Lesung mit Peter Biro im Erasmus-Büchercafé
Ausgabe Nr. 2948

Peter Biro (links) und Ruxandra Stănescu bei der Lesung im Erasmus-Büchercafé. Foto: Eduard RESCHKE
Mit einem Rezept begann der Literaturabend im Erasmus-Büchercafé am 21. Februar d. J., um 17 Uhr. Peter Biro eröffnete seine Lesung mit Texten aus „Tarator – 158 Variationen einer kalten Gurkensuppe“ und machte damit deutlich, dass es ihm weniger um Kulinarik als vielmehr um Sprache geht. Ein schlichtes Gericht dient ihm als Ausgangspunkt für gedankliche Experimente: Das Rezept wird aus unterschiedlichen ideologischen, gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Blickwinkeln neu formuliert. Der Inhalt bleibt, doch der Ton verändert sich – mal klingt er pathetisch, mal wie eine theoretische Abhandlung. Gerade diese Verschiebungen prägen den Charakter des Buches. Eine kalte Gurkensuppe als Auftakt war somit Programm.
Der Abend zeigte von Anfang an Biros Freude an Variation und Perspektivwechsel. In überschaubarer Runde verfolgten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Lesung und nutzten die persönliche Atmosphäre für Austausch. Bereits vor Beginn ergaben sich Gespräche mit dem Autor über seinen Weg vom Mediziner zum Schriftsteller und über seine Motivation zu schreiben.
Im weiteren Verlauf las Biro aus seinem Kurzgeschichtenband „Alles außer Rand und Band“ die Geschichte „Die Liebe zu den drei Organen“. Diese greift medizinische Motive auf und verarbeitet sie in satirischer Form. Berufliche Erfahrungen fließen darin in die literarische Gestaltung ein.

Peter Biro: Tarator – 158 literarische Variationen einer kalten Gurkensuppe. KaMeRu Verlag Zürich 2026, 160 Seiten, ISBN 978-3-907327-05-0 23,50 CHF. Zu bestellen im Erasmus-Büchercafé unter erasmus@buechercafe.ro.
Zum Abschluss stellte der Autor seinen neuen Roman „Die Faszination gepolsterter Rückenlehnen“ vor, der im April erscheint. Das Publikum erhielt einen ersten Einblick in die Handlung rund um Jean-Jacques Récamier, ein Mischwesen aus Mensch und Sitzmöbel. Außerdem bekam das Publikum bereits das Cover des Buches, auf dem eben dieses Wesen abgebildet ist, zu sehen. Der Roman bewegt sich im Bereich des magischen Realismus und führt von der Belle Époque bis in die 1980er-Jahre. In seinem ersten, 2021, in rumänischer Sprache erschienenen Band „Incredibila poveste a lui Jean Jaques Récamier” spielt Jean Jaques Récamier eine wichtige Rolle.

Peter Biro: Incredibila poveste a lui Jean-Jacques Récamier, omul-canapea – și alte multe satire pentru cititori curajoși. Verlag UZP, Bukarest 2021, 353 Seiten, ISBN 978-606-9654-88-0, 32 Lei, Bestellungen unter E-Mail incredibila21@gmail.com
Biro erklärte dazu in einem HZ-Interview: „Das ist ein Buch mit 50 Kurzgeschichten, das im Bukarester UZP-Verlag erschienen ist. Es geht um Satiren, Humoresken, einige mehr oder weniger lustig, die sich mit allen möglichen überwiegend absurden Begebenheiten des allgemeinen Lebens auseinandersetzen. Ich habe ein bisschen Freude an absurder Komik und an lustigen Formulierungen und würde das als hyperrealistische Schreibweise beschreiben. Übersetzt ins Rumänische wurden die Satiren hauptsächlich von Ruxandra Stănescu (39 Satiren), Simona Fuchs (5 Satiren), Hava Oren (3 Satiren), und mir (3 Satiren).”
Auch nach dem offiziellen Teil stand Peter Biro für Fragen zur Verfügung und signierte Bücher.
Eduard RESCHKE