14. Spielzeugmesse im Freilichtmuseum

Am 1. Juni gab es für Kinder bis 14 Jahre freien Eintritt

Ausgabe Nr. 2724

Zwischen den Regenschauern kletterten die Kinder in den ,,Märchenwagen“, 40 Kinder konnten diese kleine Reise machen.        Foto: ASTRA-Museum

Der Internationale Kindertag wurde fünf Tage lang im ASTRA-Freilichtmuseum gefeiert, vom 28. Mai bis 1. Juni, mit einer Spielzeugmesse und einem bunten Programm. Der erste und der letzte Tag der  14. Auflage der Spielzeugmesse wurde wegen Regen im Pavillon beim Haupteingang des Museums organisiert, von Freitag bis Sonntag tobten Groß und Klein im Ethno Techno Park, am Eingang aus Richtung Zoo, so dass viele Kinder auch gleich die einheimischen und exotischen Tiere und Vögel besuchten, um dann den restlichen Tag bei der Spielzeugmesse zu verbringen.

Die Märchen können nur dann überleben, wenn die Eltern sie ihren Kindern vorlesen und wenn die Kinder sie lesen und schätzen lernen – jedes Märchenstück endete mit einem Freudentanz. Im Turm neben der Bühne war eine Spielzeugausstellung zu sehen.     Foto: Ruxandra STĂNESCU

Bei heftigem Regen und Sturm startete am Freitag die diesjährige Spielzeugmesse im Freilichtmuseum, doch die schlechte Prognose konnte die Kinder nicht fernhalten. Mit Regenschirmen, in Gummistiefeln und viel Freude, stürmten sie in den Pavillon beim Haupteingang des Museums, wohin die Werkstätten und die Verkaufsstände verlegt worden waren. Dabei waren insbesondere Schulgruppen, die nach vielen Monaten ihren ersten gemeinsamen Ausflug machten. Aufgeregt wollten sie alles sehen und erleben, die Lehrerinnen mussten versprechen, dass alle bei allen Werkstätten mitmachen dürfen und Zeit genug für alles war. Im bunten Wirrwarr warfen sie Ranzen, Regenschirme und Regenmäntel wild durcheinander und stürmten auf das Angebot los: In verschiedenen Räumen wurde gemalt,  gespielt und gebastelt. Angeboten wurden auch Dia-Shows und natürlich hatten die Kinder ein bisschen Taschengeld, das zum größten Teil für leckere Lebkuchen ausgegeben wurde. Die Lebkuchenverkäufer hatten so großen Erfolg, dass ihre Ware – viele, viele Kisten mit einfachen und bunten Lebkuchen – am Sonntag Mittag schon ausverkauft war und sie zwei Tage früher einpacken mussten. Das war gut für das Geschäft und schlecht für die Leckermäulchen.

Weil viele Kinder töpfern wollten, wurde der Workshop zweifach besetzt. Die Organisatoren waren glücklich, dass beide Töpfer eine Töpferscheibe mitgebracht hatten.                          Foto: Ruxandra STĂNESCU

Organisiert wurden mehrere Workshops, an denen die Kinder kostenlos teilnehmen konnten. Rund 850 Kinder stellten  an den fünf Tagen ihre eigenen Windmühlen her, 140 bastelten kleine Puppen, 470 malten Bilder auf der Staffelei, 120 bastelten Spielsachen aus Lumpen und 240 flochten bunte Armbänder, unter der Aufsicht der verschiedenen Volkskünstler. An der Werkstatt für Papierherstellung durften nicht nur die Kleinsten teilnehmen, etwa ein Viertel der 800 Teilnehmer waren Jugendliche und Erwachsene.

Sehr großen Erfolg hatte die  Töpferei-Werkstätte. Eingeladen wurden zwei Workshopleiter, die alternativ arbeiten sollten, doch nachdem die Organisatoren feststellten, dass die Kinder bereit waren, Schlange zu stehen, wurden beide Künstler gebeten, sich täglich an ihre Töpferscheiben zu setzen.

Vom Turm aus konnte man das Stück auch sehen, vor der Bühne war es auf den großen Kissen aber gemütlicher.                            Foto: Astra-Museum

An allen fünf Tagen konnte man jede Menge buntes Zeug kaufen. Besonders schön war, dass hier nur Objekte der Volkskünstler angeboten wurden und keiner vermisste die Plastikspielsachen, die bei solchen Messen üblich sind. Dafür konnten die Kinder fabelhafte mit Lavendel gefüllte Schwäne kaufen, laufende Holzhasen und bunte Glöckchen aus Ton.

Das Angebot wurde durch ein kunterbuntes Programm ergänzt. Die Kinder konnten Karten oder andere Brettspiele spielen oder zusammen mit ihren Familien auf Schatzsuche gehen.

Beim Theaterstück machten die Kinder auch fleißg mit, denn als der betrunkene Wolf ein trauriges Liedchen anstimmte, wurde ihm aus dem Publikum empfohlen, bei der berühmten TV-Show „Vocea României” (Die Stimme Rumäniens, bekannt als „The Voice”) mitzumachen. Am Ende jedes Stückes durften die Kinder auf die Bühne steigen und da wurde zum „Happy”-Song gemeinsam getanzt.

Zwei Aufführungen wurden von der Hermannstädter Staatsphilharmonie angeboten, die auch großen Erfolg hatten. Das erste Konzert war eine kleine Musikstunde mit Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt. Leider musste das zweite Konzert drinnen stattfinden, denn am 1. Juni regnete es wieder heftig, so dass einige Zuschauer vom Balkon aus lauschen mussten. Gespielt wurde bekannte Filmmusik, hauptsächlich aus Animationsfilmen.

Am 1. Juni musste bei Regen das Programm drinnen stattfinden: auch das Konzert der jüngsten Teilnehmer, unter ihnen Karina und Rafaela Fernandez Samodaiev (Klavier bzw. Geige).                    Foto: Ruxandra STĂNESCU

Am 1. Juni gab es auch ein Konzert der „Kinder der Philharmonie”, Kinder von Mitgliedern des sinfonischen Orchesters der Hermannstädter Staatsphilharmonie: Anastasia Ioniță (Klavier), Gabriel Tudor Radu (Geige), Rafaela Fernandez Samodaiev (Geige) und Karina Fernandez Samodaiev (Klavier).

Ganz glücklich waren die Organisatoren auch über die kleine Spielzeugausstellung in dem neuen Turm neben der Bühne. Hier konnten alte und neue Spielsachen betrachtet werden und mehr: Man durfte sie berühren und zum Teil sogar damit spielen.

Zur Freude der Besucher – besonders die Väter waren begeistert – wurden in einigen Momenten auch die kleinen nachgebauten Wassermühlen in Bewegung gesetzt.

Langeweile kam bei den insgesamt 7.300 Besuchern des Museum nicht auf und die meisten waren froh, nach so vielen Monaten die Pandemie zu vergessen und endlich auf die Masken im Freien verzichten zu können.

Ruxandra STǍNESCU

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Im Jahreslauf.