,,Stets ein guter Berater“

Würdigung von Prof. Friedrich Philippi zum 80.

Ausgabe Nr. 2795

Die Alzner Kuratorin Rosemarie Müller (rechts) gratulierte dem Jubilar Friedrich Philippi (links)  beim Empfang zu seinem 80. Geburtstag, zu dem Bischof Reinhart Guib (Bildmitte) ins Bischofspalais eingeladen hatte.                                                                                 Foto: Stefan BICHLER

Aus Anlass des 80. Geburtstags des Landeskirchenkurators Prof. Friedrich Philippi am 5. November d. J. lud Bischof Reinhart Guib zu einer musikalisch von Andreas Zeck (Trompete), Jürg Leutert (Bassgeiege) und Theresa Braisch (Klarinette) umrahmten Feierstunde ins Bischofspalais ein. Bischof Guib würdigte in einer Andacht den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz des Jubilars für die Belange der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Im Namen der Pfarrerschaft der EKR dankte Stadtpfarrer Johann Zey aus Sächsisch-Reen dem Jubilar für dessen Interesse und Fürsorge für die kleinen und die Kleinstgemeinden. Seitens des Siebenbürgenforums würdigte dessen Vorsitzender Martin Bottesch u. a. die Tätigkeit von Prof. Friedrich Philippi als Schulreferent dieses Gremiums. Als erste Frau im Amt eines Bezirkskirchenkurators des Hermannstädter Kirchenbezirks richtete Carmen Schuster aus Kleinschenk einige persönliche Worte des Dankes und der Anerkennung an den Geehrten.   

Als Zeichen der Dankbarkeit für den Einsatz des Jubilars im Banat und insbesondere im Banater Bergland überreichte ihm der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen und Vereinsvorsitzende Erwin Josef Țigla die Medaille ,,35 Jahre Kultur- und Erwachsenenbildungsverein ‚Deutsche Vortragsreihe Reschitza'“ sowie die Ehrenmitgliedschaft im gleichnamigen Verein.

Nicht zuletzt gratulierte im Namen der der Kuratorinnen und Kuratoren Rosemarie Müller aus Alzen. Ihre Wortmeldung lesen Sie im Folgenden:

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!“ Dieser Hausspruch – ein Zitat aus Goethes ,,Faust“ -, den man über dem Fenster eines Hauses in der Berggasse/Dealului in Hermannstadt lesen kann, prägt das Leben von Friedrich Philippi. „Bei Erwerb und Besitz handelt es sich nicht um materielle Werte, gemeint ist die Heimat. Auch Heimat muss man erwerben, um sie besitzen zu können“ sagte er einmal. Friedrich Philippi feiert seinen 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Er wurde am 5. November 1942 in Kronstadt geboren. Nach dem Schulbesuch und dem Gymnasialabschluss in Kronstadt studierte er in Klausenburg Geographie. Bereit für die berufliche Laufbahn im Dienste von Erziehung und Bildung, kam er als junger Fachlehrer nach Hermannstadt. Dort unterrichtete er bis zu seinem Rentenalter und danach noch einige Jahre an der Pädagogischen- und an der Brukenthal-Schule. Er erlebte Freude und Dankbarkeit für seine Arbeit, fand Verständnis und Wertschätzung im Kollegenkreis. Seine lebhafte Vermittlungsweise, sein wacher Verstand und seine Freundlichkeit zog Schülerinnen und Schüler, Koleginnen und Kollegen in seinen Bann. Mittels zahlreicher Ausflüge konnte er in all den Jahren vielen Generationen das Kennenlernen der Heimat ermöglichen.

Heimat war für ihn auch der Bachchor, die deutschsprachige Vortragsreihe der Volkshochschule, die Schulkommission des Siebenbürgenforums. Heimat erworben hat der Jubilar beim Dokumentieren der Haussprüche aus Siebenbürgen, beim Sammeln der deutschen Schulbücher und bei der jährlichen Storchenzählung.

Ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Heimat war sein ehrenamtlicher Einsatz in der evangelischen Kirche.  Ich lernte ihn als Kurator des Hermannstädter Kirchenbezirks kennen und schätzen. Seit 2008 setzt er sein Ehrenamt als Landeskirchenkurator fort. Er kennt alle Kirchen, Pfarrhäuser und Kuratoren. Die Menschen aber sind ihm am wichtigsten und er ist ihnen stets ein guter Berater. Er hält Lektorengottesdienste, organisiert Rüstzeiten und den jährlichen Kuratorentag. An ihren runden Geburtstagen besucht er die Kuratorinnen und Kuratoren, um sie zu beglückwünschen.

Für alles, was Friedrich Philippi für die deutsche Schule, die Kirche und die Gemeinschaft getan hat, danken wir ihm herzlich. Wir wünschen ihm auch weiterhin Gesundheit, Lebensfreude, Lebensmut und Gottes reichlichen Segen.

,,Bis hierher hat mich Gott gebracht/Durch seine große Güte,/Bis hierher hat er Tag und Nacht/bewahrt Herz und Gemüte,/Bis hierher hat er mich geleit‘/Bis hierher hat er mich erfreut, /Bis hierher mir geholfen.“

Dieses Lied singt er oft und gerne.

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Persönlichkeiten.