„Me sîm rom – Ich bin Roma”

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Filme über die Roma sollen an Schulen in Rumänien verteilt werden

 

Die sozial-kulturelle Stiftung der Roma „Ion Cioabă” hat vergangene Woche in der Hermannstädter Präfektur den erfolgreichen Abschluss des Projektes „Me sîm rom” (Ich bin Roma) gefeiert. Im Rahmen des Projektes sollen in den Schulen in Rumänien drei Filme über das Leben und die Bräuche der Roma verteilt werden. Luminiţa Cioabă, die Vorsitzende der Stiftung, hat erklärt, dass dieses Projekt zwar in einer kurzen Zeitspanne durchgeführt worden sei – Anfang November wurde es vorgestellt -, allerdings langfristig Ergebnisse erzielen werde.

 

272 Schulen in Rumänien, in denen Romani in den Klassen 5 bis 8 unterrichtet wird, sollen diese DVDs erhalten, aber auch 187 Schulen im Kreis Hermannstadt sollen vom Hermannstädter Schulinspektorat die Filme zugestellt bekommen, so die Stiftungsvorsitzende.

Hauptziel des Projektes ist eine offene Kommunikation der Roma mit der rumänischen Mehrheit, aber auch mit den Vertretern der anderen nationalen Minderheiten in den Schulen, so dass die Roma nicht mehr diskriminiert werden. Dabei ist es wichtig, dass einerseits die Kultur und die Bräuche der Roma verstanden werden, aber andererseits auch die Roma einen Teil ihrer Bräuche aufgeben oder anpassen, wie z. B. die Verheiratung Minderjähriger, die weiterhin praktiziert wird. Wichtig für alle Beteiligten ist es allerdings auch, die bewegte Geschichte der Roma-Minderheit zu kennen, so dass einerseits die Hintergründe der Entwicklung bekannt werden, andererseits die Roma auch stolz sagen können, dass sie dieser Minderheit angehören, erklärte Cioabă.

Die drei Filme, die in den Schulen verteilt werden sollen, sind von einem Fragebogen begleitet, der Diskussionen zu den von Luminiţa Cioabă realisierten Dokus erleichtern soll. Die Filme sind sehr unterschiedlich: Der eine spricht über Bräuche und Tradition, der zweite über die Verheiratung Minderjähriger und der dritte über die Deportation der Roma. Alle drei sind in rumänischer Sprache untertitelt, so dass alle Schüler der angesprochenen Schulen sie verstehen können. Im Rahmen des Projektes sollen insbesondere die Roma-Schüler den Dialog mit ihren rumänischen Kollegen suchen und stolz auf ihre Herkunft und Geschichte sein, denn diese Filme sollen ihr Selbstbewusstsein stärken.

Auch wenn das Projekt klein ist, hofft Luminiţa Cioabă, dass die Ergebnisse langfristig zu spüren sein werden. Wichtig für die Zukunft ist es auch, dass die Schüler angesprochen werden, denn je früher sie lernen, stolz auf ihre Herkunft zu sein, desto besser können sie gegen Diskriminierung und Stigmatisierung kämpfen – im In- und Ausland. Außerdem ist es wichtig, dass sie zwar ihre Traditionen einhalten, allerdings auch die Gesetze der Länder einhalten. Ein weiterer Pluspunkt im Kampf um einen besseren Ruf ist eine bessere Schulung der Roma, was ebenfalls zu einer besseren Integration führen kann.

Die ersten Reaktionen auf die Filme waren positiv, denn die Vertreter der Stiftung haben die Filme in einigen Schulen bereits gezeigt und auch mit den Schülern darüber gesprochen – jetzt liegt es an den Klassenlehrern, diese weiter vorzustellen.

Luminiţa Cioabă sprach bei der Abschlusskonferenz ihre Freude über die Unterstützung seitens der Behörden aus, sie habe nicht nur bei der Präfektur ein offenes Tor gefunden, sondern auch beim Hermannstädter Schulinspektorat und bei dem Hermannstädter Bürgermeisteramt, denn bei der Konferenz dabei waren u. a. die stellvertretende Bürgermeisterin Corina Bokor, Schuldirektoren aus Kreis Hermannstadt und Vertreter des Schulinspektorats.

Ruxandra STĂNESCU

 

Gruppenbild bei der Abschlusskonferenz.             

Foto: Laurenţiu TOMA