Eine Familienfibel?

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (V)

Ausgabe Nr. 2870

Titelblattfrontispiz der Kölner Bibel. Zu sehen sind Darstellungen biblischer Figuren und Szenen, wie Adam und Eva im Paradies (oben rechts), Moses (Mitte links), die Geburt Jesu (unten links), das letzte Abendmahl (unten Mitte), die Kreuzigung Jesu (unten rechts) und so weiter.

„Er kam aus Deutschland als ein von Wissenschaften und feiner Cultur glänzender junger Mann, eine Schönheit eines Mannes, nach Hermannstadt zurück, aber ausser sich mit keinen andern Mitteln. (…) Damals waren zwei reiche sächsische Frauenzimmer in Hermannstadt, beide von erster sächsischer Geburt. Eine war des verstorbenen Comes Simon v. Baussnern jüngere Tochter, schön, reich, nach der feinern Welt gebildet, aber leichtsinnig, wie solches ihr nachmaliger Lebenswandel beweis. (…) Die andere war des damaligen Hermannstädter Bürgermeisters v. Kloknern noch einzige Tochter und Erbin seines Hauses, ein Frauenzimmer von vielem Verstand, Schönheit und ansehnlichem Reichthum, auch nach der feinern Welt gebildet und sich kennend. Weiterlesen

Midissage statt Vernissage

Eine der Aufarbeitung gewidmete Ausstellung

Ausgabe Nr. 2870

Seitens der Veranstalter in Hermannstadt begrüßten Ana-Maria Daneș, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt (1. v. l.), und ifa-Kulturmanagerin Anne Herrmann (2. v. l.) die Anwesenden, und erteilten sodann einigen Zeitzeugen das Wort, u. a. Ilse Philippi (am Mikrophon), Paul-Jürgen Porr und Helmut Lerner.                           Foto: Beatrice UNGAR

Im Rahmen der am 12. Juni stattgefundenen „Midissage”, eine Veranstaltung zur Halbzeit der Wanderausstellung „Aufarbeitung. DDR und Rumänien in der Erinnerungskultur“, die vom 5. bis 18. Juni im Touristeninformationszentrum des Rathauses am Großen Ring zu besichtigen war, dankte seitens der Veranstalter ifa-Kulturmanagerin Anne Herrmann den Kuratoren Ulrich Mählert und Stefan Wolle für den deutschen Teil sowie Dalia Bathory und Bogdan Preda für den rumänischen Teil.Weiterlesen

10 Jahre WizzAir

Ausgabe Nr. 2870

Der erste WizzAir-Flug aus Hermannstadt nach London hat vor zehn Jahren stattgefunden, am 14. Juni 2014. Die Billigfluggesellschaft hat seit August 2009 auch einen eigenen Stützpunkt auf dem Hermannstädter Flughafen. Mit WizzAir kann man z. Z. nach Dortmund, Baden-Baden, Memmingen, Nürnberg und London fliegen.      

Foto: WizzAir

 

Buffalo Bill kehrt zurück

Deutsche Premiere im Hermannstädter Gong-Theater

Ausgabe Nr. 2870

Schlussszene mit Adrian Prohaska, Lucia Barbu, Jenö Major, Claudia Stühler und Angelá Páskuy (v. l. n. r.).                           Foto: Cynthia PINTER

Einst besuchte Buffalo Bill Hermannstadt mit seiner berühmten Zirkusshow – jetzt kehrt er auf die Bühne zurück. Am 13. Juni präsentierte das Kinder- und Jugendtheater Gong die deutsche Premiere von „Zirkus Buffalo Bill“, übersetzt von Beatrice Ungar. Eine spannende Show für Kinder ab fünf Jahren, die unter der Regie der Autorin des Stückes Éva Lábadi Megyes entstand und das Publikum auf eine fesselnde Reise in den Wilden Westen mitnahm. Weiterlesen

Farbenfroh und klanggewaltig

Ausgabe Nr. 2870

Der Hermannstädter Bachchor hat am Samstag, dem 8. Juni, in der evangelischen Stadtpfarrkirche Musik aus der farbenfrohen französischen Spätromantik zu Gehör gebracht: die Messe solenelle op. 16 von Louis Vierne, dazu passende Orgelwerke auf einer und zwei Orgeln (Brita Falch Leutert und Jürg Leutert) und ein Lied des Widmungsträgers der Messe, Théodore Dubois (Elisa Gunesch, Mezzosopran) begleitet von Stadtkantorin Brita Falch Leutert an der fast fertig renovierten Sauer-Orgel. Zum Schluss gab es minutenlangen Stehapplaus. Am Tag davor hatten Brita Falch Leutert, Eliza Gunesch und Jürg Leutert im Rahmen der Mittagsmusik konzertiert. Unser Bild: Farbenfroh war nicht nur die Musik sondern auch die Bekleidung der Bachchor-Mitglieder.                                                       Foto: Beatrice UNGAR

Spannend und intensiv

Ausgabe Nr. 2870

Anlässlich des Kindertheatertages in Kronstadt 2024 erlebten die Kinder der deutschsprachigen Klasse 1G3 der George-Coșbuc-Schule aus Klausenburg einen theaterpädagogischen Ausflug der besonderen Art. Unter der Leitung von Karin Hedrich, Klassenlehrerin, und Dr. Kata-Szilvia Bartalis, Sprachdidaktikerin und Theaterpädagogin an der deutschsprachigen Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften, begaben sich 25 Kinder am 1. Juni, dem internationalen Kindertag, auf eine spannende Reise.Weiterlesen

,,Die Tage seien als Versuch gedacht“

Gedanken zu Matthias Kehles zweisprachigem Gedichtband ,,Fundus / Stoc“

Ausgabe Nr. 2870

Matthias Kehle: Fundus/Stoc. Gedichte. Deutsch/Rumänisch. Ins Rumänische übersetzt von Traian Pop Traian. Vorwort von Cătălin Dorian Florescu. Pop Verlag Ludwigsburg 2017, 86 Seiten, ISBN: 978-3-86356-149-9, 14 Euro.

Die Sammlung von Kehles Gedichten nimmt den Leser in zwei Sprachen mit auf eine tiefgründige Reise durch menschliche Emotionen und Beobachtungen des Alltags. Übersetzt wurden die Gedichte ins Rumänische von Traian Pop Traian, der in Kronstadt in Rumänien geboren wurde und seit 1989 in Deutschland als Schriftsteller, Verleger und Übersetzer lebt. Matthias Kehle lebt in Karlsruhe als freier Schriftsteller, Journalist und Kritiker. Sein erster Gedichtband erschien 2017 ebenfalls im Pop Verlag Ludwigsburg. Das Buch handelt von dem gewagten Versuch, ins Leben einzusteigen.Weiterlesen

Spannung und Begeisterung

Bukarester gewannen bei ,,Sibiu Streetball“

Ausgabe Nr. 2870

Das Siegerpodium der Kategorie Open Herren.   Foto: Cynthia PINTER

Tag und Nacht herrschte am Elemer Tordai-Spielfeld vor der Transilvania-Halle in Hermannstadt reges Treiben. Basketballspielerinnen und -spieler aller Alterskategorien dribbelten und warfen den gelb-blauen Basketball in den Korb. Sie hatten alle ein Ziel, das Spiel zu gewinnen und warum nicht, als Sieger der Endrunde den Pokal und die Medaillen zu bekommen. Das inzwischen zur Tradition gewordene 3×3 Basketballturnier „Sibiu Streetball“ fand am Wochenende, auf dem „Elemer Tordai“-Basketballplatz statt. Weiterlesen

,,Der Mensch hat keine andere Waffe als die Musik…“

Ein besonderes und sehr gut besuchtes Konzert mit Psalmen-Vertonungen in der Synagoge in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2870

Gryllus Daniel, Marta Sebestyén und Gryllus Vilmos (v. l. n. r.).
Foto: Werner FINK

„Tizenöt zsoltár“ (15 Psalmen) lautete der Titel des Konzerts, das am 3. Juni in der Synagoge in Hermannstadt stattgefunden hat. Gerade als das Konzert beginnen sollte, regnete es draußen wie schon lange nicht mehr. Ob jemand den Weg ins Konzert gefunden hatte? Beim Betreten der Synagoge stellte sich heraus: Drinnen war es voll und es herrschte eine schöne Atmosphäre. Musikliebhaber verschiedener Konfessionen und Ethnien waren gekommen. Márta Sebestyén und die Brüder Dániel und Vilmos Gryllus aus Ungarn, alle drei Kossuth-Preisträger, hatten sich vorgenommen, zwischen dem 2. und 8. Juni die Vorstellung in sieben Gotteshäusern verschiedener Konfessionen in sieben Ortschaften in Siebenbürgen aufzuführen. In Hermannstadt war die Wahl nun auf die Synagoge gefallen.Weiterlesen

Pferdeflüstern und Dachgespräche

Ein Besuch im Salon für Visuelle Künste der UAP-Filiale Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2870

Constantin Pele: Experiment VI.

Schon zur Tradition geworden ist der Salon für Visuelle Künste der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Künstlerverbands (UAP), der während des Hermannstädter Internationalen Theterfestivals und bis zum 4. Juli in der UAP-Galerie am Großen Ring 12 besichtigt werden kann. Zu sehen sind Werke von Künstlerinnen und Künstlern von den UAP-Filialen Alba Iulia, Bukarest, Klausenburg, Râmnicu Vâlcea, Suceava. Weiterlesen

Nichts kann uns trennen

Streiflichter von den Christlichen Begegnungstagen im Herzen Europas

Ausgabe Nr. 2870

Die Teilnehmerinnen am Podiumsgespräch (v. l. n. r.): Helena Smolová, Tschechoslowakische Hussitische Kirche, Klára Tarr Cselovszky, Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn, Mária Hroboňová, Evangelische Kirche A. B. in der Slowakei, Lenka Janotková, Evangelisch-Lutherische Kirche in der Slowakei, Ulriche Trautwein, Evangelische Kirche Berlin, Dr. Elfriede Dörr, Evangelische Kirche A. B. in Rumänien, Marta Zachraj-Mikołajczyk, Evangelisch-Lutherische Kirche in Polen.                 Foto: Privat

Zusammengenommen sind die Christlichen Begegnungstage ein internationaler Kirchentag im Herzen Europas. Das ist ein Fest des Glaubens, zu dem Menschen aus verschiedenen Ländern angereist sind: zunächst aus Deutschland und Polen, dann Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn, der Ukraine, und auch aus Rumänien. Diese grenzüberschreitende Verbundenheit wurde zeichenhaft in den benachbarten Grenzstädten Frankfurt Oder (Deutschland) und Słubice (Polen) gefeiert. Insgesamt standen unter dem Motto „Nichts kann uns trennen“ rund 150 Veranstaltungen auf dem Programm. Die Christlichen Begegnungstage fanden vom 7.-9. Juni statt. Lesen Sie im Folgenden den Bericht von Dr. Elfriede Dörr, die als Vertreterin der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien daran teilgenommen hat.Weiterlesen

50 Lieder für 50 Jahre

Mit dem Evangelischen Gesangbuch durchs Jahr 2024

Ausgabe Nr. 2870

Bis 1908 hatte das Gesangbuch bereits die 23. Auflage erlebt und ein Exemplar dieser Auflage war das Konfirmationsgeschenk meiner Mutter. Eingekreist und mit einem Herz versehen steht darin das Lied Nr. 338. Es ist ein Lied, welches meine Mutter zeitlebens begleitet hat. 1980 am Tag meiner Ordination hatten sich mehrere Vikare im Bischofshaus eingefunden, begleitet von Eltern und Kuratoren der zugeteilten Gemeinden. Beim Festessen in der Bischofswohnung gab es noch Dankesworte. Einer der Kuratoren des Nösnerlandes war kein geübter Redner, weswegen er sich auch entschuldigte. Aber dieser Mann sang aus voller Kehle alle 6 Strophen des Liedes 338, als Dank für die Zuteilung eines jungen Pfarrers für das einsame Gebiet der damaligen Diaspora. Und meiner Mutter, die neben mir saß, leuchteten die Augen und ihre Lippen bewegten sich Strophe für Strophe.Weiterlesen