Der Band „Niederschriften aus dem 20. und 21. Jahrhundert“ von Jens Langer
Ausgabe Nr. 2498

Erst im gesellschaftlichen Umbruch und Aufbruch erweist es sich, ob gegebene Theologie tragfähig für die Gegenwart und Zukunft ist. Um dies zu testen, ist es wichtig auf Theologen des Umbruchs zu hören, die ihre Zeit nicht zeitlos reflektierten. Jens Langer (1939 in Rostock geboren), Pfarrer und habilitierter Hochschuldozent mit Europa-Erfahrung (Generalsekretär der Evangelischen Studierenden-Gemeinden in der DDR von 1974-1978) und Kenntnis regionaler Kultur von Mecklenburg und Siebenbürgen ist einer von ihnen. Er gehört zu einer theologischen Generation der DDR im Übergang, die mit ihren kritischen Gedanken von damals Inspirationen für engagierte Zeitgenossenschaft von heute liefern. Denn Sache der Theologie ist es „das überlieferte Glaubenszeugnis als gegenwärtig zu verantwortendes zu bedenken. Sie sagt nicht ‚So war es‘, sondern ‚So ist es’“ (Gerhard Ebeling). Für Langer sind regionale Verwurzelung und weltoffene Perspektive Charakteristika für sein Gesellschaftsbild. So lässt er auch für sich gelten, was Karl Barth über Dietrich Bonhoeffers Theologie sagte: „schwermütige Theologie der norddeutschen Tiefebene“, die frei ist von kirchlicher Enge.
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