„Auftakt für zukünftige Veranstaltungen“

Weinfest des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen in Großau

Ausgabe Nr. 2739

Das traditionelle Weinfest des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) hat am vergangenen Samstag in der Großauer Kirchenburg stattgefunden. Unser Bild: Die Jugendtanzgruppe aus Mühlbach bei ihrem Auftritt vor der Pfarrscheune.  Foto: Werner FINK

In diesem Jahr hatte der Vorstand des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) den Veranstaltungsort für das Weinfest so gewählt, dass dabei sowohl Erwachsene als auch Kinder angesprochen werden und die Veranstaltung unabhängig vom Wetter abgehalten werden kann. Und  tatsächlich fühlten sich sowohl Erwachsene als auch Kinder angesprochen, denn am vergangenen Samstag, dem 11. September, hatten sie die Möglichkeit, die Kirchenburg in Großau im Rahmen des DWS-Weinfestes zu entdecken bzw. neu zu entdecken. Außerdem hielt das Wetter mit, so dass sich alle des Sonnenscheins erfreuten. Als Ehrengäste dabei waren Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor, Bischof Reinhart Guib, der Vorsitzende des Kreisforums, Kreisrat Gabriel Tischer und Marin Crăciun, Präsident des Rotary Clubs Hermannstadt.

Geplant war, bereits im vergangenen Jahr das Weinfest in der Kirchenburg in Großau abzuhalten, das allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Das Programm startete dieses Mal mit einem Willkommensbuffet im Speckturm. Verkosten konnte man hier u. a. Würste  aus Angus- und Schweinefleisch oder  aus Ziegen- und Schafsfleisch von Albota. Angeboten wurden aber auch hauseigene Marmeladen und Säfte. Burghüterin  Maria Mărășescu und zwei weitere Personen schienen da alle Hände voll zu tun zu haben.  Mărășescu hatte zusammen mit ihrer Schwester auch Kuchen  gebacken, darunter Nußzopf, Zitronenschnitten, Fernsehschnitten oder Nussschnitten und auch einen Rindsgulasch gekocht, den man im Laufe des Tages auf dem Gelände des Pfarrhofes probieren konnte.

Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber, Bürgermeisterin Astrid Fodor, DWS-Kassenwart Torsten Jörges, Bischof Reinhart Guib, Kreisrat Gabriel Tischer, die DWS-Vorstandsmitglieder Bernhard Gehlert und Roxana Dobrilă und DWS-Geschäftsführer Wolfgang-Alexander Guib bei der Begrüßung (v. l. n. r.).                  Foto: der Verfasser

Kurator Mathias Krauss führte die Gäste durch die Anlage der Kirchenburg und erzählte von den hier zusammenlebenden Gemeinschaften der Siebenbürger Sachsen und der Landler. Krauss ist Gründungsmitglied des DWS und freute sich darüber, dass der DWS seitdem noch immer existiert und nun in Großau zu Gast war.

„Es ist ein Auftakt für zukünftige Veranstaltungen, sowie für Projekte, bei denen wir unsere Energien bündeln können, um diese  gemeinsam umzusetzen“, lauteten die einleitenden Worte des neuen DWS-Vorsitzenden Wolfgang Köber bei der Begrüßung der Anwesenden.

„Wir haben uns überlegt, mit den anderen Clubs in der Region als auch mit den Vertretern der Politik zusammenzuarbeiten und uns als einen verlässlichen Partner zu zeigen“, sagte das neue DWS-Vorstandsmitglied Bernhard Gehlert. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, damit sich die Region, in der wir leben, weiter entwickelt. Das ist notwendig, weil sich die Gesellschaft ständig entwickelt“.  Weiterhin habe der neue Vorstand Schwerpunkte in Augenschein genommen wie die duale Ausbildung, möglicherweise eine Einflussnahme auf die Weiterentwicklung des Arbeitsrechts oder Stellungnahmen zu aktuellen Themen.

Bürgermeisterin Astrid Fodor betonte die bedeutende Rolle der deutschen Wirtschaft vor Ort. „Der Hermannstädter Verwaltung wird manchmal vorgeworfen, dass sie die deutsche Wirtschaft zu oft hervorhebt“, meinte Fodor. „Ich meine, das ist nicht korrekt. Für uns sind alle Investoren gleich wichtig, aber man muss dem Kaiser geben, was dem Kaiser zusteht.“ Sie erinnerte an die Zeiten, als die Arbeitslosigkeit in Hermannstadt sehr hoch war, als Betriebe geschlossen wurden, als  die Kassen der Stadtverwaltung leer waren. Das habe sich geändert, als deutsche Investoren in die Region kamen. ,,Die Stadt konnte sich dadurch entwickeln und wurde attraktiv auch für weitere Investoren. Als Schlussfolgerung: Wir verdanken diesen Investoren, die Dinge ins Rollen brachten, sehr viel.“

Bischof Reinhart Guib erinnerte in seiner Ansprache daran, dass an diesem Tag vor zwanzig Jahren die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York in Schutt und Asche gelegt worden sind und dass am Tag  darauf, Sonntag, den 12. September, der Tag des offenen Denkmals folge. Guib drückte seine Freude darüber aus, dass für diese Veranstaltung in diesem Jahr eine Kirchenburg gewählt wurde.

Nach den Ansprachen wurde mit einem Glas alkoholfreiem Sekt oder Wein angestoßen. Alkoholfreier Sekt oder Wein wurde beim Stand der Firma Weingärtner Drinks präsentiert, die neulich alkoholfreie Weine von Carl Jung und Sekt von Schnaufer in Rumänien vertreibt. „In der Pandemie, als das Biergeschäft schlecht lief, hatten wir die Idee, es damit zu probieren und es läuft sehr gut“, meinte Jens Weingärtner. Vor allem Autofahrer, schwangere Frauen oder Menschen mit bestimmten religiösen Ansichten sollen dabei ihre Freude an den Produkten haben. Die Produkte seien auf verschiedenen Events mittlerweile immer mehr gefragt.

An einem weiteren Stand präsentierte Oana Irina Crângașu ihre selbstgemachte Schokolade „Șomartin Chocolate“ (Martinsberger Schokolade), die von den Vorbeigehenden gerne verkostet wurde. Erst dieses Jahr hat Crângașu ein Startup ins Leben gerufen, um diese Schokolade zu produzieren. Das Produkt ist übrigens u. a. im Albota-Laden auf der Kleinen Erde/Str.Filarmonicii erhältlich.

Im Weiteren folgte in der Kirche der Vortrag von Landeskirchenkurator Friedrich Philippi über die Störche in Großau, wo scheinbar die größte Ansiedlung von Störchen im Kreis Hermannstadt zu finden ist. Hier wurden im letzten Jahr 46 Nester gezählt, in denen 77 Jungstörche großgezogen wurden.

In Schwung gebracht wurde die Stimmung durch den Auftritt der Tanzgruppe aus Mühlbach, die eine Reihe siebenbürgisch-sächsischer Volkstänze vor der Pfarrscheune zeigte. Weiterhin folgte ein geselliger Abend mit der Band Trio-Saxones-Plus wo die Anwesenden die Möglichkeit ergriffen, das Tanzbein nach Lust und Laune zu schwingen.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gastronomie.