Bilanz 2025 und Pläne für 2026 des ASTRA-Museums wurden vorgestellt
Ausgabe Nr. 2944

Blick auf den zugefrorenen See mitten im ASTRA-Freilichtmuseum bei einem Spaziergang Mitte Januar 2026.
Foto: Beatrice UNGAR
Der Manager des ASTRA-Museums, Ciprian Ștefan, stellte in einer Pressekonferenz die Bilanz des Jahres 2025 und die Pläne für 2026 vor. Die Ergebnisse des Vorjahres übertrafen die Erwartungen, doch wegen den angekündigten Kürzungen und Sparmaßnahmen konzentriert sich das Managementteam dieses Jahr darauf, die Gehälter und den obligatorischen Betrieb des Museums zu decken. Unter anderem ist die Organisation von Festivals wie Vin Fest, Guitar Meeting und Astra Rock ungewiss.
Die Prioritäten des ASTRA-Museums für 2026 sind die vollständige Deckung der Gehälter unter Beibehaltung des gesamten Personals und des Betriebs der Einrichtung, erklärte Ștefan. Ihm zufolge wird die Arbeit im Museum derzeit von 168 Personen (von insgesamt 219 bewilligten Stellen) gewährleistet, wobei das Ziel darin besteht, dass das Museum im Falle einer Begrenzung der Gehälter die Differenz rechtmäßig aus eigenen Einnahmen denken werde. Im Vergleich: Das Bukarester Dorfmuseum ist flächenmäßig sechs- bis siebenmal größer und hat 160 Mitarbeiter, erklärte er.
Das ASTRA-Museum verzeichnete 2025 insgesamt 531.687 Besucher, über 70.000 mehr als geplant. Davon waren 361.311 zahlende Besucher. Die im Museum organisierten Aktivitäten zogen 444.691 Personen an, während die außerhalb des Museums durchgeführten Projekte insgesamt 86.996 Besucher verzeichneten.
Der reichhaltige Veranstaltungskalender führte zum Anstieg der Besucherzahl: Astra Multicultural zog über 8.200 Menschen an, am Wochenende vom 15. bis 17. August, das Astra Rock und dem Jahrmarkt der Handwerke gewidmet war, brachte rund 15.200 Besucher ins Museum. Ein großer Erfolg war auch das Astra Film Festival, das mehr als 43.000 Besucher angezogen hat.
Auch der Bildungsbereich des Museums hat sich im Vorjahr entwickelt. 2025 nahmen 68.906 Teilnehmer an Programmen wie der Spielzeugmesse, der Olympiade der traditionellen Kunsthandwerke, der Schule im traditionellen Dorf und Astra Film Junior teil. 12 Projekte für Kinder wurden durchgeführt, wobei die „Die reisende Truhe” 3.900 Schüler in den eigenen Schulen erreichte: 42 Truhen wurden in Schulen im Kreis Hermannstadt und zwei im Kreis Kronstadt verteilt. Da gibt es weiterhin großes Interesse, erklärte der Manager, dieses Jahr beabsichtigt das Museum, das Programm auch auf Bukarest auszuweiten.

Ciprian Ștefan bei der Pressekonferenz.
Foto: Ruxandra STĂNESCU
Ein weiteres großes Projekt wurde im Schatzkästlein durchgeführt, wo 90 volkstümliche Kunsthandwerker zertifiziert wurden. Zu den Premieren des Jahres zählt auch die Öffnung der Kirche aus Vința für die Öffentlichkeit im Bereich der Restaurierung.
2025 kam auch mit mehreren Preisen für das Museum: Einer der wichtigsten Momente des Jahres war die Verleihung der „Premiile României” (Rumänische Preise). Auf internationaler Ebene erhielt das Museum im Vorjahr den „Europa Nostra/European Heritage Award” für das Projekt „Haus der Künste – Zentrum für regionale Aktivitäten und Ressourcen” in der Kategorie Bildung, Ausbildung und Kompetenzen, eine wichtige Anerkennung für das rumänische Kulturerbe. Außerdem wurde das Konzept der Sonderausstellung „Făurind Transilvania” (Menschen und Handwerk in Siebenbürgen) mit dem „iF Design Award” ausgezeichnet, einem der renommiertesten Designpreise der Welt.
Doch nicht alles Geplante wurde erreicht, erklärte der Manager, denn man warte zum Teil seit vier Jahren auf Genehmigungen und Finanzierungen seitens der CNI (Compania Naţională de Investiţii – Die Nationale Investitionsgesellschaft). Derzeit werden 324 Objekte und Untersuchungen für das Freilichtmuseum benötigt und damit es für manche nicht zu spät ist, muss das Museum eigene Ressourcen identifizieren, wobei es dieses Jahr auf die CNI-Projekte verzichtet.
„Wir sind die Lokomotive der Museen in Rumänien, und das verdanken wir unserem Team” erklärte Ciprian Ștefan der versprach, dass „niemand das ASTRA-Museum verlassen muss, solange ich bei Kräften und gesund bin”. Auch wenn dieses Jahr mehrere Festivals ausfallen oder in einem großen Festival zusammenbegracht werden, sollen die Kürzungen den normalen Betrieb des Museums nicht stören und auch zu keiner Erhöhung der Abopreise führen, auch wenn der Preis der Einzelkarten steigen könnte.
Der Manager betonte auch, dass dieses Jahr der Stärkung der kulturellen Infrastruktur, der Entwicklung von Bildungsprogrammen und der Fortsetzung von Projekten gewidmet sein wird: „Wir machen Projekte nicht nur um ihrer selbst willen. Sie müssen eine Zukunft haben. Wir möchten, dass das Museum in 50 Jahren noch genauso viele Denkmäler umfasst und dass wir nichts aufgrund des starken Verfalls verlieren.” Der Schwerpunkt liegt zur Zeit auf Gehöften aus dem Westgebirge, aus dem Donaudelta und aus Oltenien.
Im Jahr 2026 will das Museum von einem Projekt zur Digitalisierung profitieren, das auch die Erforschung des Einsatzes künstlicher Intelligenz in der Museumsarbeit umfasst. „KI wird den Menschen nicht ersetzen, sondern Menschen, die wissen, wie man KI einsetzt, werden diejenigen ersetzen, die dies nicht wissen. Emotionen müssen weiterhin von Menschen erzeugt werden”, erklärte Ciprian Ștefan.
Wichtig für den kulturellen Bereich in Rumänien sind die Reformen: „Der öffentliche Sektor muss so schnell wie möglich mit Kapital, aber auch mit Finanzierungsinstrumenten in Gang gebracht werden”, warnte Ștefan.
Reformen brauche aber auch Hermannstadt. Ciprian Ștefan erklärte nicht zum ersten Mal, dass das Kulturprogramm der Stadt „aufgefrischt” werden muss, um neue Touristen anzulocken, denn die Statistiken zeigen, dass die Übernachtungszahl der Touristen in der Stadt rückgängig ist. Deswegen hofft er auch, dass das Unternehmen, das vom Bürgermeisteramt den Auftrag zur Ausarbeitung einer 10-Jahres-Marketingstrategie für Hermannstadt erhalten hat, auch die Meinung der Fachleute der von ihm geleiteten Einrichtung einholt.
Dieses Jahr bringt auch für Ștefan einen Abschluss, denn 2026 endet seine dritte Amtszeit als Manager, eine Position, die er seit 2014 innehat. Er blickt auf 21 Jahre Tätigkeit im ATSRA-Museum zurück und will sich heuer zum vierten und letzten Mal für eine neue Amtszeit stellen, die zwischen 3 und 5 Jahren dauern wird, je nach Auflagen des Kulturministeriums.
Ruxandra STĂNESCU