„Aus Europa – für Europa!“

DWS-Weinfest im Zeichen der 30 Jahre deutsch-rumänischen Partnerschaft

Ausgabe Nr. 2787

Weinfest des DWS im Innenhof des Teutsch-Hauses:  Samstag fand das traditionelle Weinfest des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen im Zeichen der 30 Jahre deutsch-rumänischen  Freundschaft und Partnerschaft in Europa im Hof des Teutsch-Hauses statt. Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber begrüßte dabei zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland. Unser Bild: Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen Programms war der Auftritt der Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums mit siebenbürgisch-sächsischen Volkstänzen.                                                                               Foto: Werner FINK

Vergangenen Samstag Nachmittag fand das traditionelle Weinfest des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen im Zeichen der 30 Jahre deutsch-rumänischen  Freundschaft und Partnerschaft in Europa statt, dieses Mal im Hof des Teutsch-Hauses. Nach Grußworten verschiedener Persönlichkeiten, darunter DWS-Vorsitzender Wolfgang Köber, Konsulin Kerstin Ursula Jahn, Ioana Leca, öffentliche Verwalterin von Hermannstadt, Ahmed Lundgren-Bekov, Leiter der Wirtschaftsabteilung der Deutschen Botschaft in Bukarest, folgte ein Rückblick auf die Erfolgsgeschichten von bekannten Unternehmen, wobei die gute deutsch-rumänische Zusammenarbeit hervorging.

Anschließend gab es eine Versteigerung von Gemälden und Kollektionsweinen, wobei der Erlös an das Dr. Carl Wolff-Kinderhospiz geht. Im Weiteren zeigte die Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums siebenbürgisch-sächsische Volkstänze und später wurde die Stimmung durch die Band ,,The Notes“ angeheizt.

„In diesem Jahr steht das Weinfest im Zeichen einer runden Zahl, denn wir begehen das 30. Jubiläum des Vertrages über Freundschaftliche Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien“, betonte Konsulin Kerstin Ursula Jahn. Deutschland sei seit vielen Jahren das größte Hauptabnehmerland von Waren und Dienstleistungen aus Rumänien. Gleichzeitig exportiere kein anderes Land so viel nach Rumänien wie Deutschland. Jahn erinnerte daran, dass im Raum Hermannstadt der größte Arbeitgeber ein deutsches Unternehmen sei, das weiterhin die Kapazität erweitern möchte. Mitten in der Pandemie durfte sie die dritte Produktionshalle eins deutschen Unternehmens in Jucu einweihen und nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine dem Spatenstich eines deutschen Unternehmens in Hermannstadt beiwohnen. „In Zeiten, in denen Europa und mitunter gleich die ganze Welt aus den Fugen zu geraten scheinen, sind dies wertvolle, deutsch-rumänische Zeichen für Mut, für Zuversicht, für Resilienz und damit für Hoffnung!“ betonte Jahn. „Aus Europa – für Europa!“ Wir alle seien Teil einer Zeitwende, man stehe vor Ungewissem, was die Energiesicherheit, den Klimawandel, den Weltfrieden angehe.  Auf dem Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz in Berlin sei es klar benannt worden: die 20er Jahre dieses Jahrhunderts seien entscheidend für das europäische Wirtschaftsmodell. Und: Nachhaltigkeit sei das Gebot der Stunde.

Konsulin Kerstin Ursula Jahn (Bildmitte) stellt dem DFDR-Landesvorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr (rechts) den neuen Vizekonsul Sven Kunert (links) vor.                                                                                                               Foto: der Verfasser

Ioana Leca sprach von der Entwicklung Hermannstadts in den letzten 30 Jahren. Die Transformation Hermannstadts sei der Vision zu verdanken, die vor 22 Jahren konzipiert wurde, sowie dem Beitrag der Wirtschaft, vor allem der deutschen Investoren, die den Kern der wirtschaftlichen Entwicklung darstellen.

Es folgten „Erfolgsgeschichten“  von namhaften Firmen. Bernhard Gehlert, Vertriebsleiter bei Bosch und Kádár Árpád, technischer Manager von IAMU sprachen  von der Zusammenarbeit der beiden Firmen in Blasendorf.

Matthias Wichler stellte die Erfolgsgeschichte von Continental, dem größten Arbeitgeber in der Region vor. Es wird nämlich geplant die Kapazität zu erweitern und u.a. auch High-Performance-Computer hier zu produzieren. Aus dem Hermannstädter Standort von Continental sollen nun im Durchschnitt zwei Produkte in jedes Auto in Europa verbaut werden.

Mircea Bulboacă stellte die Geschichte der Baufirma CON-A vor, deren Grundstein 1990 gelegt wurde, wobei das Wachstum der Firma auch den deutschen Investoren zu verdanken sei. Der allererste Bauauftrag war die Pension eines deutschen Investors in Großau und der erste große Auftrag kam 2001 von der deutschen Firma Wenglor. Gebaut wurden inzwischen etwa 100 Fabriken, von denen wenigstens ein Drittel Firmen mit deutschem  Kapital sind.

Martin Müller von SOBIS, eine Firma die Softwarelösungen für die öffentliche Verwaltung anbietet, sprach von seinen Erfahrungen. Die sieben Jahre vor dem Beitritt Rumäniens zur EU seien „ein echtes Abenteuer“ gewesen. In der Zwischenzeit kam  die Forellenzucht Albota und  somit der Tourismus als „Hobby“ hinzu. Müller betonte, dass es in diesem Bereich schwer sei, Profit zu erwirtschaften.

Lucas Cosman stellte Coramed vor, ein Familienunternehmen, das seit 18 Jahren im medizinischen Bereich aktiv ist. Die Fabrik der Firma befindet sich in Călan/Kalan im Kreis Hunedoara und das Verwaltungsbüro in Hermannstadt. Für die Zukunft möchte man ein Partner für europäische Institutionen werden. Man sei bereits  dabei Projekte in verschiedenen Ländern zu entwickeln, wobei der Augenmerk vor allem auf Deutschland liegt. Die Partner in Deutschland seien sehr offen und willig mit Rumänien zu arbeiten.  Im Weiteren stellte Radu Chiță  die Firma Werner Seeger Qualitätsmanagement vor.

Im Anschluss  wurden mit Unterstützung von Green Future Lab sieben Gemälde  versteigert, wobei der Erlös an das Carl Wolff Kinderhospiz geht.  Der Präsident ad interim der Hermannstädter Industrie- und Handelskammer,  Octavian Isăilă, brachte Ambrosi-Kollektionsweine mit, die ebenfalls  für diesen Zweck versteigert wurden.

Die rund 200 Gäste verbrachten einen angenehmen Nachmittag, wobei u. a. Weine aus Siebenbürgen, darunter vom Weingut Apoldium oder vom Weingut Zaig  verkostet werden konnten. Für Bierliebhaber war natürlich mit dem leckeren Sadu-Bier auch gesorgt. Außerdem gab es die Möglichkeit, eine Fotoausstellung zum Alltag der Siebenbürger Sachsen im 20. Jahrhundert  aus Familiensammlungen zu besichtigen. Für gute Stimmung sorgte die Band ,,The Notes“.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft.