Projekt „Saubere Arktis“ in Murmansk

Ausgabe Nr. 2733

Mehr Nachhaltigkeit, Öko-Ehrenamt und Förderung einer Umweltkultur


Einige der 500 Freiwilligen, die an der Aktion „Garten der Erinnerung“ (russ. Sad Pamjati) im Jahr 2020 teilgenommen haben, die dem 75. Jubiläum des Weltkriegsendes gewidmet war. Fotos: Ekaterina MAKAROVA

Umweltprobleme sind omnipräsent und natürlich auch in Russland ein wesentliches Thema. Die Erstarkung des ökologischen Denkens ist der Motor für die Entstehung der Idee des Öko-Ehrenamtes. Das Öko-Ehrenamt gründet auf freiwilligen Aktivitäten im Bereich des Umweltschutzes, die auf die Verbreitung einer Umweltkultur in der Gesellschaft abzielen. Das Öko-Ehrenamt ist eine der interessantesten Formen von Freiwilligenarbeit und seine Förderung ist besonders relevant und vielversprechend in ganz Russland, einschließlich in der Arktis.

In den arktischen Regionen werden Umweltprobleme von der Bevölkerung sensibler als in anderen Gebieten Russlands wahrgenommen. Davon zeugt das Projekt ,,Saubere Arktis“.

 

Das Zentrum für Umweltinitiativen „Saubere Arktis“ begann seine Aktivitäten in der Region Murmansk im Februar 2018, was auf eine sehr positive Resonanz bei den Einwohnern der Stadt und der Region insgesamt stieß.

Umweltthemen tragen in großem Maße zum Wohlergehen aller bei, was auch für die Bevölkerung der Region Murmansk von großer Bedeutung ist. Die Tätigkeit des Zentrums ist auf die ökologische Erziehung der Bürger, die Popularisierung des Öko-Ehrenamtes und die Förderung einer ökologischen Kultur ausgerichtet. Bis heute haben die Öko-Freiwilligen des Zentrums „Saubere Arktis“ über 300 Veranstaltungen und Aktivitäten durchgeführt. Die Freiwilligen von „Saubere Arktis“ beteiligten sich bis heute an mehr als 40 Aufräumaktionen, auch in besonders geschützten Naturgebieten.

Ekaterina Makarova, Direktorin des Zentrums für Umweltinitiativen „Saubere Arktis“.

Zwischen 2018 und 2019 wurde im Rahmen der Aktivitäten des Zentrums in der Region Murmansk das Projekt „Batterien – Gib sie ab!“ (russ. Batarejka – sdavajsja) gestartet. Dabei wurden elf Sammelstellen für Altbatterien eingerichtet. Im Laufe des Projektes wurden über sieben Tonnen Altbatterien gesammelt und dem Recycling zugeführt. Dies war das erste Projekt dieser Art in der Geschichte der Region. Im April 2021 wurde das Projekt gemäß der Vereinbarung zwischen dem Zentrum und dem Ministerium für natürliche Ressourcen, Umwelt und Fischerei der Region Murmansk wieder  aufgenommen.

„Saubere Arktis“ ist die einzige Organisation in der Region, deren Freiwillige bereits ab dem Kindergartenalter in diverse nachhaltige Aktionen involviert sind. So wurden mit den Kindern aus mehreren Kindergärten Freiwilligen-Teams mit einem langfristigen Programm gebildet, das Öko-Beschäftigungen, Aktionen und Lernspiele beinhaltet. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit einem der Kindergärten wurde mit Erfolg eine Förderung für die Einrichtung eines ökologischen und biologischen Kinderlabors beantragt, in dem die Kleinkinder die Möglichkeiten des Anbaus verschiedener Pflanzen und der Aufzucht von Gemüsekulturen unter heimischen Bedingungen in der Arktis untersuchen.

Eine der Sammelstellen für Plastikdeckel.

Im Rahmen der Kampagne „Ein Deckelchen Hoffnung“ (russ. Kryšečki nadeždy) wurden in der Stadt mehrere Sammelstellen für Plastikdeckel eingerichtet. Die Kampagne ist nicht nur ökologisch, sondern auch sozial-karitativer Natur. Die Erlöse aus dem Recycling der Deckel werden an verschiedene gemeinnützige Stiftungen weitergeleitet.

Trotz der Tatsache, dass es in der Region keine großen Recyclinganlagen gibt und keine getrennte Sammlung von Wertstoffen stattfindet, führen die Freiwilligen des Zentrums zusammen mit der kleinen Firma ,,EcoSystem Service“ regelmäßig Aktionen zur Sammlung verschiedener Wertstoffe durch.

Eines der bedeutenden Projekte im Rahmen der Aktivitäten von „Saubere Arktis“ war die Aktion „Garten der Erinnerung“ (russ. Sad Pamjati) im Jahr 2020, die dem 75-jährigen Jubiläum des Weltkriegsendes gewidmet war. Mehr als 500 Freiwillige nahmen an der Aktion teil und pflanzten mehr als 1.000 Bäume entlang der Route, auf der die heftigen Kämpfe der Petsamo-Kirkenes-Operation stattfanden.

Eine weitere wichtige Aufgabe der arktischen Öko-Freiwilligen ist die Organisation von Arbeiten in Schutzgebieten, die sowohl mit Aufräumaktionen als auch mit der Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes zusammenhängen. Die Freiwilligen beteiligen sich an Reparatur- und Bauarbeiten an den Zugangspunkten zum Schutzgebiet, helfen bei der Beseitigung von Umweltschäden, führen Planungsprojekte zur Gestaltung von ökologischen Wanderwegen durch, machen professionelle Foto- und Videoaufnahmen im Schutzgebiet und vieles mehr.

„Saubere Arktis“ erhielt eine Förderung im Rahmen des Kolarctic-Programms zur Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit in der arktischen Region, und die Koordinatoren der „Sauberen Arktis“ werden im Sommer 2022 das Projekt „Internationale Schule des Öko-Ehrenamtes“ umsetzen.

Die Freiwilligenarbeit im Umweltbereich spielt für die nachhaltige Entwicklung der Arktis eine sehr wichtige Rolle. Denn von Öko-Freiwilligen hängt die Etablierung einer Umweltkultur ab und sie leisten einen zentralen Beitrag zur Förderung eines Bewusstseins für die Zerbrechlichkeit der nordischen Natur.

Ekaterina MAKAROVA

Übersetzung aus dem

Russischen: Ljuba GÜNTHER

 

Zentrum für Umweltinitiativen „Saubere Arktis“

Murmansk, Russland

cleanarctic51@gmail.com

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Instagram: cleanarctic_51

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft, Umwelt.