ASTRA-Museum hat eine eigene App

Trotz Pandemie war 2020 kein schlechtes Jahr für das Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2710

Takács Gyöngyi (links) präsentierte die Astra-App, im Hintergrund (stehend) Museumsdirektor Ștefan Ciprian Anghel.       Foto: die Verfasserin

Nur drei Viertel der Zeit geöffnet und kaum Touristen: Obwohl 2020 ein schwieriges Jahr war, hat das ASTRA-Museum unverhofft viele Einnahmen im Vorjahr erzielt, erklärte in einer Pressekonferenz Museumsdirektor Ștefan Ciprian Anghel. Und dieses Jahr hat auch gut begonnen: Das Museum hat ab jetzt eine App, die kostenlos heruntergeladen werden kann.

 

313.544 Besucher hat das Astra-Freilichtmuseum  zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2020 registriert. Dazu gehören auch Nutznießer von Kulturprogrammen, das Museum war Partner für mehrere Kulturveranstaltungen, die im Museum stattgefunden haben.

,,Das Jahr 2020 hat die Aktivität und die Dynamik des Besuchs des ASTRA-Museums tief geprägt, aber es hat sich für eine starke Gemeinschaft als unverzichtbar erwiesen. Die durch Covid-19 verursachte Pandemie hat uns überzeugt, dass die beste Strategie die Anpassung ist und wir unabhängig von Schwierigkeiten verpflichtet sind, weiterhin verschiedene kulturelle Dienstleistungen und Programme von höchster Qualität anzubieten. Diese Anpassungsfähigkeit, die die Mitarbeiter des ASTRA-Museums in diesem schwierigen Jahr gezeigt haben, hat uns die Widerstandsfähigkeit bewiesen, die wahre Stärke einer reifen Kulturinstitution, die stark konsolidiert  ist und dem Publikum sehr nahe steht. Wir sind optimistisch und zuversichtlich, dass im Jahr 2021, sobald die Impfung die Mobilität der Menschen erhöht, das ASTRA-Museum eine höhere Anzahl von Besuchen sowohl aus dem Inlandstourismus als auch durch die Rückkehr ausländischer Touristen verzeichnen wird”, erkärte Ștefan Ciprian Anghel.

Da das Jahr 2020 eine Pandemie war, war das Museum während des nationalen Ausnahmezustands vom 12. März bis 15. Mai geschlossen, aber auch vom 15. November bis zum 14. Dezember, als Hermannstadt in Quarantäne war. Mit diesen Schließungen war der Museumsdirektor nicht einverstanden, denn das Freilichtmuseum mit seinen knapp 100 Hektar und sechs Kilometer Alleen ist zumindest in Hermannstadt ein Ort, wo man in Sicherheit einen Spaziergang machen kann, weit größer als jeder Park. Laut dem Direktor müssen sich die Vertreter der Freilichtmuseen im Land dieses Jahr mehr dafür einsetzen, dass ihre Einrichtungen nicht wieder geschlossen werden.

Den Wert des Freilichtmuseums haben aber mehr Hermannstädter erkannt, denn die Anzahl der Abonnenten ist gestiegen. „Auch wenn leider die Anzahl der Senioren gesunken ist”, erklärte der Manager.

Weil viele Orte geschlossen wurden, ist die Anzahl der auf dem Gelände des Freilichtmuseums veranstalteten Kulturevents im Vorjahr gestiegen, 62 haben insgesamt stattgefunden, dazu fünf Sportevents.

Das führte zu Eigeneinnahmen von knapp 3,3 Millionen Lei, hinzu kommen 1,9 Millionen Lei nicht rückzahlbare Mittel für zwei Projekte. Mehr als 60 Prozent weniger als 2019 haben die beiden Kunstgalerien verkauft, besonders da diese kurz vor der Weihnachtszeit geschlossen waren. „Die Einkommen waren unerwartet gut”, erklärte Anghel, ,,im Mai hatten wir mit 2,5 Millionen Lei Eigeneinnahmen gerechnet.

Durch die Kulturevents und Werkstätten, die im Museum organisiert wurden, wurden viele Volkskünstler aus der Gegend unterstützt – denn für sie war das Jahr besonders schwer. Dazu kamen die Programme, durch welche die Volkskünstler  gelehrt werden, ihre Kunst auch modern zu vermarkten und ihre Fertigkeiten neu einzusetzen, so dass sie auch in schweren Zeiten ohne Märkte überleben.

Auch in der Zeit, in der das Museum geschlossen war, hatten die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, denn da wurden über 13.000 Objekte aus dem Museum digital erfasst. Durch dieses Programm, das vom Kulturministerium organisiert wird, sollen diese und viele andere Kulturobjekte bald online zu sehen sein. „Wir haben die Menschen dort eingesetzt, wo sie etwas zu tun hatten”, so der Manager, der es geschafft hat, die Mitarbeiter nicht in technische Arbeitslosigkeit zu schicken. „Im Frühjahr haben wir es geschafft, das Museum einmal so richtig aufzubereiten.”

Eine der größten Freuden des Direktos war, das Astra Film Festival hier im Museum zu beherbergen, denn tatsächlich wurden zum ersten Mal die Dokumentarfilme nicht mehr in Sälen in Hermannstadt, sondern im Freien gezeigt.

Auch wenn dieses Jahr noch Vieles unklar ist, Eines ist sicher: Die Preise sollen nicht erhöht werden. Zur Zeit wartet man auch auf die Ergebnisse für Projekte, man macht bereits Pläne für die Weiterführung der eigenen Programme, doch die größte Hoffnung ist, dass es bergauf geht, dass dieses Jahr auch mehr Touristen aus dem In- und Ausland kommen.

Für alle, ob Hermannstädter oder nicht, hat das Museum eine Überraschung: die ASTRA Museum App, die man kostenlos  bei Google Play und im Apple Store herunterladen kann. Entwickelt wurde die App von eventya.net und soll den Besuchern helfen, das Museum besser zu erkunden. Damit ist das Hermannstädter Freilichtmuseum den anderen Museen dieser Art in Rumänien einen Schritt voraus, denn es ist das erste mit einem solchen Angebot.

Zur Zeit ist die App nur in rumänischer Sprache zu finden, sie soll aber bald in mehrere Sprachen übersetzt werden. Hier ist die Geschichte des Museums zu finden, dazu werden zur Zeit 31 Exponate aus allen Sektionen präsentiert – auch diese Anzahl soll wachsen. Da ist nicht nur das Exponat kurz beschrieben, sondern es fehlt auch nicht der Klang der Werkzeuge und ein beliebtes Lied aus einem Dorf. Aktuelle Informationen zu Betriebsvorschriften, Zeitplan, Ticketpreisen, Diensten, Aktivitäten und ein aktualisierter Kalender aller Ereignisse ist ebenda zu finden, wie auch gastronomische Angebote, Toiletten und Veranstaltungsorte.

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

 

 

 

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