Farbe trifft auf Glas und Metall

Der Glaskünstler Ion Tamâian und die Malerin Raluca Oros stellen aus

Ausgabe Nr. 2726

Bei der Vernissage am Mittwoch sprachen (v. l. n. r.) der Manager des Brukenthalmuseums, Prof. Dr. Sabin Adrian Luca, die Kuratorin Iulia Mesea und die beiden ausstellenden Künstler Ion Tămâian und Raluca Oros. Foto: die Verfasserin

Er finde, diese Ausstellung füge sich von allen bisherigen hier gezeigten am besten ein in den Multimedia-Saal im Blauen Stadthaus, der ursprünglich ein Sitzungssaal gewesen ist und erst vor ca. 10 Jahren zu einem Ausstellungsraum umfunktioniert wurde, sagte der Manager des Brukenthalmuseums, Prof. Dr. Sabin Adrian Luca bei der Vernissage der jüngsten Sonderausstellung daselbst am Mittwoch. Dem konnten die zahlreichen Anwesenden nur beipflichten. Die Werke des Glaskünstlers Ion Tămâian und die der Malerin Raluca Oros kommen in dem Raum gut zur Geltung und treten auch in einen Dialog zueinander ein.

Vereinfacht gesagt: Farbe trifft auf Glas und Metall. Dreidimensional trifft auf zweidimensional. Allerdings kommt der Dialog zwischen den Werken  der beiden Künstler aus unterschiedlichen Generationen dadurch zustande, dass Raluca Oros in ihren großformatigen Bildern nach Dreidimensionalität strebt, subtil aber kräftig die Collage einsetzt.

Ion Tămâians Werk ,,Rumänien“ spricht Bände.                                      Foto: die Verfasserin

Der bekannte Glaskünstler Ion Tămâian, der seit 2007 die geschicke der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Künstlerverbandes (UAP) hatte die Idee, seine jüngere Kollegin zu einer gemeinsamen Ausstellung einzuladen. Eine brillante Idee. Auch die Kuratorin der Ausstellung, Iulia Mesea, stellte in ihrer Präsentation fest, dass sich die Werke der beiden Künstler nahezu ergänzen, auch wenn sie thematisch und was die Technik eigene Wege gehen.

Bei Ion Tămâian stehe, so Mesea, die Kraft, Kreativität und Eleganz der regelrecht ,,durchs Feuer gegangenen permanenten Formen“ im Mittelpunkt, der Künstler verstehe es, sich immer wieder neu zu erfinden und die Betrachtenden zu überraschen. Er spiele dabei mit Transparenz, Spiegelung, mit Ausgespartem und mit Ausgefülltem.

Die zum Teil monumental wirkenden Bilder von Raluca Oros zeigen, so Mesea, inwiefern das Nonfigurative die objektive Realität ersetzen kann und kreativ wesentliche Erfahrungen des Menschen in den Vordergrund rücken: Schmerz und Angst, Stärke und Kraft, Emotionen, Liebe.

Beatrice UNGAR

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kunst.