Außerordentlich gastfreundlich aufgenommen

NATO-Pressezentrum mit deutscher Beteiligung in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2724

Pressestabsoffizier Max-Joseph Kronenbitter, Taktisches Luftwaffengeschwader 74 Neuburg an der Donau (links) und Oberstleutnant Stefan Kühling, Pressestabsoffizier NATO Joint Warfare Centre Stavanger (rechts) besuchten die HZ-Redaktion und stellten sich anschließend zum Gruppenbild mit der Chefredakteurin Beatrice Ungar (Bildmitte) auf.

„Steadfast Defender 2021“ heißt die NATO-Übung, die kürzlich rund 40 Soldatinnen, Soldaten und zivile Angestellte aus neun verschiedenen NATO-Staaten nach Hermannstadt führte. Ihr Auftrag war es, ein Pressezentrum zu betreiben und Presseanfragen nationaler und internationaler Journalisten zu beantworten.

Auch sieben deutsche Soldaten arbeiteten in dem multinationalen Presseteam. Die Großübung wurde mit rund 4.000 Soldatinnen und Soldaten auf dem Truppenübungsplatz im siebenbürgischen Großschenk über einen Zeitraum von knapp drei Wochen durchgeführt.

,,Roll Call“ in Großschenk: Der Commander des Joint Force Command Neapel, Admiral Robert P. Burke, dankt den bei der Leistungsdemonstration beteiligten Truppen in einer kurzen Ansprache.

Das Gesamtszenario von Steadfast Defender 2021 – was übersetzt etwa standhafter oder unerschütterlicher Verteidiger bedeutet – stellte eine großangelegte, simulierte Truppenverlegung von den USA quer durch Europa bis nach Rumänien dar. Damit sollte die Verlegungsfähigkeit und das Zusammenwirken der beteiligten NATO-Streitkräfte und Partner getestet werden.

Bei diesem logistischen Manöver wurde, koordiniert von den beiden neu aufgestellten NATO-Kommandos in Norfolk (USA) und Ulm (Deutschland), die Verlegung von 650 Teilen Großgerät über den Atlantik und durch das Bündnisgebiet erfolgreich geübt. Rund 9.000 Soldaten aus 20 Nationen waren insgesamt daran beteiligt.

Während die an der Übung beteiligten Truppen, unter der Leitung des NATO-Kommandos in Neapel (Allied Joined Force Command), in Großschenk ihr Quartier aufgeschlagen hatten, wurde das Pressezentrum in der Akademie der Landstreitkräfte „Nicolae Bălcescu“ in Hermannstadt aufgebaut.

Oberstleutnant Florian Raebel, Pressestabsoffizier des Joint Force Command Neapel  bei der Arbeit.Fotos: NATO-Pressestelle JFC Neapel

„Wir wurden von unseren rumänischen Kameraden außerordentlich gastfreundlich aufgenommen und fanden hier perfekte Arbeitsbedingungen vor“, berichtet Oberstleutnant Max-Joseph Kronenbitter, Offizier in der deutschen Bundeswehr. Das Presseteam bestand aus Presseoffizieren, PR-Fachleuten, Videojournalisten, Fotografen und IT-Spezialisten.

Dabei beantworteten die militärischen Öffentlichkeitsarbeiter nicht nur Medienanfragen, sondern produzierten auch Beiträge für das Internet und die sozialen Medien. Der Schwerpunkt lag bei der Vorbereitung des Pressetages, bei dem rund 40 Journalisten aus dem In- und Ausland eingeladen waren, um die auf dem Übungsgelände durchgeführte militärische Leistungsschau zu beobachten.

Stefan Kühling, Offizier in der Bundeswehr und derzeit im norwegischen Stavanger bei der NATO stationiert, ist sehr beeindruckt von Hermannstadt. „Die Altstadt ist wunderschön, ein richtig attraktives Reiseziel“, berichtet Kühling, die Menschen seien überall zuvorkommend. Der Bundeswehrsoldat ist zum ersten Mal in Rumänien und bedauert, dass diese vielfältige Landschaft außerhalb ihrer Landesgrenze häufig nur mit Graf Dracula in Verbindung gebracht wird. „Ich habe mich persönlich über den Beitritt Rumäniens zur  NATO im Jahr 2004 sehr gefreut“ sagte Kühling ergänzend.

Oberstleutnant Stefan Kühling,  Oberstleutnant Max-Joseph Kronenbitter, Hauptfeldwebel Pia Dunkel,  Oberstleutnant Dirk Rüsel,  Oberstleutnant Florian Raebel, Hauptfeldwebel Florian Fergen

Auch Max-Joseph Kronenbitter zeigte sich beeindruckt von Hermannstadt und seiner Architektur. Besonders die reichhaltige Auswahl vorzüglicher Kuchen hatte es dem Presseoffizier angetan. „Hermannstadt wird mir nicht zuletzt deswegen in Erinnerung bleiben, weil ich nach über einem Jahr endlich wieder in einem Café sitzen und Zeitung lesen konnte“, so Kronenbitter. Denn Rumänien hatte die Corona-Einschränkungen deutlich früher gelockert als seine Heimatstadt München. Auch dass das feierlich Hochamt zum Dreifaltigkeitssonntag in der imposanten römisch-katholischen Stadtpfarrkirche ,,Heilige Dreifaltigkeit“ am Großen Ring, auch in deutscher Sprache gefeiert wurde, war für ihn ein besonderes Erlebnis, so der Katholik nach seinem Gottesdienstbesuch.

Nach fast drei Wochen in Rumänien kehren die deutschen Soldaten in dieser Woche wieder in ihre NATO-Dienststellen in Deutschland, Italien, Belgien und Norwegen zurück – mit besonders positiven Eindrücken von Land und Leuten, wie sie im Redaktionsgespräch versicherten.

U.B.

 

 

 

 

 

 

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