Detailfreudige Bildchronik der Stadt

Panoramafotos von Stefan Jammer im Teutsch-Haus ausgestellt

Ausgabe Nr. 2680

Blick in die Ausstellung bei der Vernissage, die am 1. Juli in kleinem Rahmen und mit Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen stattgefunden hat.                                                     Foto: Fred NUSS

So hat man Hermannstadt noch in keiner Ausstellung gesehen. Detailreich und in insgesamt 700 Fotografien zeigt der Fotograf Stefan Jammer in der Ausstellung „PANORAMA. Hermannstadt/Sibiu“ seine Sicht von Hermannstadt. Die Ausstellung wurde am 1. Juni im Terrassensaal des „Friedrich Teutsch“ Kultur- und Begegnungszentrum eröffnet und kann das ganze Jahr über (bis zum 15. Dezember) kostenlos besichtigt werden. Man könnte stundenlang in der Ausstellung verweilen und sich die verschiedenen Panorama-Bilder ansehen.

 

Die ganze Stadt mit ihren Vierteln ist auf großen Plakaten zu sehen. Ein bisschen schade ist es, dass die Fotos teilweise sehr klein sind. Trotzdem kann man viele Details erkennen. Aufgenommen wurden die Fotos in den Jahren 2005-2020.

Die Veränderungen in manchen Stadtteilen sind sehr gut zu erkennen, auch schon an den vielen alten Dacias, die damals am Straßenrand parkten. Straßen und Gebäude wurden erneuert und man kann beim Betrachten der Bilder schnell ins nostalgische Schwelgen geraten.

Besonders an der Ausstellung ist, dass auch die weniger bekannten Stadtviertel abgelichtet wurden. Da sind zum Beispiel Plakate mit Fotos aus den Vierteln: Junger Wald, Drei Eichen, Theresianum, Lazarett, Ziegelei, Hippodrom, Vasile Aaron, Strand, Schellenberg, Neppendorf, Hammersdorf oder Broscărie. Natürlich kommen auch die Touristenattraktionen Großer und Kleiner Ring, sowie Huetplatz und die Unterstadt nicht zu kurz. Auf jedem Plakat ist eine kurze Geschichte (zweisprachig Rumänisch und Deutsch) des jeweiligen Viertels zu lesen. Zum Beispiel kann man über die Hallerwiese, bzw. Drei Eichen u. a. folgendes erfahren: „Zwischen der 1551 begonnenen Haller-Bastei und der Hallerwiese gab es bis 1769 den Schneiderteich. Dahinter lag der evangelische Friedhof, auf dem 1984 das ,neue‘ Spital errichtet wurde. Zwischen Leschkircher und Drei-Eichen-Straße entstand (zwischen Schneidmühl- und Teutschgasse) das erste private städtebauliche Projekt der Stadt, die 1891 parzellierte Hallerwiese des Stadtarchivars Franz Zimmermann.“

Separat gibt es Plakate mit Fotos von dem Gelände der Rieger/Independența-Fabrik und dem Arsenal.

Besonders aussagekräftige Panoramas haben ihren eigenen Platz in großem Format in der Ausstellung bekommen.

Der Fotograf Stefan Jammer erzählte bei der Vernissage zünftig mit Mundschutzmaske ausgestattet, wie er diese Ausstellung vorbereitet hat.Foto: Fred NUSS

Die Kuratorin der Ausstellung, Heidrun König, Leiterin des Landeskirchlichen Museums, nennt die Ausstellung eine „Bildchronik der Stadt“. Dargestellt sei „die Stadt mit ihrem Eigenleben, ihrem Metabolismus. Sie hat Ressourcen, Bedürfnisse und Werte, ist Ort des Segens und der Not, des Versagens: Die Stadt als Ort gemeinsamen Lebens, Überlebens und Erlebens, die Stadt, die dem Individuum durch die Gemeinschaft eine zusätzliche Chance gibt.“

Stefan Jammer wurde 1976 in Hagenow/Deutschland geboren und arbeitet seit 2003 als freier Fotograf und Grafiker. Seit 2005 lebt er in Rumänien und ist auf nationaler und internationaler Ebene als Fotograf tätig, darunter für das Brukenthalmuseum, die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien, den Deutschen Wirtschaftsclub Siebenbürgen sowie für Mediengesellschaften, Verlage und Unternehmen.

In nächster Zeit wird auch ein Katalog, der vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien gefördert wird, mit den Fotos aus der Ausstellung erscheinen, der sicherlich eine Bereicherung (nicht nur) für jeden Hermannstädter Haushalt sein wird.

Die Ausstellung wurde mit finanzieller Unterstützung des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt und des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, sowie des Bürgermeisteramts Hermannstadt realisiert. Die Ausstellung „PANORAMA. Hermannstadt/Sibiu“ ist absolut sehenswert und kann wochentags täglich von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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