Begnadet und dennoch bescheiden

Nachruf auf die Germanistin Johanna Bottesch

Ausgabe Nr. 2705

Johanna Bottesch in der Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt. Foto: DKH

Am 3. Januar 2021 ist Johanna Hermine Bottesch im Alter von 65 Jahren verstorben. Ihre Lehr- und Forschungstätigkeit belegt die fachliche Gründlichkeit, mit der sie die „Wissenschaft von der Sprache“ betrieb, und mit der gleichen Gründlichkeit vermittelte sie anschaulich auch das Wissen um Sprache.

Mit Respekt und Dankbarkeit gedenken wir dem Wirken einer Germanistin, deren pädagogische Begabung, Disziplin, Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit musterhaft waren. Johanna war von der stillen Sorte und dennoch weit über die Grenzen ihres Wirkungsortes bekannt und geschätzt.Weiterlesen

Skandal wegen der Müllabfuhrgebühr

Auch in Hermannstadt gibt es „gescheite Jungs” – sogar einen aus Konstanza

Ausgabe Nr. 2705

Bei dem Protestmarsch am Großen Ring am Sonntag waren die Rentner in Überzahl und sehr empört, dass viele von ihnen alleine wohnen und wie eine Großfamilie zahlen müssen.                     Foto: die Verfasserin

Seit Anfang des Jahres brodelt es in Hermannstadt, weil die Regelungen im Bereich der Müllabfuhr geändert werden sollen und dementsprechend die Gebühren für die Bevölkerung auch um 300 Prozent steigen könnten. Am Sonntag kam es in Hermannstadt sogar zu einer kleinen Demonstration auf dem Großen Ring, bei der hauptsächlich die Rentner sich über die neuen Preise beschwerten: Mindestens 430 Lei pro Jahr soll man pro Haushalt bezahlen, egal ob eine oder mehrere Personen dort wohnen. Zudem kommt, dass man seit dem Vorjahr in Hermannstadt auch für die leeren Wohnungen die Müllabfuhr für eine Person zahlen musste, was heißen könnte, dass man knapp 100 Euro pro Jahr für eine nicht erbrachte Dienstleistung zahlen müsste.Weiterlesen

Interview

Ausgabe Nr. 2705

In der HZ-Redaktion hat die Rundfunkjournalistin Mihaela Helmis (links) am vergangenen Freitag den Presse- und Kunstfotografen Fred Nuss (rechts) für Radio România Actualități interviewt. Ein  Ausschnitt daraus wird heute zum Nationalen Kulturtag gesendet.             

Foto: Beatrice UNGAR

 

Freundlich, hingebungsvoll und engagiert

Zum Gedenken an den ehemaligen Großpolder Pfarrer Wolfgang Rehner

Ausgabe Nr. 2705

Pfarrer Wolfgang Rehner (6. v. l.) mit Vikar und Jugendlichen nach dem Gottesdienst in Großpold.                                       Foto: Johann KLUSCH

Stadtpfarrer Wolfgang Rehner i. R., geb. am 13. April 1936, war einst Vikar in Großpold und kam 1968 als gewählter Pfarrer nach Großpold. Ein junger Pfarrer von nur 32 Jahren, in einer sehr herausfordernden Gemeinde. Die Pfarrfamilie bestand aus dem Ehepaar Wolfgang und Gertrud Rehner geb. Knall, der Tochter Gertrud, dem Sohn Wolfgang, der Tochter Maria, sowie dem kleinen Martin, den die Oma im Arm hielt. In der Großpolder Zeit kam später das jüngste Kind, Johannes, zur Welt.

In Großpold wurde viel von ihm erwartet. Da war ein intensiver kirchlicher Unterricht zu gestalten, mehr als 50 Kinder in manchem Jahrgang. Stolze Presbyter, Kirchenväter und Kuratoren, ,,Adjuvanten“ für Festlichkeiten und Trauermusik bei jedem Begräbnis; die Bibelstunden, Frühgottesdienst und Vesper in der Fastenzeit, das ,,Leiden nach dem Evangelisten Matthäus“ im Stile von Heinrich Schütz von den Adjuvanten jeden Gründonnerstag- und Karfreitag aufgeboten. Nachbarschaften, Bruder- und Schwesternschaften. Die auf Pfarrer Scherg aus Kronstadt zurückgehende Sonntagschule. Fromme Frauen, die regelmäßige Andachten brauchten. Das Herz des neuen Pfarrers aber schlug ganz besonders für die Jugendarbeit.Weiterlesen

Vier Frauen, vier Lebenswege

Eine rumänisch-deutsche Familiengeschichte

Ausgabe Nr. 2705

Yvonne Hergane (links) bei ihrer ersten Teilnahme an den ,,Reschitzaer Deutschen Literaturtagen“ im Jahr 2019, mit der Temeswarer Autorin Edith Guip-Cobilanschi (rechts). Foto: Beatrice UNGAR

Edith, Marita, Ellie und Hanne sind vier Mütter, deren Lebensbögen sich über 120 Jahre spannen. Über vier Generationen hinweg verfolgt Yvonne Hergane in ihrem Debütroman „Die Chamäleondamen“, der Ende vergangenen Jahres im MaroVerlag in Deutschland erschienen ist, eine banatdeutsche Familiengeschichte, die in Reschitza beginnt und in Hamburg endet.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2705

Blick vom Hammersdorfer Berg.
Foto: Cynthia PINTER

Wichtige Rufnummern

Hermannstadt. – In den letzten 14 Tagen wurden in Hermannstadt 367 neue Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gemeldet, die Infektionsrate lag am Mittwoch bei 2,14 Prozent. Das Hermannstädter Kreiskrankenhaus stellt für Anmeldungen zu RT-PCR COVID-19-Tests zwei zusätzliche Rufnummern zur Verfügung: 0754-01.03.08 und 0269-24.39.22. Weiterhin gültig ist die Rufnummer 0269-21.50.50 Hausanschluss 430. Angehörigen von im Kreiskrankenhaus internierten an COVID 19 erkrankten Patienten stehen folgende Telefonnummern zur Verfügung: Klinik für Infektionskrankheiten: 0269-21.50.50, Hausanschluss 250, 0754-06.09.23 (14-17 Uhr), Intensivstation: 0269-21.50.50, Hausanschlüsse 196 oder 524 (13-14 Uhr).  (BU)Weiterlesen

Kirchturm erstrahlt in neuem Glanz

Ausgabe Nr. 2704

 

Zwischen Weihnachten 2020 und Epiphanias 2021 hat die evangelische Kirchengemeinde Hermannstadt die Gottesdienste in der Stadtpfarrkirche gefeiert – unter Baustellenbedingungen und mit Covid-Maßnahmen.  Am Neujahrstag lud die Kirchengemeinde ebenfalls in die Stadtpfarrkirche  ein. Statt des traditionellen Neujahrsgottesdienstes gab es von 12 bis 14 Uhr mehrere Angebote unter dem Motto ,,Offene Kirche“. Es war hell und angenehm temperiert, Pfarrer, Kantoren und Presbyter waren präsent, immer wieder gab es Musik Schriftlesungen und Gebete zum Neuen Jahr, man erzählte in kleinen Gruppen bei einer Tasse Tee und ging nach einer Viertelstunde wieder. Am Ende des Jahres 2020 zählte die Hermannstädter evangelische Kirchengemeinde A. B. 880 Mitglieder (506 weibliche und 374 männliche), davon 18 Mitglieder in Zweitmitgliedschaft (mit Wohnsitz in Deutschland und mit Mitgliedschaft in einer anderen evangelischen Kirche) und zehn im Sonderstatus (also mit Wohnsitz in Deutschland, ohne Mitgliedschaft in einer anderen Kirche). Unser Bild: Noch vor Jahreswechsel wurde das Baugerüst an dem Kirchturm entfernt und nun erstrahlt er in neuem Glanz.     Foto: Fred NUSS

Ein aufrechter Christ

Nachruf auf Stadtpfarrer Wolfgang Rehner

Ausgabe Nr. 2704

Pfarrer i. R. Wolfgang Rehner (am Rednerpult) bedankt sich für die Honterus-Medaille, die ihm im Rahmen des Großen Sachsentreffens 2017von Martin Bottesch im Namen des Siebenbürgenforums (2. v. r.) und Bischof Reinhart Guib seitens der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien überreicht wurde.                                     Foto: Fred NUSS

Am Sylversterabend 2020, etwa 20 Uhr, hat das Herz von Wolfgang Rehner zu schlagen aufgehört. Er war aus dem Vespergottesdienst nachhause gekommen, hatte sich an den Tisch gesetzt und mit seiner Frau eine Andacht vor dem Abendessen gehalten. Die letzten Worte des gelesenen Psalms lauten: „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.” Danach hielt er ein wenig inne. Er wollte seiner Frau noch etwas sagen. Dazu kam es nicht mehr.

Der am 13. April 1936 in Wolkendorf geborene Wolfgang Rehner war Pfarrer mit Leib und Seele. Er hat als Seelsorger in Gergeschdorf angefangen, war längere Zeit Dozent für Religionsgeschichte und Altes Testament an unserm Theologischen Institut, wurde als Pfarrer nach Großpold gerufen und im Jahr 1976 als Stadtpfarrer nach Hermannstadt.Weiterlesen

Epiphanias-Gottesdienst

Ausgabe Nr. 2704

Die Michelsberger evangelische Kirchengemeinde feierte traditionell den Epiphanias-Gottesdienst am 6. Januar in der romanischen Basilika auf der Michelsberger Burg (unser Bild oben). Der Heltauer Stadtpfarrer Zorán Kézdi hielt die Andacht  zu Jesaja 60, die wenigen Anwesenden stimmten zuletzt das ,,Puer Natus“ an. Dieses jahrhundertealte Lied erklingt im Wechselgesang gewöhnlich in Michelsberg an Weihnachten, wenn die Christleuchter in der Dorfkirche angezündet werden. Nach dem Gottesdienst sorgte Kirchenmutter Marion Henning mit warmem Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl der Anwesenden.

Schon am Neujahrstag, dem 1. Januar, hatten die Michelsberger Grund zum Feiern (unser Bild unten): Stefan Tobler (links), der der Gemeinde 2018 ein neues Abendmahlsgeschirr gespendet hatte – die alten vorreformatorischen Kelche hatte die Kirchengemeinden dem Landeskirchlichen Museum im Teutsch-Haus übergeben – händigte Ortspfarrer Dr. Stefan Cosoroabă (rechts) eine entsprechende Flasche für den Abendmahlswein aus.      Foto: Beatrice UNGAR