„Die Qualität ist sehr wichtig“

Besuch bei Axente Neagu und der Heltauer Niederlassung der Firma Euchner

Ausgabe Nr. 2726

 

Axente Neagu. Foto:www.bphotography.ro


Die
Euchner-Niederlassung in Heltau feiert dieses Jahr fünf Jahre, seit das Werk hier eröffnet wurde. Seit fünf Jahren ist auch Axente Neagu hier als Werksleiter tätig. Neagu ist ein gebürtiger Hermannstädter, der 1998 die Brukenthalschuleabsolvierte und anschließend Wirtschaftsingenieurwesen studierte. Gegenwärtig möchte Neagu in der Wirtschaft Karriere machen. Allerdings beschäftigen ihn auch Fragen der Lokalverwaltung.  Irgendwann einmal „in 20 Jahren“ kann er sich vorstellen, Bürgermeister zu werden. Desgleichen hat er sich als Ziel gesetzt, ein Buch zur Geschichte Hermannstadts zu verfassen.

Seine Laufbahn hat Neagu während des Studiums bei der Firma Compa IT als Übersetzer angefangen. Dann arbeitete er als Konstrukteur und später kümmerte er sich um das Marketing. Schließlich wurde er stellvertretender Leiter bei der Compa IT.  Über seine Arbeit hatte er Kontakte zur  Firma Schaeffler. Diese plante in dieser Zeit ein Werk in Kronstadt aufzubauen und machte ihm ein Angebot die Konstruktionsabteilung zu leiten. Mit dem Einverständnis der Firma Compa IT ist er dann nach Kronstadt gezogen wo er neun Jahre bei der Firma  Schaeffleraktiv war. Dann entschloss sich Neagu ein Privatgeschäft ins Leben zu rufen und zu führen. Er eröffnete ein Restaurant in Neustadt bei Kronstadt unter dem Namen „Hermanns Hof“ in einem siebenbürgisch-sächsischem Haus. Er traf die Entscheidung, das Gebäude erst nach zwei Jahren zu kaufen, wo er inzwischen investierte. Dies erwies sich als eine Fehlentscheidung, denn er bekam dann zu diesem Zeitpunkt keinen Kredit für den Kauf und konnte auch keine interessierten Partner finden und so musste er das Geschäft aufgeben. Er hatte allerdings während dieser Zeit Erfahrungen gesammelt. „Ich habe gelernt, ein Geschäft selber zu führen“, sagte Neagu. „Das war eine gute Erfahrung, die mir jetzt bei der Firma Euchnergeholfen hat selbstständig zu arbeiten“ . So entschloss sich Neagu wieder nach Hermannstadt zurückzukehren wo er seine Frau kennenlernte und eine Familie gründete. Hier machte er bei der  Firma Marquardt weiter,  wo er  für die Kunststoffspritzgießerei zuständig war. Während dieser Zeit erkundigte sich die Firma Euchner nach einem Werksleiter und nach einem Vorstellungsgespräch erhielt Neagu die Stelle als Werksleiter der Euchner-Niederlassung in Heltau.

Er war übrigens von der Standortsuche bis zur Renovierung der Produktonshallen, der Einstellung der Mitarbeiter usw.  dabei. „Anfangs waren außer mir alle anderen Mitarbeiter in der Produkton tätig“, erzählte Neagu. „Wir hatten keinen Finanzverantwortlichen, keinen Personalverantwortlichen. Am Anfang  musste ich alle Jobs selber machen. Da gab es viel zu lernen. Danach sind wir gewachsen als Mannschaft“. Gegenwärtig gibt es hier 30 Mitarbeiter.Eine Herausforderung als Werksleiter  ist die Mitarbeiter zu schulen, um Qualitätsprodukte zu fertigen. Bei der Firma Euchner ist die Qualität sehr wichtig“, unterstrich Neagu.

Gegenwärtig verfügt die Niederlassung in Heltau über 3000 Quadratmeter. Wenn es irgendwann zur Nutzung der gesamten  Fläche kommt, wird das Team auf 100 Mitarbeiter anwachsen.

Hier werden nun verschiedene Aktivitäten, die vorher von externen Partnern durchgeführt wurden, intern gemacht. So ist die Euchner-Niederlassung in Heltau ein  interner Zulieferer für die zwei Montagewerke in Deutschland, wo die Endprodukte gefertigt werden. Die Endprodukte sind verschiedenste Sicherheitsschalter, die für das leibliche Wohl der Maschinenbediener in der Industrie zuständig sind. Ein bekanntes Produkt ist beispielsweise die Multifunctional Gate Box MGB. Die Firma Euchner ist übrigens ein Familienunternehmen, das gegenwärtig von der dritten Generation der Familie geleitet wird. Weltweit beschäftigt Euchner derzeit etwa 800 Mitarbeiter.

Neagu hat sich übrigens auch weitere Ziele vorgenommen. Er ist bestrebt, ein Vorbild für seine Kinder und für die Gesellschaft zu werden. U. a. möchte er eine Doktorarbeit im Bereich Digitalisierung schreiben. „Ich will schauen, was man aus der Industrie in die Verwaltung übernehmen kann. Ich würde gerne nach Deutschland und  Österreich reisen um Best Practice Beispiele zu finden“, sagte Neagu. Er kann sich aber auch vorstellen, aktuelle Themen und Projekte der Verwaltung aus der Position eines Stadtrates kennenzulernen. Nachdem er in der Wirtschaft Karriere gemacht hat, plant er, in die Politik einzusteigen. „Ich könnte mir vorstellen, als Bürgermeister tätig zu sein“, meinte Neagu. Einige Ideen für Verbesserungen in der Stadt oder der Region hat er nämlich bereits. Diese packte er in PowerPoint-Präsentationen und schickte sie verschiedenen Vertretern der Hermannstädter Stadtverwaltung.

Weiterhin plant Neagu ein Buch zur Geschichte Hermannstadtszu schreiben, das auch die kommunistische Zeit und die Zeit danach erfassen soll.Neu wird die Struktur des Buches sein, mit vielen Grafiken und Bildern.           Werner FINK

Axente Neagu.

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