Zwei Jahre danach

Ausgabe Nr. 2789

Sicherungsarbeiten an der Kirchenburg Roseln abgeschlossen

Außenansicht der Kirchenburg Roseln. Fotos: Stefan BICHLER

Die Reparatur, Erhaltung und die Erschließung für den Tourismus der Kirchenburg Roseln aus Mitteln des Regionalen Operationellen Programms 2014-2020 (Programul Operațional Regional), mit einem Gesamtwert von circa 1,4 Millionen Lei (umgerechnet ca. 290.000 Euro) wurde vor kurzem abgeschlossen. Aus diesem Anlass präsentierten am 16. September vor Ort Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Roseln, des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Projektmanagerin Elena Curcean, Architekt Ioan Bucur sowie Repräsentanten der ausführenden Firma Unicons aus Cristuru Secuiesc/Székelykeresztúr/Szeklerkreuz die an Kirchenschiff, Turm und im Kirchhof durchgeführten Sicherungsarbeiten.

Es wurden auch die gesamte Stromleitungen erneuert, Außen- und Innenverputz ebenso, um nur einige wichtige Arbeiten zu erwähnen. Inzwischen kann man dank der Privatinitiative von Dr. Ralf Thrull die Kirchenburg Roseln auch online besichtigen unter https://kirchenburgen-sie benbuergen.de/kirchenburgen/roseln-ruja/ 

Roseln liegt mittig eingebettet zwischen Agnetheln und Probstdorf im Harbachtal. Gut 100 Jahre nach ihrem Bau zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die der heiligen Magdalena geweihte Kirche befestigt; die oberen Mauern wurden mit Bastionen versehen, der Glockenturm im Westen wurde hinzugefügt und um die Kirche wurde eine Befestigungsmauer errichtet, welche im 19. Jahrhundert allerdings wieder abgerissen wurde. Die evangelische Kirche von Roseln stammt aus dem 15. Jahrhundert. Eine markante Besonderheit ist vor allem der massive Glocken- und Wehrturm. Trotz diverser Umbauten im Lauf der Jahrhunderte, haben sich im Kirchenschiff und an den Portalen noch deutliche Spuren aus der Gründungsphase erhalten. Zu Beginn der Arbeiten wurde angenommen, dass der Glockenturm älter als die Kirche sei und möglicherweise ursprünglich als Bergfried einer Gräfenburg gedient habe. Diese Annahme konnte jedoch laut dem Architekten Crișan nicht bestätigt werden.

Die frühere Gemeinde Roseln ist heute verwaltungstechnisch ein Stadtteil von Agnetheln, die evangelische Kirchengemeinde mit Kurator Daniel Andree an der Spitze wird vom jeweiligen Agnethler Pfarrer mitbetreut.

Außenansicht der Kirchenburg Roseln. Fotos: Stefan BICHLER

Mit der Unterzeichnung der Unterlagen für die geplanten Sicherungsmaßnahmen an den Kirchenburgen von Großschenk und Roseln durch den damaligen und inzwischen wieder ins Amt gewählten Dechanten des Hermannstädter evangelischen Kirchenbezirks, Pfarrer Dietrich Galter, am 2. Februar 2018, am Sitz der Regionalen Entwicklungsagentur Zentrum (Agenția pentru Dezvoltare Regională – Centru) in Karlsburg, wurde der erste und entscheidende Schritt der administrativen Vorarbeiten zu EU-Projekten als abgeschlossen betrachtet. 

Die beiden Kirchenburgen im Hermannstädter Kirchenbezirk reihten sich damit ein in jene Liste, die zu dem Zeitpunkt bereits Agnetheln, Heltau, Hermannstadt, Keisd, Kelling, Kleinschelken, Petersberg, Reps, Reussmarkt, Scharosch an der Kokel, Seligstadt, Wolkendorf im Burzenland und Zeiden umfasste. Der Spatenstich für den offiziellen Beginn der Bauarbeiten an der Kirchenburg von Roseln hatte am 4. März 2020 stattgefunden.                               B. U. 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Geschichte, Gesellschaft, Kirche.