhänge in der Öffentlichkeit gesprochen wurde. Anhand von anschaulich vorgetragenen Beispielen wie die Geschichte von Eugen Schwiedineck, der den Auftrag hatte, das Herz der verstorbenen Königin zur letzten Ruhestätte zu überführen, wurde deutlich, welche Akzeptanz für die siebenbürgisch-sächsischen Offiziere in der Rumänischen Armee vorgeherrscht hat. Auch die Geschichte über Hugo Schwarz, der im Ersten Weltkrieg vor Verdun kämpfte, dann an die Ostfront versetzt wurde und in russische Gefangenschaft geriet, die ihn längere Zeit ins bitterkalte Irkutsk verschlug, von wo er wieder aufs Schlachtfeld zurückkehrte und nach abermaliger Gefangennahme Selbstmord verübte. Scântei betonte, dass seine Recherche unbedingte Treue der erwähnten Offiziere zur Rumänischen Armee ergeben habe. Zum Vortrag gehörte auch, dass er über Artur Phleps berichtete, wobei es ausdrücklich um dessen Dienstzeit in der Rumänischen Armee ging, aus der Phleps nach Erreichen der Altersgrenze von 61 Jahre entlassen wurde. Der Vortragende machte auch auf die Rolle des Artur Phleps beim Aufstellen der Waffen-SS-Division „Prinz Eugen“ aufmerksam, ohne Bewertung!

Zum Abschluss des Vortrages verwies Scântei auf den im Hermannstädter Militärspital tätigen Militärarzt Dr. Eugen Worell, der sich am Anfang des 20. Jahrhunderts große Verdienste bei der Bekämpfung der Lungenpest-Epidemie in der Mandschurei auf Grundlage seiner naturwissenschaftlichen Forschung erworben hat. Nach Abschluss des Vortrages hat es einige Nachfragen gegeben, die der Vortragende zur Zufriedenheit beantwortete. Ein gelungener informativer Nachmittag in beruhigender Atmosphäre.

Lothar SCHELENZ

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Allgemein.