„Gemeinsam etwas tun für Laib und Seele“

13. Brotbackseminar der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A.B.

Ausgabe Nr. 2726

Die 14 teilnehmenden Frauen aus sechs Orten präsentieren die von ihnen selbst gebackenen Brote auf dem Pfarrhof der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Großau. Foto: Archiv der Frauenarbeit

Zum 13. Brotbackseminar der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien kamen am letzten Wochenende 14 Frauen aus sechs Orten in der gastfreundlichen Kirchenburg von Großau/Cristian/Kereszténysziget zusammen. Diese Gastfreundlichkeit kommt von den Menschen, von der unermüdlichen und resoluten Burghüterin (besser: Burgmanagerin) Maria Mărășescu, von der fröhlichen und hilfsbereiten Lehrerin Laura Luchian und dem tüchtigen Kurator Mathias Krauss, der uns stolz die Türme und Gärten zeigte. Vom Dach des Pfarrhauses beobachtete ein Storchenpaar das emsige Treiben und klapperte gleichsam Beifall.

 

Die jüngeren und älteren am Seminar teilnehmenden Frauen – mit mehr oder minder Backerfahrung – gingen mit Vorfreude an das Experiment heran, aus 24 kg Mehl, einer Portion bestem Sauerteig, 12 kleinen Handvoll Salz und reichlich Wasser traditionelles siebenbürgisches Hausbrot zu backen. In der Sommerküche der Kirchenburg stand dazu ein riesiger Backofen zur Verfügung. Zu Ehren kam an diesem Wochenende auch ein großer Backtrog, der, wie wir erfuhren, einst ein Hochzeitsgeschenk an Lissi und Mathias Krauss, den jetzigen Kurator, war.

In der deutschen Sprache ist der Backtrog unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Teigtrog, Teigwanne, Knettrog, Backmulde, Molle. Auf Siebenbürgisch-Sächsisch heißt die Backmulde: Mjald, Meald, Maold, Meäld, Müald, Moild, Möüld. Helga Meitert, die das Brotbacken schon aus ihrer Kindheit in Hamlesch kannte und später vor allem in Leblang selbst backen gelernt hatte, leitete die praktischen Arbeiten tatkräftig an. Sie erklärte alle Handgriffe und Abläufe so, dass die Teilnehmerinnen gut mitmachen konnten und Freude daran hatten. Und wer gerade nicht knetete, war eifrig mit Fotografieren beschäftigt.

Im vergangenen Jahr war das Brotbackseminar ausgefallen, umso mehr begeisterte das heurige kreative Treffen mit dem Thema „Brot und die vollkommene Freude“. Dabei ging es neben dem Brotbacken auch um Gespräche und Lieder zum Thema Freude, wozu Gerhild Rudolf als ehrenamtliche Referentin einige Anregungen vorbereitet hatte. Die junge Musikerin Theresa Braisch aus Heltau unterstützte mit der Gitarre den Gesang, zu dem sich in den Pausen zwischen dem Kneten des Teigs, dem Einschießen der ausgebrochen Teiglinge, dem typischen Klopfen der fertigen Brote und den gemeinsamen Mahlzeiten (unter dem großen Nussbaum!) genügend Zeit ergab. Dank der von der umsichtigen Frauenbeauftragten Margit Kézdi vorbereiteten Mappen kann Vieles auch später noch nachgelesen, meditiert und ausprobiert werden. Der evangelischen Frauenarbeit, den Organisatorinnen, allen Beteiligten und den großartigen Gastgeberinnen sei herzlich gedankt.

Die Brotbackseminare der Frauenarbeit möchten „kreativ und lehrreich sein, die Gemeinschaft fördern und den Glauben ins Gespräch bringen“. Wir, die mitgemacht haben, meinen, dass das vollkommen gelungen ist, und freuen uns darüber.

Gerhild RUDOLF

P.S. Als ich diesen kurzen Bericht schrieb und dazu noch einmal in die Seminarmappe sah, fand ich zwischen den Papieren ein Stückchen abgeklopfte Brotrinde und knabberte gleich daran. O, das schmeckt nach Freude!

 

 

 

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