Ein Tropfen Hoffnung in der Pandemie

17. Auflage des Studententanzfestivals hat in Hermannstadt stattgefunden

Ausgabe Nr. 2694

Die 17. Auflage des vom Hermannstädter Studentenkulturhaus organisierten Studententanzfestival hat am Wochenende im ,,Ion Besoiu“-Kulturzentrum stattgefunden. Unser Bild: Los ging es am Freitagabend mit der Show „Te naști, trăiești și pleci“ (Du wirst geboren, du lebst, du gehst) von ,,One Dream“ aus Kronstadt in der Choreografie von Iolanda Popescu.                   Foto: Werner FINK

Vergangenen Freitag und Samstag fand die 17. Auflage des Studententanzfestivals statt, wobei sich die Veranstalter in diesem Jahr entschlossen, das Konzept des Festivals aus Sicherheitsgründen zu verändern. So gab es dieses Mal keinen Tanzwettbewerb wie gewohnt, sondern Vorstellungen von vier Gruppen aus vier Universitätszentren an zwei Abenden. Das Studentenfestival fand auch nicht wie im vergangenen Jahr auf dem Kleinen Ring, sondern im „Ion Besoiu“-Kulturzentrum statt. Das Thema der Pandemie konnte natürlich auch beim Tanzen nicht fehlen und wurde in einer der Aufführungen eingebaut.

,,Nebunie in pandemie“ lautete der Titel der Darbietung der Gruppe ,,Academic Star“ aus Ploiești.Foto: Werner FINK

 

Auch wenn dieses Mal nur vier Städte vertreten waren und nicht 13 wie andere Male, gaben die Tänzer und ihre Choreografen ihr Bestes und zeigten ein reichhaltiges Tanzprogramm. Ob moderne Tänze, zeitgenössische Tänze oder Street Dance, das Publikum bekam auch dieses Mal zahlreiche  Tanzstile vorgeführt. Auf jeden Fall konnte auch dieses Mal das Festival mit dem Wort „Tanzmarathon“ gut beschrieben werden. Die Zuschauer mussten natürlich die vorgeschriebenen Regeln einhalten, die Körpertemperatur wurde beim Eingang gemessen, sie mussten Masken tragen und durften nur jeden zweiten Platz besetzen.

Los ging es am Freitagabend mit der Show von ,,One Dream“ aus Kronstadt in der Choreografie von Iolanda Popescu. Die Show hieß „Te naști, trăiești și pleci“ (du wirst geboren, du lebst, du gehst), was auch tänzerisch in der Vorführung schön dargestellt wurde.

Zeitgenössischen Tanz vom Feinsten boten die Klausenburger Tänzerinnen und Tänzer von ,,Jump in“.Foto: Werner FINK

Weiter ging es nach einer kurzen Pause mit der Show „Humanity“, in der Choreografie von Alina Ciceo von ,,Jump In“ aus Klausenburg. In einer Zeit, in der der menschliche Körper oft kommerziellen Zwecken dient und so dargestellt wird, wurde nun tänzerisch versucht, Erfahrungen zu entblößen, die die Gesellschaft und den einzelnen Menschen beeinflussen.

Am Samstagnachmittag kam die Notfallwarnung, dass im Kreis Hermannstadt eine erhöhte Verbreitung des neuen Coronavirus verzeichnet worden sei. Diese Warnung scheint Wirkung gehabt zu haben, denn es gab weniger Zuschauer als am Vorabend. Vermutlich hatten es die Tanzliebhaber vorgezogen, die Vorstellung online anzuschauen.

Der Samstagabend startete mit der Show „Colierul“ (Die Halskette), in der Choreografie von Irina Nedelcu von ,,Matrix“ aus Temeswar, eine spannende Gangstergeschichte, die tänzerisch dargestellt wurde. Tiefer gehende Fragen, die durch die Show vermittelt werden sollen, wurden bereits von der Moderatorin im Vorfeld verkündet: „Ernten wir nur das, was wir säen?“ oder „Werden wir selbst genauso behandelt, wie wir unsere Mitmenschen behandeln?“.

Die Gruppe ,,Matrix“ aus Temeswar bot tänzerisch eine spannende Gangstergeschichte.                                                                Foto: Werner FINK

Das Thema Coronavirus konnte natürlich auch von den Tanzvorstellungen nicht wegbleiben. Der Titel der letzten Tanzvorführung des Festivals lautete nämlich ganz treffend „Nebunie în pandemie“ (Wahnsinn in der Pandemie). In der von der Gruppe ,,Academic Star“ aus Ploiești, in der Choreografie von Alexandra Negulescu und Sebastian Cepoiu dargebotenen Show wurde der beunruhigende und unruhige Alltag dargestellt, den die jungen Leute in der Pandemie erleben. In einer extrem schwierigen Zeit für die Menschheit, finden sie jedoch einen Tropfen Hoffnung im Tanzen.

Da es dieses Mal keinen Wettbewerb gab, gab es in diesem Sinne auch keine Platzierungen. Nach jeder Show überreichten die Veranstalter den Gruppen Andenken – u. a. eine Teilnahme-Medaille für alle, den Choreografen je eine Trophäe – an das Festival.

Veranstaltet wurde das Festival wie immer von dem Hermannstädter Studentenkulturhaus. Trotz der schwierigen Verhältnisse ist es der Direktorin Liliana Popescu und ihrem Team gelungen,  wieder ein schönes Tanzfestival zu organisieren, bei dem die jungen Tänzer, die Zuschauer und alle anderen Beteiligten viel Spaß hatten.

Aufzeichnungen von den Tanzdarbietungen können übrigens von der Internetseite des Studentenkulturhauses –  http://www.casastudentilor sibiu.ro  – abgerufen werden.

Werner FINK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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