Rezepte überleben Kriege

Eine Weihnachtsgeschichte aus Törnen: Motters Knoblauchwurst

Ausgabe Nr. 2941

Blick auf die evangelische Kirche und den Friedhof in Törnen.
Foto: Beatrice UNGAR

Sie hatte die Tradition aus ihrer Heimat Siebenbürgens mitgebracht, jenem Landstrich im Südosten Europas, der nach Knoblauch roch wie andere Orte nach Heu oder Sommerregen. Knoblauch wuchs dort in rauen Mengen und wurde nicht sparsam, sondern mit Überzeugung gegessen: roh zum Schmalzbrot, zu gekochten Kartoffeln – in etwas Salz getaucht, beißend scharf, tränentreibend und trotzdem ein Genuss, der zum Alltag gehörte. Gesund? Darüber dachte niemand nach. Man aß so. Man lebte so. Man blieb dabei erstaunlich robust. Und schließlich half er ja, das wissen wir, auch gegen Dracula, der in derselben Gegend sein Unwesen trieb. Ja, Siebenbürgen ist Transsilvanien.Weiterlesen

Schnitt für Schnitt

Eine Friseurschule mit einzigartigem Konzept eröffnet in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2941

Adrian Niculescu demonstriert den Friseurschülerinnen am HZ-Praktikanten Eduard Reschke die richtige Schnitttechnik.         Foto: Mihai SERESTER

Eine Niederlassung der rumänienweit bekannten Friseurschulkette „Point Cut“ eröffnete am 7. November in Hermannstadt. Den Standort führen Ion und Lavinia Grigore, die gemeinsam mit ihrem Sohn Denis sowie weiteren Friseurlehrern unterrichten. Mit ihnen erweitert der Gründer, Adrian Niculescu, sein Netzwerk auf inzwischen 24 Standorte in Rumänien. „Point Cut“ unterscheidet sich deutlich von klassischen Friseurschulen. Der Grundgedanke lautet: Ab dem ersten Tag arbeiten die Teilnehmer nicht an Übungsköpfen, sondern an echten Menschen. Die kostenlosen Männerhaarschnitte bilden die tägliche Grundlage des Unterrichts und das Herzstück des gesamten Systems.Weiterlesen

Frauensalon in der EAS

Ausgabe Nr. 2940

Die Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS) hat die Veranstaltungsreihe der Frauensalons wieder aufgenommen. Die Moderation hat Dr. Andreea Dumitru-Iacob (Bildmitte) inne. Der erste Frauensalon hat am Freitag der Vorwoche stattgefunden. Gäste waren die Kulturmanagerin Andreea Ciortea (links) und die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt Ana-Maria Daneș (rechts). Der zweite Frauensalon findet heute, Freitag, dem 12. Dezember, 18 Uhr, im „Hans Bernd von Haeften“-Tagungszentrum (Str. Livezii Nr. 55) statt. Eingeladen sind Diana Mureșan (Unternehmerin und Lokalpolitikerin) und Anca Popa (Projektmanagerin von Kultur- und Sozialprojekten). Der Frauensalon wird mit der finanziellen Unterstützung des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt organisiert.                                                                     Foto: Beatrice UNGAR

Für Verständigung und Toleranz

Amy Gutmann und Daniel Zajfman in Berlin geehrt

Ausgabe Nr. 2939

Felix Klein, Helga Nowotny, Amy Gutmann, Bundeskanzler Friedrich Merz, Daniel Zajfman und Hetty Berg (v. l. n. r.).
Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Amy Gutmann und Daniel Zajfman wurden am 15. November 2025 mit dem Preis für Verständigung und Toleranz geehrt. Das Jüdische Museum in Berlin und die Freunde des Museums vergeben diesen ehrenvollen Preis seit 2002 an jeweils zwei herausragende Personen aus Kultur, Politik oder Wissenschaft, die sich auf herausragende Weise um die Förderung der Menschenwürde, der Völkerverständigung, der Integration von Minderheiten und des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben.Weiterlesen

Exzellenzpreise 2025

Ausgabe Nr. 2939

Die Exzellenzpreise 2025 des vor 30 Jahren gegründeten Rotary Clubs Hermannstadt gingen an:Tiberiu Sanislau”-Preis für exakte Wissenschaften: 1. Preis und 10.000 Lei: Andrei Țiplic, 2. Preis: Ștefan Gusterițan, 3. Preis: Alexandru Sofonea; „Paul Philippi”-Preis für Geschichte: Darius Luca; Techniker der Zukunft: Ramona Căpruciu; „Nicolae Petria”-Stipendium für Wirtschaftswissenschaften: Elena Vespasiana Ciufu. Unser Bild: Zum Lehrer des Jahres gekürt wurde Giusseppe Bothar (links), Gründungsmitglied des Rotary Clubs Hermannstadt und langjähriger Leiter der Schule in Stolzenburg. Es gratulieren auf der Bühne des Thaliasaals der amtierende Präsident Ionuț Modrescu (Bildmitte) und Clubmitglied Cristina Prodan.   Foto: Beatrice UNGAR

Prunkstück ist ein Jungfernbecher

Vorbericht zur 311. Auktion im Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn

Ausgabe Nr. 2937

Jungfernbecher des Hermannstädter Meisters Petrus Erosem (Preis 70.-100.000 Euro).

Das Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn veranstaltet am 6. Dezember d. J. seine 311. Auktion. Besonders erwähnenswert ist das hochwertige Silberangebot, welches besondere siebenbürgische Goldschmiedearbeiten beinhaltet.

In dem zur 300. Auktion vom 9. März 2024 veröffentlichten Katalog ist in dem Kapitel „Kurzer Überblick über die Geschichte der Zünfte im Fürstentum Siebenbürgen” u. a. zu lesen, dass es in Siebenbürgen schon im frühen Mittelalter Gold- und Silberschmiede gab, allerdings befanden sich diese nicht unter den 19 unterschiedlichen Zünften, die in den Urkunden erwähnt werden. Weiterlesen

Wien ehrt Titu Maiorescu

Gedenktafel zum 185. Geburtstag enthüllt

Ausgabe Nr. 2937

Gruppenbild mit den Teilnehmenden.                              Fotos: Heinz WEISS

Ganz im Zeichen des 185. Geburtstags von Dr. Titu Maiorescu, einer der prägendsten Persönlichkeiten des modernen Rumäniens, stand die feierliche Veranstaltung an der Theresianischen Akademie in Wien am 13. November d. J. Aus diesem Anlass erinnerte die Botschaft von Rumänien in der Republik Österreich mit besonderer Wertschätzung an das vielseitige Wirken eines Mannes, der als Staatsmann, Intellektueller und Kulturförderer gleichermaßen Geschichte schrieb. Weiterlesen

Nur 3 in Rumänien

Ausgabe Nr. 2935

Ein mobiles System zur Kühlung und Neutralisierung von Elektroauto-Batterien im Brandfall hat das Hermannstädter Inspektorat für Notfallsituationen (ISU Sibiu) erhalten, das vom Hermannstädter Kreisrat finanziert wurde und 167.000 Lei gekostet hat. Nur drei solche spezielle Autos gibt es bisher in Rumänien. Bei Elektro- und Hybridautos besteht nämlich nach dem Löschen eines Brandes die Gefahr einer Explosion oder einer Wiederanzündung, erklärte Oberstleutnant Laurențiu Anastasiu. Das brennende Auto wird erst vorort gelöscht, dann in den Container geladen, abtransportiert, bis zur Höhe der Batterie mit Wasser überflutet und 24 Stunden unter Wasser gelassen. Noch gab es keine solche Probleme im Kreis, doch die Anzahl der Elektro- und Hybrid-Autos wächst: „Diese Investition ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung und ständigen Anpassung unserer Dienstleistungen an die Herausforderungen von heute und morgen. Die Vielfalt der Situationen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, zwingt uns, ständig vorbereitet zu sein, erklärte Anastasiu. Finanzielle Unterstützung bekommt ISU regelmäßig vom Kreisrat, so dass in den letzten Jahren mehrere Equipments gekauft werden konnten, u. a. ein Tankwagen für Wassertransport bei Großbränden und zur Unterstützung der Bevölkerung, eine Wärmebildkamera zur Identifizierung von Opfern bei dichtem Rauch; ein Klein Sonar System 4900, für die Ortung von Vermissten in Flüssen und Seen bis zu 300 m Tiefe, Neoprenanzüge und Ausrüstung für Taucher, 8 tragbare Wassertanks.                          

Foto: Ruxandra STĂNESCU

Von Marktschelken nach Arbegen

Ausgabe Nr. 2934

Von Marktschelken nach Arbegen führte die Wanderung, die im Rahmen des Programms Wanderjahre am 18. Oktober stattgefunden hat. Sie stand unter dem Motto   „Brânzeturi dumnezeiești” – pe Via Transilvanica“ (Göttlicher Käse – auf der Via Transilvanica) und verlief über herbstlich anmutende Hügel und Wiesen (unser Bild) zu der Farm der Pfarrersfamilie Mădăraș in Arbegen.                                                                            

Foto: Paul KUTTESCH

 

Marsch für Sicherheit der Frauen

Ausgabe Nr. 2933

Mehr als 200 Personen haben am Sonntag beim Marsch „Gemeinsam für die Sicherheit der Frauen“ mitgemacht – der zeitgleich in mehreren Städten in Rumänien organisiert wurde – und am Großen Ring und in der Heltauergasse mit Botschaften wie: „Keine ausgeschlossen, keine vergessen, keine weniger“ auf die große Anzahl der Femizide aufmerksam gemacht. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden in Rumänien 40 Frauen von ihren Partnern getötet; 2024 wurden 36.417 Anzeigen wegen Körperverletzung und andere Gewalttaten registriert; nahezu eine von zwei Frauen hat körperliche Gewalt oder Drohungen, sexuelle Gewalt oder psychische Gewalt durch einen Intimpartner erlebt. Die Frauenschutzorganisationen wollen u. a., dass das Gesetz zur Verhinderung von Femizid verschärft wird, dass die Zwangsheirat kriminalisiert wird und sie verlangen die Einführung von Gleichstellungserziehung im formalen Bildungssystem. Im Anschluss an den Marsch gab es im Rahmen des Astrafilm-Festivals die Diskussionsrunde „Wann beginnt der Femizid?“ Unser Bild: Organisiert wurde in Hermannstadt der Marsch vom Verein A.L.E.G., allen voran die Psychologin Eniko Gall (vorne links) und Vereinschefin Camelia Proca (vorne rechts).         Foto: Ruxandra STĂNESCU

Auf Blätterjagd

Ausgabe Nr. 2933

In der Projektwoche „Schule anders” (Școala altfel) waren auch in Hermannstadt Schulklassen nicht nur aus Hermannstadt viel im Freien unterwegs. Einige machten Wanderungen im Jungen Wald, andere besuchten das ASTRA-Freilichtmuseum, wiederum andere (unser Bild) sammelten bunte herbstlich gefärbte Blätter auf der Oberen Promenade zwischen den Hartenecktürmen. Nach vielen regnerischen und kalten Tagen, es hat auch schon Bodenfrost gegeben, zeigte sich der Herbst an den drei letzten Tagen von seiner „goldenen” Seite und so waren Aktivitäten im Freien angesagt.                                                Foto: Cynthia PINTER