Von Picasso bis Matisse

Werke der größten europäischen Künstler im Brukenthalmuseum

Ausgabe Nr. 2684

Blick in die Ausstellung, in der u. a. Werke von Henri Matisse (im Schaukasten rechts) neben Werken von Victor Vasarely zu sehen sind. Foto: Fred NUSS

Picasso, Chagall, Munch, Matisse, Dali, Klimt, Kandinski, Renoir und die Liste geht weiter. „Empowered/Puterea de a crede. Greatest Artists of the World“ heißt die neueste Sonderausstellung, die am vergangenen Freitag im Brukenthalmuseum in Hermannstadt eröffnet wurde. Insgesamt 70 Werke, Lithografien und Gravuren von 30 der bekanntesten europäischen Künstler des 19. und 20. Jahrhundert sind im Stichekabinett des Brukenthalpalais zu sehen.

Die Werke stammen aus der Kollektion des Rechtsanwalts und Sammlers George Șerban aus Bukarest, der schon des öfteren in Hermannstadt Werke aus seiner Sammlung ausgestellt hat. Die Ausstellung ist bis zum 27. September d. J. zu sehen.

 

Bei der Vernissage am Freitag sprachen Alexandru Constantin Chituță, der Kurator der Ausstellung, der Sammler RA George Șerban und Prof. Dr. Sabin Adrian Luca, Generaldirektor des Brukenthalmuseums. „Im vergangenen Jahr haben wir hier zusammen mit George Șerban zwei Ausstellungen eröffnet. Eine, in der unter dem Titel ,Kabuki‘ japanische Holzschnitte zu sehen waren, und die zweite ,Die Kunst zu schenken‘, die von vielen zur Ausstellung des Jahres auserkoren wurde. Dieses Jahr möchten wir dem interessierten Publikum eine grandiose Kollektion vorstellen, die größte Ausstellung des Landes mit europäischer Grafik. Mit dabei sind Pablo Picasso mit originaler Grafik, Georges Braque, Salvador Dali, Henri Matisse, Amedeo Modigliani, Alberto Giacometti, Egon Schiele, Gustav Klimt, Auguste Renoir, bis hin zu dem hiesigen Publikum etwas weniger bekannten Künstlern wie Victor Brauner, Victor Vasarely, Pierre Alechinsky, Marc Chagall, Oskar Kokoschka, Pierre Soulages usw. Es ist verblüffend, dass nun im Brukenthalpalais neben der Gemäldesammlung des Barons Samuel von Brukenthal, die die europäische Kunst des 15.-18. Jahrhunderts abdeckt, nun auch die Werke der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts bestaunt werden können“, leitete Alexandru Constantin Chituță, der Kurator der Ausstellung, die Vernissage ein.

Bei der Vernissage am Freitag im Innenhof des Brukenthalpalais sprachen (v. l. n. r.): Alexandru Constantin Chituță, George Șerban und Prof. Dr. Sabin Adrian Luca.  Foto: Fred NUSS

Sehr viele Besucherinnen  und Besucher nahmen an der Vernissage am Freitag teil und mussten länger warten, um die Ausstellung besichtigen zu können, denn man betrat den Raum im 5-Personen-Takt, um Abstand zu halten. Das meistbestaunte Werk war gewiss Edvard Munchs „Der Schrei“, eine Kopie des Meisterwerks, das 1895 entstanden ist. Munch verarbeitete in dem Motiv eine eigene Angstattacke während eines abendlichen Spaziergangs, bei dem er einen Schrei zu vernehmen meinte, der durch die Natur ging.

Ein zweites sehr bekanntes Kunstwerk, das in der Ausstellung im Brukenthalmuseum zu sehen ist, ist René Magrittes „La Décalcomanie“ von 1966. Der Maler gilt neben Paul Delvaux, dessen Werke einen ähnlichen Stil aufweisen, als wichtigster Vertreter des belgischen Surrealismus. Eine zweite Lithografie von Magritte ist in der Ausstellung zu bewundern: „Zögernder Walzer“ von 1950 zeigt zwei maskierte Äpfel.

Alexandru Constantin Chituta: Great artist of the world. Colectia av. George Serban, Verlag Muzeul National Brukenthal, 2020, 93 Seiten ISBN 978-606-8815-68-8

Natürlich bestaunten die Besucher im Brukenthalmuseum auch die Lithografien von Pablo Picasso: „Jaqueline mit Blumen“ oder „Les Demoiselles d’Avignon”. Letzteres  Werk aus dem Jahre 1907 wird als Wendepunkt in der Geschichte der abendländischen Malerei angesehen und leitete zugleich den sich ankündigenden Kubismus ein.

Viele Blicke zog auch Marc Chagalls „Ich und das Dorf“ auf sich, eine Lithografie, die kubistisch aufgebaut ist und viele weiche, traumhafte Bilder, die sich in einem durchgehenden Raum überlappen, enthält.

Gravuren von Pierre Auguste Renoir, Salvador Dali, Lithografien von Henri Matisse, Gustav Klimt, Egon Schiele und Henri de Toulouse Lautrec vervollständigen die Ausstellung.

In der Ausstellung kann man Werke aus den verschiedenen Stilrichtungen der Kunstgeschichte bewundern, wie: Postimpressionismus, Kubismus, Expressionismus, abstrakter Expressionismus, Surrealismus, Fauvismus, Abstrakte Malerei und Dadaismus. Wissenswert ist, dass zwei der 30 in der Ausstellung mit Werken vertretenen Künstler leben. Es handelt sich um Pierre Alechinski (Jahrgang 1927) und Pierre Soulages (Jahrgang 1919).

Den Katalog zur Ausstellung sowie andere Souvenirs mit Abdrucken aus der Ausstellung kann man im Museumsshop erwerben. Bis zum 27. September ist beim Ankauf eines Souvenirs die Teilnahme an einem Wettbewerb möglich, bei dem man eine Prämie im Wert von 100 Euro gewinnen kann. Wer europäische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts liebt, sollte die Ausstellung „Great Artists of the World“ nicht verpassen, die bis zum 27. September im Stichekabinett des Brukenthalmuseums zu besichtigen ist.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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