Erfolgreiche Kompromisslösung

Das 27. Internationale Hermannstädter Theaterfestival fand im Netz statt

Ausgabe Nr. 2678

Szenenfoto aus der Vorstellung mit Anton Tschechows ,,Der Kirschgarten“ in der Regie von Lev Erenburg am Sankt Petersburger Nebolshoy Dramatheater.                                                            Foto: Anastasia PAUSTOVA

Der Regen hat auch das diesjährige Internationale Theaterfestival aus Hermannstadt komplett begleitet, so wie man das als Hermannstädter seit Jahren kennt. Diesmal hat es allerdings gepasst, denn die Lockerungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie hätten vielleicht viel mehr Hermannstädter aus dem Haus gelockt. So konnte man sich gemütlich vor dem Fernseher, Tablet oder Handy kuscheln und ein schönes Theaterstück online sehen. Doch nicht nur Hermannstädter zählten heuer zu den über 1,5 Millionen Zuschauern, denn die meisten Stücke waren weltweit kostenlos zu sehen. Wer diese 27. Auflage verpasst hat oder ein Stück nochmals sehen will, hat gute Chancen, denn die Stücke werden wieder gesendet.Weiterlesen

Still, gelassen und einfühlsam

Nachruf auf Pfarrer Reinhardt Boltres (1968-2020) / Von Johannes KLEIN

Ausgabe Nr. 2678

Der viel zu früh verstorbene Agnethler Pfarrer Reinhardt Boltres war Jahr für Jahr nach Wiederaufnahme des Brauches des Urzellaufs ein großzügiger und immer freundlicher Gastgeber einer der Parten. Unser Bild: Pfarrer Reinhardt Boltres bedient die Urzeln mit leckeren Krapfen beim Urzellauf 2014. Foto: Werner FINK

„So spricht Gott, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein“.
(Jesaja 30,15).

So steht dieser Vers in der Lutherbibel: im Konjunktiv. Diese Interpretation ist nicht falsch, weil das Althebräische keinen Konjunktiv kennt und man diesen in modernen Sprachen zum Verständnis gelegentlich braucht. Im biblischen Kontext ist der Konjunktiv sinnvoll, weil sich das Volk Israel, auf das sich dieser Vers primär bezieht, in der beschriebenen Situation gerade nicht durch Stillesein und Vertrauen stark gemacht hat. Und das tut nicht nur das Volk Israel in dem Fall nicht, sondern die meisten Menschen sind nicht im Stillesein und Vertrauen stark. Es gibt aber durchaus auch Ausnahmen – wie Reinhardt Boltres –, die diesem Bibelvers entsprechen, ohne vorher gemahnt werden zu müssen. Im Andenken an ihn möchte ich deshalb den Bibelvers nach der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig wiedergeben, die viel näher an der hebräischen Vorlage steht: „In Umkehr und Ruhe werdet ihr befreit, in Stille und Gelassenheit geschieht euer Heldentum.“ Reinhardt Boltres hat sein ganzes Leben lang in seiner Ruhe Freiheit gelebt, er war ein Held der Stille und Gelassenheit. Der lutherische Konjunktiv kann sich auf ihn nicht beziehen. Er ist Mahnmal für uns: vielleicht würden wir stärker sein, wenn wir etwas mehr auf Stille und Vertrauen achten würden.
Reinhardt Boltres wird am 29. April 1968 als Sohn der Katharina und des Reinhardt Boltres in Hermannstadt geboren. Während der Kindheit weilt er oft bei den Großeltern in Reußdörfchen, wenige Kilometer von Hermannstadt entfernt.Weiterlesen

„Hier sehe ich meine Zukunft“

Gespräch mit Wolfgang Alexander Guib, COO der Firma Deutsche Grundriss Romania

Ausgabe Nr. 2678

Jungunternehmer Wolfgang Alexander Guib an seinem Arbeitsplatz.  Foto: Werner FINK

Wolfgang Alexander Guib (26) ist seit Februar 2020 Generaldirektor der Firma Deutsche Grundriss Romania und für das gesamte operative Geschäft der Firma in Europa zuständig. Deutsche Grundriss ist ein führender Anbieter von Graphik und Software-orientierten Lösungen, Grundrissen für Marketing-Zwecke und Immobilien-Visualisierungen im deutschsprachigen Raum. Guib ist in Mediasch geboren und aufgewachsen, später kam er nach Hermannstadt, wo er die zwölfte Klasse an der Brukenthalschule absolvierte und anschließend  zu studieren und zu arbeiten anfing. Innerhalb kürzester Zeit schaffte er es, sein Ziel zu verwirklichen und Top-Manager seiner Firma zu werden. Eines seiner  weiteren Ziele ist es, in die Lokalpolitik zu gehen. Zu seinem Werdegang gewährte Wolfgang Alexander Guib dem HZ-Redakteur Werner F i n k folgendes Interview:Weiterlesen

Ein Zeichen der Anerkennung

Staatspräsident Klaus Johannis würdigte ASTRA-Museum in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2678

Vize-Premierministerin Raluca Turcan (links) überreicht  Generalmanager Ciprian Ștefan den Orden.                                               Foto: Fred NUSS

,,Heute ist erneut ein bewegender Tag für das ASTRA-Museum. Nachdem letztes Jahr Europa dessen Verdienste durch die Verleihung des bedeutenden  European Museum Academy-Preises anerkannt hatte, war es irgendwie zu erwarten, dass es auch eine Anerkennung auf nationaler Ebene geben wird“, sagte selbstbewusst der Generalmanager des ASTRA-Museums, Ciprian Ştefan, bei der Feierlichkeit am Samstag Nachmittag im Freilichtmuseum im Jungen Wald, in deren Rahmen das Museum mit dem von Staatspräsident Klaus Johannis verliehenen Kulturverdienstorden im Ritterrang ausgezeichnet worden ist.Weiterlesen

Donnerstags gibt es Musik

Neues aus dem Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2678

Der deutsche Jazzmusiker Florian Wehse stellte sich und seine Bands vergangenen Donnerstag vor und bewies ganz sympathisch, dass er zur Not  selber ein ganzes Orchester sein kann.                                       Foto: DKH

Seit dem 21. Mai stellt das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt (DKH) „Das Lied am Donnerstag” ins Netz und macht dadurch das Leben der Online-Besucher schöner und deutsche Musiker besser bekannt. Diese Aktion ist nicht die einzige Neuigkeit beim DKH und in den vergangenen Monaten wurde das Angebot an die jetzigen Zeiten angepasst.Weiterlesen

Konzerte mit Publikum

Ausgabe Nr. 2678

Unter der Stabführung von Bogdan Postolache boten einige Mitglieder des sinfonischen Orchesters der Hermannstädter Staatsphilharmonie am Donnerstag und am Freitag der Vorwoche erstmals nach Aufhebung der Ausgangssperre Konzerte mit Publikum auf dem Vorplatz neben dem Thaliasaal am Fuße des ehemaligen Schneiderturms.

 Foto: Beatrice UNGAR

Auf Zeitreise im Schloss Horneck

Neues Kinderbuch im Schiller-Verlag erschienen

Ausgabe Nr. 2678

Ines Handel: Pimpolinos Abenteuer auf Schloss Horneck. Schiller Verlag Bonn – Hermannstadt, 2020, 42 Seiten, ISBN 978-3-946954-73-6

Zeitreisen faszinierten die Menschen schon seit Jahrhunderten. H. G. Wells schrieb schon 1895 darüber in seinem bekannten Science Fiction Roman „Die Zeitmaschine“. Auf einer Reise durch die Zeit nimmt auch Ines Handel ihre Leserinnen und Leser mit. Das seit kurzem im Schiller-Verlag Bonn Hermannstadt erschienene Kinderbuch „Pimpolinos Abenteuer auf Schloss Horneck“ führt durch die spannende und ereignisreiche 700 Jahre alte Geschichte des Schlosses Horneck in Gundelsheim, das heute als Siebenbürgisches Kultur- und Begegnungszentrum funktioniert.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2678

Wieder mehr Covid 19-Fälle

Bukarest/Hermannstadt. – Die Anzahl der neuen Covid 19-Infektionen liegt in Rumänien seit mehreren Tagen bei über 300 in 24 Stunden, was den Behörden Sorgen bereitet. In den wichtigsten Covid 19-Krankenhäusern in Bukarest sind bereits keine freien Plätze mehr, auch in Hermannstadt sind die 88 den Covid 19-Infizierten zugeordneten Plätze bereits zu 70 Prozent besetzt. Grund dafür ist u. a., dass in Hermannstadt von Dienstag auf Mittwoch 19 neue Fälle registriert wurden, wobei in Hermannstadt in den letzten Wochen die Zahl der Neuinfektionen in 24 Stunden immer unter zehn Personen lag.

Bis zum 24. Juni d. J. sind 1.555 Personen in Rumänien an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben, 48 davon in Hermannstadt. Insgesamt wurden landesweit 651.003 Tests durchgeführt. 24.826 Personen wurde die Krankheit nachgewiesen, davon 616 in Hermannstadt.

In Hermannstadt wurden auch vier Reinfizierungen registriert, als genesen erklärte Patienten haben sich wieder mit dem neuen Coronavirus infiziert. Gesundheitsminister Nelu Tătaru erklärte, dass diese Fälle von den Spezialisten untersucht werden, es könne allerdings sein, dass es sich um unterschiedliche Sars-CoV-2-Stämme handele.

Ab dem 1. Juli sollen neue Lockerungsmaßnahmen eintreten, es ist allerdings nicht klar, welche es sein werden, da die Anzahl der Neuerkrankungen noch nicht gesunken ist. (RS)

 

Sonderausstellung im Teutsch-Haus

Hermannstadt. – Die Ausstellung „PANORAMA. Hermannstadt-Sibiu“ mit Fotografien von Stefan Jammer ist vom 2. Juli bis 15. Dezember 2020 im im Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrum zu besichtigen. Die Ausstellung wurde mit der finanziellen Unterstützung des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt und des Landeskonsistoriums der EKR realisiert. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien fördert den Katalog, und das Hermannstädter Bürgermeisteramt bewirbt die Ausstellung. Weiterlesen