Wer Gutes tut…

Ausgabe Nr. 2725

Neue Premiere am Gong-Theater in Hermannstadt

Szene aus „Fata babei și fata moșneagului“ mit: Adrian Prohaska, Lucia Barbu, Gabriela Mitrea und Daniela Dragomir (v. l . n. r).
Foto: Cynthia PINTER

 

„Es war einmal ein alter Mann und eine alte Frau. Der alte Mann hatte eine Tochter, und die Alte hatte ebenfalls eine Tochter. Die Tochter der Alten war mißgestaltet, faul, launenhaft und bösherzig; doch da sie ‚Mutterskind‘ war, wurde sie verzogen, blähte sich wie eine Krähe auf dem Pfahl und überließ alle schwere Arbeit der Tochter des alten Mannes.“ So beginnt Ion Creangăs Märchen „Fata babei și fata moșneagului“, in der deutschen Übersetzung von 1974 („Die Tochter der Alten und die Tochter des Alten“).

 

Das klassische Märchen wurde in rumänischer Sprache von dem Kinder- und Jugendtheater „Gong“ neu inszeniert und feierte am Samstag, dem 5. Juni Premiere. Die Regie übernahm die Temeswarerin Èva Lábadi, die schon mehrmals am Gong-Theater inszeniert hat, u. a. 2014 „Da Yang und die Prinzessin Da Yin“ oder 2019 „Aschenputtel – nur ein Märchen“.

Eher zaghaft nahmen die Kinder und ihre Eltern am Samstagmorgen Platz im Saal des Gong-Theaters. Diesmal war keine Schulklasse dabei, wie man es von früher, vor der Pandemie kannte. Es war um einiges leiser im Saal, als sich endlich nach dem Gongschlag der Vorhang hob. Zum Vorschein kamen Schauspieler und Puppen, ein Erzähler und die Figuren aus dem Märchen. Die Geschichte kennt in Rumänien jeder: Die fleißige Tochter des alten Mannes wird von der faulen Tochter der alten Frau ausgenutzt. Dann wird die gute Tochter von zu Hause fortgeschickt. Auf ihrem Weg begegnet sie verschiedenen Gestalten (einem kranken Hund, einem trockenen Birnbaum, einem schmutzigen Brunnen und einem kaputten Backofen), denen sie hilft und dafür belohnt wird, nach dem Motto „Wer Gutes tut, dem wird Gutes widerfahren.“ Als sie mit einer Kiste voller Reichtümer nach Hause kommt, wird auch die Tochter der Alten in die Welt losgeschickt. Doch da sie keiner der Gestalten hilft, wird sie am Ende bestraft.

Mit viel Musik und Situationskomik zogen die Schauspieler die Kinder in ihren Bann. Es spielten Anton Balint, Lucia Barbu, Daniela Dragomir, Gabriela Mitrea, Angela Páskuy, Raluca Pavel, Adrian Prohaska und Claudia Stühler. Das Bühnenbild gestaltete Dio Zoltán (Ungarn) und Cári Tibor schrieb die Musik zu dem Stück.

An diesem Wochenende wird auf der Bühne des Gong-Theaters für Kinder und Jugendliche das Stück „Hermann visează“ von Daniel Chirilă (Regie: Eliza Păuna) aufgeführt. Vorstellungen am 11. Juni, 18 Uhr, am 12. Juni 11 und 18 Uhr, am 13. Juni um 11 Uhr. Eine Eintrittskarte kostet 12 Lei.

Cynthia PINTER

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